Den dritten deutschen Sieg beim Longines CHI Classics Basel in der St. Jakobshalle sichert sich am Freitag Isabell Werth, die weltweit erfolgreichste Dressurreiterin.
Die achtfache Olympiasiegerin holte sich zum Auftakt des Dressur-Weltcups in Basel mit Wendy de Fontaine und 78,674 Punkten erwartungsgemäß den ersten Platz. Über den Turnierstart zeigte sich Werth erfreut: „Basel ist einfach wunderbar, es ist einfach ein tolles Turnier. Jetzt müssen wir den Wind beim Abreitzelt noch ein bisschen abstellen, das wird Herr Straumann aber sicher hinkriegen.“
Schweizer jubeln über den zweiten Platz
Der Freitag war zweifelsohne ein starker Turniertag aus weiblicher Sicht: Alle drei Preise gingen an Reiterinnen, zwei davon waren Premierensiege. Neben dem ersten Grand Prix- Erfolg von Kim Emmen feierte auch die Schweizerin Barbara Schnieper einen Heimsieg, während die einheimische Charlotta Rogerson im Dressur Grand Prix mit Rang zwei glänzte.
Der Longines-Grand Prix über 1.60 Meter ging an Kim Emmen. Die Niederländerin sicherte sich damit ihren ersten Grand Prix-Erfolg überhaupt. „Ich bin natürlich sehr glücklich – mein erster Grand Prix- Sieg, das ist etwas ganz Besonderes», sagte Emmen nach ihrem Erfolg. Damit endete der zweite Turniertag in Basel mit drei Siegen von Reiterinnen.Bester Schweizer war Steve Guerdat, der sich mit Lancelotta auf Rang neun klassierte. Martin Fuchs belegte mit L&L Lorde Platz 14 und zeigte sich optimistisch hinsichtlich der Entwicklung: „Ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten, die wir gemeinsam machen. Es fehlt nicht mehr viel, dann kommen auch die Resultate, die wir uns wünschen.“
Die Deutschen Starter spielten keine Rolle beim Longines-Grand Prix. Auch für Hansi Dreher lief’s nicht rund. Er leistete sich auf Elysium zwei Abwürfe, konnte nicht in die Entscheidung eingreifen.
Groß war die Freude im Schweizer Lager über den großen Erfolg von Charlotta „Kiki“ Rogerson. Sie sicherte sich auf ihrem 14-jährigen Niederländerwallach Bonheur De La Vie im Grand Prix den zweiten Platz. Besonders die Passage sowie die Einer- und Zweierwechsel überzeugten das Richtergremium, das dann 72,630 Prozentpunkte vergab.
Zum Schluss musste Richard Vogel am späten Donnerstagabend als Zuschauer in der „Kiss & Cry Zone“ in Basel noch einmal richtig zittern: Und Julian Epaillard hätte der Nummer sechs der FEI-Weltrangliste auch beinahe den Sieg im Hauptspringen des Tages mit Hindernissen von einer Höhe bis zu 1,50 Meter vor der Nase weggeschnappt.
Schneller waren der Franzose und Easy up de Grandry (v. Jarnac) mit 59,02 Sekunden. Zum Glück für Vogel blieb das Paar nicht fehlerfrei, sondern kam mit acht Strafpunkten aus dem Parcours.
So sicherte sich der Deutsche im Sattel von Phenyo van het Keysersbos nach dem Triumph im Eröffnungsspringen in der Schweiz auch den Preis des Grand Hotel Les Trois Rois Basel.
Mit über drei Sekunden Vorsprung und einer Zeit von 59,33 Sekunden hatte er den bis dahin führenden Franzosen Kevin Staut mit Feline de Hus HDC auf Platz zwei verdrängt. Das Paar hatte 62,60 Sekunden für den Parcours benötigt. Platz drei auf dem Podium am Donnerstagabend ging an den Dänen Andreas Schou mit Billy Matador vor Anthony Bourquard im Sattel von Festival Semilly. Platz fünf holten Yuri Mansur und sein nun 18-Jähriger Vitiki.
In den Spring-Konkurrenzen hatte es bis dahin beim CHI Classics Basel nur deutsche und Schweizer Siege gegeben. So triumphierte am Freitagnachmittag im Preis des Thermoplans, einem Zeitspringen mit Hindernissen bis zu einer Höhe von 1,45 Metern, die Schweizerin Barbara Schnieper auf ihrer 16-jährigen Schweizer Stute Saphir von der Rossi.
Dreher im ersten Springen am Freitag Vierter
Aber auch die deutschen Starter wussten zu überzeugen. Allen voran Hansi Dreher. Der Eimeldinger legte auf dem neunjährigen Wallach Harley de la Cense bei seinem fehlerfreien Ritt in 63,43 Sekunden die Bestzeit vor. In der Folge waren dann Schnieper und der Franzose Marc Dilasser mit Chamann Has schneller. Vor dem zweitletzten Starter war Dreher noch Dritter. Doch dann verwies ihn der Japaner Eiken Sato auf seiner Holsteiner Stute Milva RB in 63,17 Sekunden noch vorm Podest. Hinter Dreher waren mit Pia Reich als Fünfte, Richard Vogel als Zehnter und Marco Kutscher als Zwölfter weitere Deutsche klassiert. Diese Ergebnisse können sich aus nationaler Sicht wahrlich sehen lassen.