Auf internationale Auftritte für ihr Heimatland Estland mit ihrem Pferd Mercedes Dream AK arbeitet Sophie Luisa Aland gemeinsam mit Trainer Andreas Brünz in Salzstetten hin. Foto: Maier Foto: Schwarzwälder Bote

Reitsport: 13-jährige Estin Sophia Luisa Aland vom RSC Salzstetten baden-württembergische Vizemeisterin

Im Reitsport ist beim RSC Salzstetten ein neuer Stern aufgegangen: Die 13-jährige Sophia Luisa Aland wurde Vizemeisterin von Baden-Württemberg im Springen bei den Children. Die gebürtige Estländerin avanciert damit zum neuen Nachwuchs-Aushängeschild im Reitstall Brünz in Salzstetten.

Ihr Trainer Andreas Brünz als Vater des Erfolgs hält große Stücke auf die junge Amazone, die erst seit Frühjahr 2018 auf der Profi-Reitanlage Brünz zu Hause ist: "Sie hat wirklich Talent. Ich bin mir sicher, dass sie spätestens als Erwachsene im estländischen Team erfolgreich sein wird.“"

Vor großer Zuschauerkulisse schaffte die sympathische Reiterin bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Schutterwald/Baden den Sprung aufs Podest. Sie siegte dabei in der dritten Wertungsprüfung der Children Klasse M* mit Stechen durch ihren Doppel-Null-Ritt und wurde im Gesamtklassement mit der Silbermedaille ausgezeichnet. "Das war ganz toll", schwärmt die junge Reitsportlerin. Zuvor sicherte sie sich in Schutterwald mit gleichfalls null Fehlern den dritten Platz im M*-Springen tags zuvor und erreichte im L-Springen den vierten Rang. "Da war sie noch etwas nervös", meinte ihr Coach.

Zwangspause nach Schulterverletzung

Nach ihrer Schulterverletzung durch einen Reitunfall war Schutterwald nach einer Zwangspause wieder ihr erstes Turnier. Für die Landesmeisterschaften hatte sie ihr Erfolgspferd, die elfjährige braun-schwarze württembergische Stute Mercedes Dream AK gesattelt. Mit dem gleichen Pferd gewann sie 2017 ihr erstes Turnier in Baden-Württemberg in Villingendorf, ein M-Springen, und danach ein Hallenturnier in Boll.

Aland verfügt noch über zwei weitere Springpferde, so den vielversprechenden zwölfjährigen Hengst Lord Fronhof AK aus württembergischer Zucht von Georg Fässler, Fronreute, und zuletzt im Besitz von Andreas Kraft, Horgenzell. Als die Estin zuvor ein Jahr lang in Schleswig-Holstein lebte, gewann sie dort mehrere L- und M-Turniere.

Durch die Pippi Langstrumpf-Geschichten hat sie Feuer für Pferde gefangen. Sie erinnert sich an frühere Jahre ihrer Kindheit: "Ich wollte so stark sein wie Pippi Langstrumpf. Und so habe ich mich für Pferde entschieden." Im Alter von neun Jahren saß sie erstmals im Sattel eines Vierbeiners. "Wegen der Pferde bin ich mit meiner Mutter vor zwei Jahren nach Deutschland gezogen", erzählt die 13-Jährige. In Estland, wo sie in der Region Tartu lebte, hatte sie keinen passenden Springsport-Trainer gefunden. Ihre Eltern Ida und Aivar Aland fördern die Springreiter-Karriere ihrer Tochter nach Kräften. Ihr Vater arbeitet als Immobilienmakler. Ihre drei älteren Brüder wurden dagegen nicht vom Pferde-Virus infiziert.

Klar definiert die Sechstklässlerin des Gymnasiums Oberndorf/Neckar mit den Lieblingsfächern Sport und Kunst ihr sportliches Ziel: "Ich will für Estland bei europäischen Meisterschaften reiten." Ihr Trainer Andreas Brünz zeigt sich optimistisch: "In dem kleinen Land Estland mit 1,3 Millionen Einwohnern hat sie mehr Chancen als in Deutschland auf internationale Auftritte."

Mit ihrer Mutter lebt sie derzeit noch in Oberndorf, möchte aber bald in der Gemeinde Waldachtal wohnen, weil sie hier ständig bei Profi-Springreiter Andreas Brünz in Salzstetten trainiert. Auf seiner Reitanlage war sie einmal zum Trainieren und fühlt sich seither heimisch. "Sie ist eine sehr leicht zu trainierende junge Dame", verrät Brünz. "Sie setzt ganz schnell etwas um und sie hat sehr viel Gefühl." Gefühl und Feeling im Parcours habe man oder nicht, meint der Profi-Reiter. Er attestierte der 13-jährigen Rhythmus-Gefühl und eine gute Feinabstimmung mit ihrem vielversprechenden Springpferd Mercedes Dream AK.

Da sie nur über den Pass von Estland verfügt und für ihr Heimatland reitet, darf sie aktuell Turniere nur bis auf die Ebene der baden-württembergischen Meisterschaften bestreiten. Erkundigen möchten sich die Protagonisten noch, ob eine doppelte Staatsbürgerschaft sportlich mehr Möglichkeiten eröffnen würde. Wenn alles glatt läuft, wird von der talentierten Springreiterin noch zu hören sein. Jedenfalls: "Ich will immer siegen. Ich habe keine Angst. Ich gehe immer volles Risiko." Und ihr Trainer Andreas Brünz weiß aus eigener S-Springen-Erfahrung: "Siegen macht süchtig!"

Hoch motiviert für nächstes Reitturnier in Heiligenbronn

Für das anstehende große Reitturnier in Heiligenbronn vom 22. bis 26. August hat sie für Springprüfungen der Klasse L und M* gemeldet. "Auch da möchte ich erfolgreich sein", gibt sich die junge Amazone fokussiert. Das Sommerturnier in Heiligenbronn kennt sie bisher nur als Zuschauerin.

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