Steigende Holzpreise und konsequente Pflegearbeiten prägen den aktuellen Stand in Gutach. Revierleiter und Waldwirtschaftsleiter berichten von positiven Ergebnissen.
Der Gutacher Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig sowohl den Vollzug des Bewirtschaftungsplans 2024 als auch den Wirtschaftsplan für das Jahr 2026 des Gemeindewalds verabschiedet. Revierleiter Max Lücking und Mario Herz, Leiter des Amts für Waldwirtschaft, stellten die Ergebnisse vor und zeichneten ein positives Bild der aktuellen und kommenden Entwicklungen im Gemeindewald.
Das finanzielle Ergebnis des Forstwirtschaftsjahrs 2024 fiel mit rund 29 150 Euro zwar um rund 4500 Euro geringer aus als geplant, das hat aber einen einfachen Grund, wie Lücking erklärt: „2025 kommt nochmal einiges an Geld rein, weil wir Teile des Holzerlöses geschoben haben. Im ersten Quartal 2025 ist der Holzpreis gestiegen.“ Er hob in seinem Rückblick den Wert einzelner Maßnahmen hervor, etwa die Ästung von Laubhölzern, die er als „zukunftsweisend und gut investiertes Geld“ bezeichnete.
Verkauf von Holz wurde auf 2025 geschoben
Eine Besonderheit des Jahres sei außerdem ein Wertholzstamm aus dem Allmendwald gewesen, der für 710 Euro je Festmeter verkauft wurde. „Das ist ein Sensationspreis – der beste, den wir je im Kommunalwald erzielt haben“, so Lücking. Zusätzliche Projekte wie die Pflege der Ökokontofläche am Farnbergfelsen oder die Sanierung eines Maschinenwegs stärken die nachhaltige Waldentwicklung, berichtet der Revierleiter.
Ein lokales Sturmereignis führte zu einer ungewöhnlichen Menge Sturmholz, das aber ohne gravierende Schäden bewältigt werden konnte. „Es war kein großes Sturmereignis, aber lokal hatte es eine große Wirkung“, sagte Lücking. Die Forstbetriebsgemeinschaft bot außerdem eine gut besuchte Schulung zum Umgang mit Sturmholz an, wie Lücking berichtet.
Bisher besten Preis im Kommunalwald erzielt
Auch der vorläufige Vollzug 2025 bestätigt die stabile Entwicklung. Der Einschlag liegt über Plan, Pflegemaßnahmen wurden zu großen Teilen umgesetzt. „Wir hatten den Anbau von 50 Roteichen geplant, nun sind es aber 50 Vogelkirschen geworden“, erklärt Lücking. Diese Baumart sollte man im Blick behalten, was in dem gewählten Bereich direkt am Wegrand sehr gut möglich sei, so der Revierleiter.
Mit dem Bewirtschaftungsplan 2026 setzt die Gemeinde ihren langfristigen Kurs fort. Im Mittelpunkt stehen die Pflege junger Bestände, die Sicherung von Kulturen sowie der strukturreiche Umbau des Waldes, um ihn widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen, erklärte Herz.
Aufbau stabiler Mischbestände gewinnt an Bedeutung
Er machte deutlich, dass trotz der guten Lage die Herausforderungen wachsen: „Waldschutz wird uns im Klimawandel immer begleiten – wir machen das mit Maß und Ziel.“ Trockenjahre werden häufiger, und der Aufbau stabiler Mischbestände gewinne weiter an Bedeutung.
Auch wirtschaftlich zeichnet sich für das kommende Jahr ein solides Ergebnis ab. Die Prognose sieht einen positives Betriebsergebnis von rund 35 800 Euro für den Gutacher Gemeindewald vor.
Stimmen der Gemeinderäte und des Bürgermeisters
Auch die Gemeinderäte zeigten sich sehr zufrieden. Jürgen Wälde (FWV) erklärte: „Gute Zahlen – was will man mehr? Das ist ein Zweig, der der Gemeinde auch Geld bringt und nicht nur kostet.“ Karla Wöhrle (CDU) ergänzte: „Ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Es sieht ja sehr positiv aus.“ Bürgermeister Siegfried Eckert hob die Bedeutung der Forstwirtschaft hervor: „Forst und Landwirtschaft sind wichtige Standbeine Gutachs. Und was mich immens freut: dass es auch den Forstwirten jetzt besser geht.“ Zudem sprach er sich für eine Waldbegehung des Gemeinderats im Frühjahr aus, um die Arbeit der Forstverwaltung noch besser nachvollziehen zu können. „Die Bilanz ist sensationell“, resümierte er. „Ich freue mich auch für die Waldbesitzer.“