Die Partie zwischen dem Karlsruher SC und dem Hamburger SV war von der Polizei als "Hochrisiko-Spiel" eingestuft worden. Foto: dpa

Die Enttäuschung um den so unglücklich verpassten Aufstieg stand den KSC-Fans ins Gesicht geschrieben, als sie das Wildparkstadion verließen. Befürchtete Krawalle blieben aber aus.

Karlsruhe - In einem höchst unglücklichen Fußballkrimi hat der Karlsruher SC den Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Die KSC-Anhänger waren entsprechen enttäuscht - zu Zwischenfällen sei es aber kaum gekommen, teilte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen mit. Vor dem Spiel im Wildparkstadion in Karlsruhe habe es lediglich eine Festnahme wegen des Verdachts auf Raub gegeben. Ein Fan hatte versucht, einem anderen den Fanschal zu entreißen. Drei Gästen aus Hamburg wurde Pyrotechnik abgenommen. Sie erwartet eine Anzeige.

Nach dem Spiel verletzte sich ein HSV-Fan bei einer Auseinandersetzung an der Kniescheibe. Außerdem gab es mehrere Beleidigungen gegen Polizisten sowie Pöbeleien und Provokationen zwischen rivalisierenden Fangruppen.

Bereits in der Oberklasse gewähnt

Rund um die von der Polizei als „Hochrisiko-Spiel“ eingestufte Begegnung blieb es sonst weitgehend friedlich. Tausende von badischen Fans im Karlsruher Wildparkstadion und in der Innenstadt erlebten einen denkbar unglücklichen Abend - dabei hatte das 1:1 im Hinspiel der Bundesliga-Relegation so große Hoffnungen auf eine Rückkehr des KSC ins Oberhaus geweckt. In der Karlsruher Innenstadt verfolgten unzählige Menschen das Spiel in den Kneipen.

Die 1:0-Führung der Heim-Elf wurde am zentralen Ludwigsplatz begeistert gefeiert. Auch nach dem 1:1 in der Nachspielzeit der regulären 90 Minuten blieb die Hoffnung lebendig. Erst nach dem 1:2 in der Verlängerung durch den Ex-Mainzer Nikolai Müller war klar, dass Herz und Leidenschaft gegen die abgezockten „Dinos“ der Bundesliga nicht ausreichten. Ausfallen wird nun auch das von der Stadt bereits vorbereitete Fest für den Fall des Aufstiegs.

Kurz vor dem Abpfiff drängten HSV-Fans in den Innenraum, während die Karlsruher Fans der Niederlage mit Tränen in den Augen entgegensahen. Polizeiketten hielten die Hamburger davon ab, auf den Rasen zu laufen. Nach dem Schlusspfiff gingen HSV-Spieler gleich zu ihren Anhängern und trugen so dazu bei, die Situation zu entspannen. Die Abfahrt der Hamburger Fan-Busse verlief nach Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle. In einem der Busse hatten Fans die legendäre Uhr ins Heckfenster gestellt, die im Hamburger Stadion die Dauer der Zugehörigkeit zur Bundesliga anzeigt. Diese kann nun zumindest ein Jahr lang weiterlaufen.