Hannah Schedler, Reiterin Luisa Winderlich und das Pony Cookie. Foto: Winderlich

Beim großen festlichen Zug durch die Stadt sind Mensch und Tier gleichermaßen nicht frei von Nervosität, wie Hannah Schedler im Selbstversuch erfahren hat.

Mein Pferd tänzelt unruhig, während die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Überall hört man das Klirren von Zaumzeug und fröhliches Lachen – die ganze Stadt ist in festlicher Stimmung.

 

Gleich beginnt der traditionelle Festumzug zum Reitturnier CHI. Nach einigen Jahren Pause kehrt er zurück. Pünktlich zum 70-jährigen Bestehen. Dieses besondere Ereignis zieht zahlreiche Teilnehmer und Besucher in die Stadt. Auch ich darf Teil dieses Umzugs sein.

Bereits am Mittag herrscht aufgeregte Betriebsamkeit am Sickenbühl, der Reitanlage des Reit- und Fahrvereins Donaueschingen. Die Pferde werden gestriegelt, gewaschen und kunstvoll geflochten. Alles muss perfekt sitzen, schließlich soll der Umzug ein besonderes Erlebnis werden.

Hommage an die Helfer

Nach der Vorbereitung geht es für uns, teils auf dem Pferd, teils im Anhänger, zu den Polokoppeln, dem Startpunkt des Umzugs. Ich laufe mit dem Reitverein Donaueschingen, der seinen Auftritt als Hommage an die Helfer und Sponsoren versteht. Ohne diese Menschen, die oft im Hintergrund wirken, wäre ein Turnier dieser Größenordnung nicht möglich. Die Läufer repräsentieren etwa auch Helfer in der Gastronomie, Hostessen, Schleifenträger oder Schulpferde. Und ich? Natürlich als Reitsport-Reporterin.

Ein besonderer Höhepunkt ist für mich das fünfjährige Shetlandpony Cookie, das ich an der Hand führe. Cookie ist ein Publikumsliebling, besonders bei den Kindern. Cookie ist ein gechecktes Pony. Trotz seiner jungen fünf Jahre zeigt Cookie schon eine bemerkenswerte Gelassenheit, was bei Umzügen und anderen aufregenden Anlässen von Vorteil ist. Sein Charakter zeichnet sich durch Geduld und Ruhe aus.

20 Teilnehmer und elf Pferde

Unsere Gruppe, bestehend aus 20 Teilnehmern und elf Pferden, zieht die Aufmerksamkeit vieler Zuschauer auf sich. Anfangs ist die Nervosität deutlich zu spüren – sowohl bei den Pferden als auch bei uns Menschen. Die Geräusche der Stadt, das große Publikum und die allgemeine Aufregung machen es nicht einfacher. Doch nach den ersten Metern löst sich die Anspannung.

Es wird gejubelt

Die Stadt ist belebt, und das Publikum zeigt sich von seiner besten Seite: Es wird geklatscht, gejubelt und mitgefiebert. Besonders die Kinder freuen sich über die niedlichen Ponys wie Cookie und seinen Freund Kulti, die zusammen zwei junge Reitschülerinnen tragen. Tamara Benz, Jugendwartin des Vereins, betont, wie wichtig es sei, den jungen Reitschülern zu zeigen, dass der Umgang mit Pferden mehr ist als nur das Reiten – es geht um Verantwortung, Vertrauen und die Verbindung zum Tier: „Für uns sind die Pferde ein Teil der Familie.“ Während einige Pferde die Aufregung spürbar mitnehmen, bleibt Cookie gelassen und brav – eine wertvolle Eigenschaft bei einem Umzug dieser Größe. Ein kleines Pony mit Nerven. Bessere Nerven als die meisten Großpferde.