Nach dem Rücktritt von Reiner Haseloff ist Winfried Kretschmann ganz oben auf einer Liste gerückt. Eine ähnliche Tabelle führt auch der Torwart von Bayern München an.
Vermutlich muss man schon ein paar Wahlen erlebt haben, und es dürfte auch kein Fehler sein aus dem Saarland zu kommen, um mit dem Namen Franz-Josef Röder etwas anfangen zu können. Röder war bis 1979 Ministerpräsident an der Saar, fast 20 Jahre lang, und damit nur etwas kürzer im Amt als Peter Altmeier in Rheinland-Pfalz. Dieser Name mag einigen bekannt vorkommen, aber Achtung: der Peter Altmeier, der 21 Jahre lang in Mainz regierte, ist nicht mit jenem Peter Altmaier zu verwechseln, der an der Seite von Angela Merkel die Politik mitbestimmte.
Haseloff-Rücktritt hat Konsequenzen
Verglichen mit diesen Heroen der Landespolitik ist Winfried Kretschmann zwar mit bescheidenen 15 Amtsjahren gesegnet, seit Dienstag hat er aber einen anderen Titel: Kretschmann ist nun der dienstälteste amtierende Ministerpräsident. Sein sachsen-anhaltinischer Kollege Reiner Haseloff hat seinen Stuhl geräumt, um dem Wunschnachfolger bessere Wahlchancen einzuräumen. Der CDU-Mann Haseloff hatte 23 Tage länger als Kretschmann an der Landesspitze gestanden.
Keine Chance auf die absolute Spitzenposition
Kretschmann ist damit so etwas wie der Manuel Neuer der Landespolitik. Neuer, gefühlt seit Jahrzehnten Torwart beim FC Bayern München, ist derzeit der Bundesligaspieler mit den meisten Einsätzen. Zumindest im Kreis derjenigen, die noch auf dem Platz stehen. Um den ewigen Rekordhalter Karl-Heinz Körbel aus Frankfurt zu überholen, müsste Neuer noch mindestens zwei Jahre verletzungsfrei weiterkicken. Nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Völlig unmöglich ist es hingegen, dass Winfried Kretschmann den Spitzenreiter der Ministerpräsidententabelle beerben wird. Das ist Bernhard Vogel mit mehr als 23 Regierungsjahren – und das auch noch in zwei Bundesländern: Rheinland-Pfalz und Thüringen.