Bei der Verabschiedung waren auch viele Reitschüler von Rainer Friederichs (blaues Hemd), links daneben seine Frau Anne und die beiden Vorstände des Reitvereins, Rainer Löffler (links) und rechts daneben Siggi Schäfer. Foto: Löffler

Etliche haben bei Rainer Friederichs das Reiten gelernt. Der 67-Jährige ist beim Reitverein Nordstetten-Horb verabschiedet worden. Doch der Epfendorfer kann nicht komplett aufhören.

Für Rainer Friederichs war es am Wochenende kein so richtiger Abschied. Im Rahmen des Springturniers auf dem Nordstetter Hirschhof war der 67-Jährige aus Harthausen bei Epfendorf verabschiedet worden. Mehr als zehn Jahre war er in Nordstetten Reitlehrer, insgesamt blickt er auf 45 Jahre in diesem Beruf zurück.

 

Trotzdem will der Rentner noch keinen Schlussstrich ziehen. „Die Faszination ist noch zu groß. Und die Arbeit hält jung“, sagt er. So war klar, dass er auch weiterhin immer aushelfen würde. „Es war sehr angenehm, bei der Verabschiedung waren auch viele Schüler und ehemalige dabei“, sagt Friederichs.

Sohn ist Springreiter

Der Harthausener wird auch als Parcourschef für die zwei Turniere auf dem Hirschhof im Jahr weitermachen. Und nicht nur dort. 25 Jahre baut er bereits die Parcours für das Springreiten und kommt in ganz Baden-Württemberg rum. So ist er auch in Donaueschingen und bei den German Masters dabei. Selbst hat Friederichs früher auch Turniere geritten. Sein Sohn Marcel Friedrichs ist ebenfalls Springreiter.

Besonders fasziniert hat ihn an seinem Beruf immer die Vielseitigkeit. „Neue Leute, Vereine und Anlagen. Und natürlich die Arbeit mit Kindern – an der Basis. Das Rundumpaket ist das Schöne.“

Im elterlichen Betrieb

Dazugekommen ist er durch die Landwirtschaft seiner Eltern in Harthausen. „Erst kamen die Pferde, dann die Reithalle und der Verein“, erzählt Friederichs. Seine Ausbildung machte er in Tübingen. Danach arbeitete er im elterlichen Betrieb. Als dort die Arbeit eingestellt wurde, machte er sich selbstständig.

Über die 45 Jahre hat er einige Veränderungen im Reitsport beobachtet. „Die Zucht hat sich verändert. Früher waren Pferde Arbeitstiere. Außerdem ist der Sport vielseitiger geworden. Neben Springen und Dressur gibt es nun auch Westernreiten“, sagt Friederichs. Besonders wichtig und positiv sieht er den Wandel in Sachen Tierwohl. „Da wurde nicht immer so darauf geachtet. Es ist inzwischen viel besser. Das unterstütze ich auch sehr.“

Traumberuf

Und würde er sich wieder für den Job als Reitlehrer entscheiden. „Es ist mein Traumberuf. Ich würde alles wieder so machen. Es hat mir immer viel Spaß gemacht“, so das Fazit von Rainer Friederichs.