Alljährlich wird der Narrenbaum auf dem Muslenplatz nach den Hohen Tagen gefällt – im vergangenen Jahr ließen es sich die Tännlelupferinnen Beate Mühlbacher und Petra Maier nicht nehmen, es selbst zu machen. Zuvor hatten die Tännlelupferinnen den Baum ersteigert. Foto: Jochen Schwillo

Für die Tännlelupfer ist nicht nur das Stellen, sondern auch das Versteigern des Narrenbaums stets ein Höhepunkt der Schwenninger Fasnet – in diesem Jahr ganz besonders.

„Zum Ersten, zum Zweiten, und...zum Dritten!“: Es ist stets der letzte Akt einer jeden Fasnet, wenn die Tännlelupfer am Wochenende nach den Hohen Tagen noch einmal auf dem Muslenplatz zusammenkommen, um vor den Augen zahlreicher Gäste den Narrenbaum unter den Hammer zu bringen und anschließend zu fällen.

 

Genau eine Woche hat die 25 bis 30 Meter hohe Tanne oder Fichte dann auf dem Muslenplatz gestanden, nachdem sie als ein Höhepunkt der Hohen Tage in Schwenningen am Fasnetsamstag, kurz vor dem traditionellen Hanselsprung, aufgestellt worden ist. Vergleicht Uwe Mühlbacher, Obertännlelupfer der Untergruppe der Narrenzunft Schwenningen, beide Narrenbaum-Events, dann ist das Stellen mit zusätzlicher Anspannung und Verantwortung verbunden, während beim Fällen für ihn eindeutig der Spaß überwiegt, erzählt er.

Ein neuer Rekord

„Und wenn beim Versteigern auch etwas bei herumkommt, macht das Ganze noch mehr Laune“, fügt Mühlbacher hinzu – etwa mit Blick auf das vergangene Jahr. Das war für die 40 Mann starken Tännlelupfer schon allein wegen des 25-jährigen Bestehens ein außergewöhnliches. In dieser Manier sollte sich auch die Versteigerung gestalten, die nicht nur sehr gut besucht war und unter anderem durch den Auftritt des Fanfarenzugs ordentlich für Stimmung gesorgt hat, sondern auch durch das in Zahlen gemessene Ergebnis: Ganze 3500 Euro sind beim Versteigern herumgekommen.

Ein Riesen-Spektakel

Eine Rekordsumme, die Ansporn für die Tännlelupfer ist, auch in diesem Jahr wieder ein erfolgreiches Bieter-Spektakel zu zeigen. Versteigert wird der Baum samt Schild stets nach amerikanischer Art in Zwei-Euro-Schritten. Zwischendurch sorgt Uwe Mühlbacher mit Team in seiner Rolle als Auktionator auf dem Podest für die eine oder andere Belustigung – etwa, dass bei jeder gebotenen Schnapszahl ein Schnaps ausgegeben wird.

Und auch der Fanfarenzug wird in diesem Jahr wieder spielen, um dem regelrechten Versteigerungsmarathon, der in der Regel bis zu anderthalb Stunden dauert, den passenden aufgelockerten Rahmen zu verleihen.

Ein Anziehungspunkt

Ein zusätzlicher Anziehungspunkt werden diesmal aber auch die Tombolapreise sein, die im Anschluss ans Fällen verlost werden, da ist sich der Obertännlelupfer sicher. Und er verrät: Den Besuchern beziehungsweise Mitbietenden, die sich ein und oder mehrere Lose sichern, winken ganze 47 Preise im Gesamtwert von rund 1650 Euro. „Soviel hatten wir noch nie“, freut sich Mühlbacher über die große Spendenbereitschaft hiesiger Unternehmen, Geschäfte oder Gastronomien.

Der Hauptpreis

Angetan ist er vor allem über den Hauptpreis, der im Übrigen stets zuerst gezogen wird und, so hofft er, nochmals mehr Schau- und Bietlustige anlocken wird: zwei VIP-Tickets für die Eishockeypartie der Schwenninger Wild Wings gegen die Augsburger Panther in der Fürstenberg Lounge der Helios-Arena am 8. März im Wert von 480 Euro, für die sich die Brauerei spendabel gezeigt hat.

Freuen sich schon jetzt auf die diesjährige Narrenbaumversteigerung der Schwenninger Narrenzunft: (von links) Obertännlelupfer Uwe Mühlbacher sowie Zunftschreiber Sascha Stanzel. Foto: Mareike Kratt

Doch bei der Versteigerung geht es um weit mehr als um das Wettbieten, das Baumfällen und die Preisverlosung: Denn der Erlös kommt jedes Mal einem guten Zweck beziehungsweise einer gemeinnützigen Organisation zugute. War es im vergangenen Jahr der Fanfarenzug, der sich dadurch neue Landsknechtuniformen zulegen konnte, soll diesmal in die Nachwuchsarbeit der Narrenzunft investiert werden.

Der gute Zweck

„Der Brauchtumsausschuss hat dafür viel vor, um die Arbeit im Verein zu etablieren“, schaut derweil Zunftschreiber Sascha Stanzel voraus. In den vergangenen Jahren sei diesbezüglich schon einiges geleistet worden, sagt er unter anderem mit Blick auf das Schwenninger Dutzend, die Nachwuchsgruppe der Narrenzunft, die mit 18 Jugendlichen gestartet ist und nun 40 junge engagierte Zunftmitglieder umfasst.

Künftig soll der Fokus aber noch mehr auf den Nachwuchs gelegt werden, schließlich seien die Kinder diejenigen, die die Zukunft der Zunft ausmachten. Das Ziel: Die Leidenschaft und den Funken auf sie überspringen zu lassen. „Wir müssen das Feuer entfachen, warum wir Fasnet machen“, erklärt Uwe Mühlbacher – und das idealerweise unabhängig von den Eltern.

Die Zukunftspläne

Für die Schwenninger Kindergärten gibt es bereits eine Fasnetkiste zum Ausprobieren, die um einen erklärenden Ordner ergänzt werden soll, ebenso ist ein Kinderfastnetsbuch geplant. Zudem sollen regelmäßig stattfindende Veranstaltungen die jungen Narren im Verein halten, so Sascha Stanzel.

Umso wichtiger ist dem Obertännlelupfer Mühlbacher also, dass der diesjährige Erlös für den versteigerten Narrenbaum wieder hoch ausfällt. Am Verkauf der aufwendig gestalteten Lose wird es auf jeden Fall nicht scheitern – 400 Stück werden auf dem Muslenplatz bereitliegen.

Die Narrenbaumversteigerung 2026

Der Termin
Die diesjährige Narrenbaumversteigerung mit anschließender Tombola findet am Samstag, 21. Februar, um 14.30 Uhr auf dem Muslenplatz statt.