Mit einem feierlichen Gelöbnis hat das Artilleriebataillon 295 den 66. Geburtstag der Bundeswehr begangen. Foto: Grimm

Mit einem Gelöbnis auf dem großen Antreteplatz in der Stettener Albkaserne hat die Bundeswehr ihren 66. Geburstag gefeiert – anders als geplant ohne Öffentlichkeit. Schuld war wieder einmal Covid 19.

Stetten am kalten Markt - Vorgesehen war ein Festakt in Inzigkofen, der Patengemeinde des Artilleriebataillons 295, mit geladenen Gästen, den Familien der 140 zu vereidigenden Rekruten und einer statischen Waffenschau im Vorfeld. Doch es kam anders: "Obwohl von langer Hand vorbereitet, mussten wir das öffentliche Gelöbnis zu unserem großen Bedauern absagen", bekannte Bernd Gombold in seiner Ansprache. Der Inzigkofener Bürgermeister machte aus seiner Enttäuschung kein Hehl, ließ aber, wie auch Oberstleutnant Kevin Freudenberger, Kommandeur des Artilleriebataillons 295, keinen Zweifel daran, dass es "das falsche Signal" gewesen wäre, auf dieser Großveranstaltung zu beharren, "während Kulturveranstaltungen, Feste und andere Events drastische Einschränkungen hinnehmen müssen".

"Sie halten den Kopf für uns hin"

Beide Festredner bekundeten gegenüber den jungen Rekrutinnen und Rekruten ihren Respekt dafür, dass diese bereit seien, "der Bundesrepublik treu zu dienen und das Recht und die Freiheit tapfer zu verteidigen" – so die Gelöbnisformel. "Diese Formel bedeutet im Klartext, dass Sie geloben, den Kopf für uns alle hinzuhalten!", erklärte Gombold und erinnerte an die schmerzlichen Erfahrungen in Afghanistan. Nicht immer werde diese Bereitschaft der Soldaten anerkannt und wertgeschätzt; auch in diesem Punkt übertönten Kritiker die "leider allzu große schweigende Mehrheit". Gerade die Pandemie habe gezeigt, dass Soldatinnen und Soldaten nicht nur in der Kaserne oder in den Krisenregionen der Welt ihren Dienst verrichteten, sondern auch in Impfzentren, Gesundheitsämtern oder bei Naturkatastrophen. Es sei daher "an uns allen", sich öffentlich zu den Wehrdienstleistenden zu bekennen, ebenso, wie es Pflicht der Politik sei, "Ausrüstung und Ausbildung anständig und ehrlich zu gestalten". Hieran lasse sich ablesen, "was Sicherheit und Freiheit der Gesellschaft wert sind".

Kevin Freudenberger erinnerte die Rekruten daran, dass Soldat-Sein mehr als ein Beruf sei – es bedeute eine Verpflichtung gegenüber dem Land, dem Grundgesetz und der Bevölkerung. Auch der Kommandeur mochte die Risiken dieser Verpflichtung nicht klein reden – wer sich ihr aus freien Stücken unterziehe, der müsse sich bewusst sein, dass er sich für Deutschland und das Gemeinwesen in die Pflicht nehmen lasse und sich Gefahren aussetze. Es gebe einen Grundsatz, der nicht nur für Soldaten in Gefahrensituationen gelte, sondern letztlich für alle Menschen: "Ich pass auf dich auf, du passt auf mich auf – dies ist und muss gelebte Kameradschaft sein!" Füreinander einzustehen sei keine Einbahnstraße, komme aber allen Beteiligten zugute und helfe, Krisensituationen zu überstehen.