Mit seinem 69. Bundesliga-Tor für den SC Freiburg hat Vincenzo Grifo seinem früheren Teamkollegen eingeholt – und auch der nächste Clubrekord könnte schon bald fallen.
Bei Nils Petersen, Rekord-Joker der Bundesliga, dürfte dieser Tage eine Nachricht seines ehemaligen Teamkollegen Vincenzo Grifo auf dem Handy aufploppen. Denn mit seinem 69. Bundesliga-Tor ist der 32-jährige Italiener am Sonntagabend mit dem bisherigen Rekordhalter gleichgezogen.
„Da werde ich ihm nachher erstmal schön schreiben, dass ich das schon mal geschafft habe“, sagte Grifo nach dem überzeugenden 4:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 – und schickte scherzhaft gleich noch ein Kampfansage an seinen früheren Mitspieler. Denn wettbewerbsübergreifend ist Petersen, der mittlerweile als TV-Experte arbeitet und in der Kreisliga B für die Sportfreunde Oberried kickt, noch vier Tore vor Grifo, der am Sonntag sein 101. Tor für den Sport-Club erzielte. „Da kann er sich schon einmal warm anziehen“, sagte er lachend.
Mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 ebnete der Topscorer der Breisgauer früh den Weg in Richtung Heimsieg, der in der Folge nicht mehr in Gefahr geriet. Das lag an einer bis zum Ende starken Freiburger Leistung und völlig indisponierten Gästen aus Mainz, die wohl auch ohne die Rote Karte für Paul Nebel (28.) am Ende gegen den SC nichts geholt hätten.
Manzambis Doppelpack wird vom VAR einkassiert
„Man hat gemerkt, dass Feuer drin ist, dass Power drin ist – es war herausragend“, lobte Grifo die gesamte Mannschaft. Neben dem erfahrenen Topscorer stach auch Youngster Johan Manzambi heraus – wieder einmal. „Die ganze Mannschaft hat gut gespielt“, wollte der Torschütze zum 3:0, dessen Doppelpack in der Schlussphase vom VAR einkassiert wurde, die Lorbeeren jedoch nicht alleine einstreichen.
Und ohnehin: Allzu lange wollte am Sonntagabend keiner der Freiburger Akteure den Sieg feiern. Das lag nicht nur an der späten Uhrzeit (Spielbeginn 19.30 Uhr), sondern vor allem daran, dass der „Dreier“ gegen Mainz nur ein erstes Etappenziel war. Denn die Freiburger, die noch in drei Wettbewerben vertreten sind, sind bereits am Mittwochabend (18 Uhr) im DFB-Pokal gegen Darmstadt wieder gefordert.
Im DFB-Pokal-Achtelfinale sind die Freiburger der Favorit
Gegen den Zweitligisten sind die Breisgauer vor heimischem Publikum klarer Favorit auf den Einzug ins Viertelfinale. Und auch das ist nur ein Zwischenschritt – zumindest wenn es nach dem ehrgeizigen Manzambi geht. „Natürlich hoffe ich, dass wir nach Berlin fahren können“, sagte der Schweizer, der gegen Mainz auf der Doppelsechs neben Maximilian Eggestein spielte und sich von dort immer wieder offensiv einschaltete.
So auch bei seinem Tor zum 3:0, das er mit einem Dribbling selbst einleitete. Nach Doppelpass mit Yuito Suzuki vollendete Manzambi dann links unten ins Eck. „Ich weiß, dass der Ball zurückkommt, wenn ich zu ihm passe“, schwärmte der 20-Jährige von dem Zusammenspiel mit dem Neuzugang. „Im Nachgang muss man sagen, dass die ersten Spiele für ihn sehr lehrreich waren und er weiß jetzt, was wir von ihm verlangen“, lobte Trainer Julian Schuster den Japaner, dem in den vergangenen drei Bundesligaspielen drei Scorer (zwei Tore, ein Assist) gelangen.
Trainerteam braucht viel Zeit für Personalentscheidungen
Nicht nur Suzuki macht Schuster so die Arbeit schwer. Denn weit mehr als elf Spieler haben beim SC Freiburg derzeit berechtigte Ansprüche auf die Startelf, Spiel für Spiel muss der Coach schwere Entscheidungen treffen. „Das ist echt ein Punkt, der uns als Trainerteam derzeit viel Zeit kostet“, sagte Schuster am Sonntagabend. Allzu viel davon hat er jedoch in den kommenden Wochen vor Weihnachten nicht. Bereits am Mittwoch beginnt für den SC Freiburg die zweite von drei englischen Wochen hintereinander.