Sandra Theves (rechts) betreut Daniela Heinzmann als Coach mit Free Dressage bei ihrer Stute Lulu. Ziel ist es, ein absolutes Verlasspferd zu bekommen. Foto: Strohmeier

Sandra Theves arbeitet als Horse-Assistent-Coach mit Ross und Reiter. Nachhaltiger Erfolg.

Bad Dürrheim - Horse-Assistent-Coach Sandra Theves unterstützt beim Einreiten junger Pferde. Warum aber auch ein Teambuildingseminar mit Führungskräften und Pferd sinnvoll ist, lesen Sie in unserem SB+ Artikel.

 

Auf die siebenjährige English-Tinker-Stute Lulu ist verlass, das war ihrer Besitzerin, Daniela Heinzmann, wichtig. Bis sie soweit kam, war und ist intensives Arbeiten notwendig. Begleitet wird sie auf ihrem Weg von Sandra Theves. Sie vermittelt den beiden harmonische Miteinander zwischen Pferd und Mensch, im Fachjargon Horsemanship genannt.

Viele Reiter träumen davon – ihr Pferd bleibt da stehen, wo es soll; es folgt ihnen mühelos beim spazieren gehen; es erschrickt nicht, es ist kinderleicht zu reiten und beim Schmied lammfromm. Es ist so ein Pferd, wie es Winnetou oder Old Shatterhand in den Filmen hatten. Sie bewundern Menschen wie den Pferdeflüsterer Monty Roberts und "Ach sie hätten auch gerne so ein braves Pferd". Bis man ein Pferd aber soweit hat, gehen viele Stunden intensives Training ins Land – für das Tier und vor allem auch für den Reiter.

Einer der bekanntesten Ausbilder im Horsemanship mit legendärem Ruf ist eben jener Pferdeflüsterer Monty Roberts. Auch Pat Parelli ist ein Vertreter dieser Philosphie. Beim Horsemanship geht es im Grunde darum, dass Pferd und Reiter eine vertrauensvolle Verbindung miteinander aufbauen und diese bestehen bleibt – auch und vor allem in schwierigen Situationen.

Die Lulu hat einen Wissensstand ähnlich der der Grundschule

Daniela Heinzmann, die Besitzerin von Lulu, ist im Pferdestall groß geworden. Von klein auf kennt sie Pferde und arbeitete mit ihnen. Ihr Vater hatte längere Zeit eine Reitschule und sie selbst ritt früher einen Achal-Tekkiner – eine Rasse, deren Ursprung in Turkmenistan liegt, die als widerstandsfähig und nervenstark gilt. Vertreten ist sie auch im Stammbaum der Trakehner und im englischen Vollblut.

Vor etwa eineinhalb Jahren hat sie die English-Tinker-Stute Lulu gekauft, die damals fünf Jahre alt und angeritten war, sozusagen Grundschulkenntnisse erste und zweite Klasse hatte. "Ich bin jemand, der gerne etwas arbeitet", erzählt sie, doch bei der jungen Stute hat sie sich das alleine nicht zugetraut.

Über einen Kontakt lernte sie die Bad Dürrheimerin Sandra Theves kennen. Diese ist seit Kindesbeinen an mit Pferden vertraut, da ihre Eltern wie auch Tante und Onkel Pferde besaßen und sie schon früh Reiten lernte. Nach einer längeren Pause kaufte sie sich vor wenigen Jahren wieder eine Quarterstute und hat sie nach den Kriterien des Horsemanships eingeritten. Es war ein "learning by doing", bei dem sie erfahrene Anleitung hatte. Und sie setzte noch einen drauf, indem sie eine Ausbildung als Horse-Assistent-Coach mit mehreren Zusatzkursen absolvierte. Dies ist Horsemanship mit Pferden und pferdegestütztes Coaching mit und für Menschen. Zudem arbeitet sie im Bereich Freiarbeit (Free Dressage) – letzteres kam bei Lulu zur Anwendung. Somit darf sie selbst als Coach arbeiten, was die Bankangestellte auch nebenberuflich tut.

Bei Lulu begann es mit kleinen Schritten, Sandra Theves leitete ihre Schülerin Daniela Heinzmann an und trat immer mehr in den Hintergrund. "Lulu musste sich auf Daniela konzentrieren", erklärte sie. "Es geht darum durch Körpersprache dem Pferd klar zu machen ›Du kannst mir vertrauen‹. Das Pferd muss aber auch Respekt vor dem Menschen haben", erklärt sie das Ziel ihrer Arbeit, und: "Für das Pferd muss es ein spielerisches Lernen sein." Hinzu kommen noch weitere Effekte wie gymnastizieren und körperliche Haltung des Tiers. Diese ist auch bei dem Menschen gefragt. Denn wird mit zuviel Energie gearbeitet, geht es schief, mit zu wenig Nachdruck aber auch. Weiterhin ist Konzentration beim Reiter gefordert. Das richtige Maß ist zu finden und am Schluss muss ein Team dabei herauskommen. "Man muss sich darauf einlassen", so Sandra Theves, und Daniela Heinzmann ergänzt: "Wenn man sich ein Pferd kauft, bedeutet es Arbeit."

Es gibt in der Arbeit von Sandra Theves noch den Teil, bei dem das Pferd bei einem Teambuilding eine wichtige Rolle spielt. Sie sind dabei die Co-Coaches.

Methodik ist auch beim Teambuildig in Firmen einsetzbar

Eingesetzt werden kann diese Methodik bei Angstbewältigung und Führungskräfte-Coaching. Dies kann sowohl im privaten wie auch im Unternehmensbereich angewendet werden. Führungskräfte müssen hier beispielsweise ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen oder es gilt, diese zu optimieren. Dabei spielt das Pferd eine wichtige Rolle. In dem Fall ist es ihr eigenes, namens Josy. Die Teilnehmer bekommen Anweisungen und müssen gemeinsam eine Aufgabe mit dem Pferd lösen. Das Tier spiegelt die Menschen ziemlich schnell, weiß Sandra Theves aus ihrer Erfahrung. Und offenbart in den Führungsetagen gute wie auch weniger gute Zusammenarbeit.