"Who’s the Boss?" – "She’s the Boss": Die Release-Party für das neue Album der Albstädter Hardrockband ist im Saal der "Sonne" nicht ohne charmante Pannen abgelaufen und war doch ein Riesen-Erfolg.
Straßberg - Ein Fest für die Fans war die Release-Party für "Join Me", das erste eigene Album der Albstädter Band "She’s the Boss", mit zwölf starken, authentischen Songs, samt und sonders aus der Feder von Mary Wild. Die Sängerin des Kleeblatts mit Gitarrist Thomas Schaefer, Schlagzeuger Andreas Mayer und Bassist Rainer Konzelmann hatte zur Vorstellung ihres Erstlings Verstärkung von Felix Riede an Gitarre und Keyboards, der auch an den Aufnahmen federführend beteiligt war und folglich bestens wusste, was er tat – wie überhaupt alle Beteiligten: Seit sich die Band, die mal als brave Unterhaltungs-Combo gestartet war, 2020 neu formiert hat, präsentiert sie sich in ihrer besten Variante. Die Vier haben sich gefunden, und mit dem Album – das Ergebnis von drei Jahren Teamarbeit – einen beeindruckenden Beweis dafür vorgelegt. Dass zum Start mal eine Gitarrensaite riss oder das Mischpult geschwind aussetzte: Sei’s drum.
Im Service geht die Sonne auf
Die Fans – und die meisten im Publikum waren es wohl bereits vor Konzertbeginn – spürten die Harmonie in der Band im großen Saal des Gasthauses "Sonne", dessen Team seinen Teil zum Gelingen des Abends beitrug: Flotter und freundlicher Service trotz vieler durstiger Kehlen und leckere Hungertöter aus der Hand, ebenso schnell serviert, trugen maßgeblich zur guten Stimmung bei.
Den Rest erledigte die Band – allen voran Mary Wild, die zu jedem Song dessen Geschichte verriet und nicht nur von der Bühne, sondern auch mitten im Publikum mit den Fans flirtete. Ihre Outfits: wie immer Hingucker. Mal rückenfrei und strassverziert, mal lackledern und eng geschnürt, aber natürlich immer schwarz. So wie ihr langes Haar, das permanent in Bewegung war.
Beißen möchte Mary durchaus mal
Den Frauen der Musiker dankte sie charmant für deren Geduld während der – coronabedingt längeren – Produktionsphase. Und ihren Ex-Freunden – "Fünf von ihnen sind heute da!" – für die Inspiration zum Song über die Guten und die Bösen, "The Good and the Bad". Dass die Fans sich zunächst nicht ganz nach vorne zur Bühne trauten, was einigen Hardcore-Hardrock-Freunden Platz zum Austoben verschaffte, kommentierte Band-Leader Rainer Konzelmann mit "Wir beißen nicht!" und Mary Wild diese Ansage mit "Ich weiß schon, wen ich beißen würde".
Wie kommt das Album bei den Fans an? Durchweg bestens, wie die Gespräche in der Verschnaufpause vor dem zweiten Set zeigten: "Kein Lied wie das andere", "tolle Melodien", "authentische Texte" und natürlich die fetten Beats, für die "She’s the Boss" bereits von ihrem Cover-Programm bekannt ist.
Auch beim Covern nach wie vor stark
Das servierte die Band im zweiten und dritten Set mit Hits von Aerosmith bis ZZ Top, mit Klassikern von "Another Brick in the Wall" bis "Hier kommt Alex", aber auch seltener gespielten Stücken, etwa von Nirvana und den Eurythmics.
Fazit: Wie Mary Wild zu Beginn des zweiten Sets – mit ausgebreiteten Armen zum Flugzeug-Sound – hat "She’s the Boss" mit ihrem Debütalbum abgehoben und eine bisher nie dagewesene Flughöhe erreicht.