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Reiten Sprunggewaltig zum Sieg in Nordstetten

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Ausnahmereiter auf Ausnahmepferd: Peter Hertkorn und Canturia springen zum Sieg. Foto: Wagner

Es gibt sie, diese Geschichten, die nur das Leben schreiben. Eine davon spielte sich am Sonntag vor den Augen einiger hundert Zuschauer auf dem Hirschhof in Nordstetten ab.

Es war die letzte der vielen Springprüfungen, die im Rahmen des dreitägigen Großen Reitturniers vom RV Nordstetten-Horb ausgetragen wurde, und es war mit die wichtigste. 20 Starts gingen ab 15.30 Uhr in den Parcours der Pferdespringprüfung S mit anschließendem Stechen. Fast dachte man, man könne das Wort "Stechen" streichen. "Wenn das so weiter geht glaube ich kaum, dass es dazu kommt", sagte eine Zuschauerin, die das Geschehen genau im Blick hatte.

Bis dahin schien eigentlich alles angerichtet für ein packendes Duell der teilnehmenden Reiter. Ausrichter und Hirschhofbesitzer Stefan Hirsch kann sich nicht beschweren, als die Hindernisse für das große Finale regelkonform platziert werden. Sein Blick schweift über die Anlage, geht kurz Richtung Himmel, "bestes Wetter, alles gut", mit dem Arm zeichnet er den Laufweg in die Luft, die die Reiter gleich zu nehmen haben werden.

"Es sind elf Hindernisse mit 13 Sprüngen", sagt Hirsch. Zwei Kombinationssprünge sind dabei. Höhe? Bis 1,45 Meter. Besondere Brisanz: "Es ist eine verdammt schnelle Runde, die Reiter haben kaum Verschnaufpause, jede Unkonzentriertheit kann einen Fehler verursachen", sagt Hirsch. Und jeder Fehler bedeutet das vorzeitige Ausscheiden aus dem Turnier. "Von dieser abknickenden Distanz aus in die Kombination, dort, das blaue Hindernis, zwischen Sprung vier und fünf, das könnte die Reiter besonders fordern", schiebt er noch hinterher und geht ein letztes Mal den Parcours prüfen.

Den Anfang über die 450 Meter lange Strecke macht dann Eva-Maria Lühr auf der neunjährigen Quinja. Man kennt sich bestens und die Reiterein aus Pfalzgrafenweiler kommt mit einer guten Zeit von 69,65 Sekunden durchs Ziel. Bitterer Beigeschmack aber, acht Fehlerpunkte, zwei Stangen sind während des Ritts gefallen. Auch dem darauf folgenden Marc Poppel ergeht es nicht besser, scheidet aus der Prüfung aus. Und bei Vereinsmitglied Peter Hertkorn läuft es nicht minder bitter. Sein Pferd Quinten verweigert an Hindernis vier, Hertkorn hebt es aus dem Sattel, aber es ist nichts passiert an ebenjener Doppelkombination, vor der doch Hirsch noch gewarnt hat. Unter Applaus verlässt Hertkorn das Gelände. Und er wird ja wiederkommen, nach einer kurzen Pause, mit Canturia, die, das weiß man, wer seine Historie verfolgt, kennen sich bestens.

Nur drei Reiter schaffen es bis ins Stechen

Bis zum Stechen nimmt das Ausscheiden seinen weiteren Gang. Nach Hertkorn sind es Mohamad Mogheet Alshehab, dann Jörg Widmaier mit seinem ersten Pferd gefolgt von Timo Bitzer, Ferdinand Talmon und Claudia Vasall, die mittels Korrektursprung anzeigt, dass es das vorzeitige Aus ist. Auch Marcel Friederichs, der schon so oft in Nordstetten teilgenommen hat, blickt nach jedem Sprung kritisch nach hinten, ob Pferd Lancelot nun bloß nicht auch noch reißt –­ aber es doch tut.

Und dann ist da noch der plötzlich aufkommende Wind, der die Bäumchen, die die Hindernisse schmücken, umkippen lässt. In dem Moment schickt sich gerade Maximilian Riedlinger an, Fahrt aufzunehmen. Doch auch sein Pferd verweigert, auf dem Hosenboden landet Riedlinger, bleibt aber zum Glück auch unversehrt.

Es ist die 14. Starterin, Verena-Annabell Hartmaier, die als Erste einen fehlerfreien Lauf verzeichnen kann, zwei Sekunden unter der vorgegebenen Zeit bleibt sie. Plötzlich scheint es zu gehen, nach einer kurzen Unterbrechung gesellen sich Peter Hertkorn auf Canturia (69, 37 Sekunden) und Jörg Widmaier (71,57 Sekunden) zum Stechen hinzu.

Und in diesem wartet Hertkorn mit seinem ganzen Können auf. Ob es die gewohnte Umgebung ist, das Pferd Canturia, mit dem er so harmoniert, oder das Goldene Reitabzeichen, das ihm am Tag zuvor überreicht worden war; dabei hatte er doch noch lange und ausgiebig gefeiert. Hertkorn ist es egal, geht volles Tempo und vielleicht auch Risiko, macht aber keinen Fehler, die Uhr stoppt nach 31,57 Sekunden, schneller als die Konkurrenz. Er tat alles dafür, dass es sein Wochenende werden würde –­ und das wurde es.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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