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Reiten In Aachen geht’s auch ums EM-Ticket

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Setzt auch auf seine Nachwuchspferde: Michael Jung springt während der Deutschen Meisterschaft im Vielseitigkeitsreiten bei seinem Ritt beim Springreiten mit seinem erst achtjährigen Pferd "Highlighter" über ein Hindernis. Foto: Heimken Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist ein vergleichsweise ruhiger Vormittag auf dem Anwesen der Familie Jung in Horb-Altheim. Nur ein paar Reiter trainieren auf dem Gelände, der Wachhund rekelt sich in der Sonne. Und trotzdem ist auf dem Gehöft jede Menge Emotion zu verspüren. Als Joachim Jung, der Vater und Trainer des dreifachen Olympiasiegers Michael Jung, im Reiterstübchen seinen Terminkalender aufschlägt, weiß man auch gleich wieso. Schon ein kurzer Blick darauf reicht, was die Jungs bereits an Turnieren hinter sich, aktuell noch vor sich und augenblicklich zu absolvieren haben. "Eigentlich haben wir übers gesamte Jahr keine Pause. Wir steigen gar nicht aus, sind froh, wenn wir über Weihnachten ein paar Tage frei haben", sagt Joachim Jung.

Voller Terminkalender

Dem Terminkalender wird alles untergeordnet, und der füllt sich auch deswegen zunehmend, weil Michael Jung zweigleisig fährt. Neben der Vielseitigkeit steht da die Teilnahme an Springturnieren. Joachim Jung lässt Revue passieren: "In diesem Jahr hatten wir viele tolle Turniere, ein großer Erfolg war das Viersterneturnier in Genf, vor allem aber im März das Championat in Dortmund, wo Michael den Großen Preis der Bundesrepublik gewonnen hat." All das auf seinem aktuell erfolgreichsten Springpferd, der elfjährigen fischerChelsea. Es folgte ein weiterer Sieg in Braunschweig, auch auf dem Gelände in München und Albführen fühlte sich Jung fast wie zuhause. "Wir wollen uns mit den Besten messen", sagt Joachim Jung.

Anreise in der Nacht

Und dazu zählt in diesen Tagen ganz klar der CHIO in Aachen. Genau deswegen herrscht bei den Jungs in Altheim vordergründig etwas mehr Ruhe. Michael Jung hat sich bereits Dienstagnacht auf den Weg in den äußersten Westen von Nordrhein-Westfalen gemacht. "Schon vom Verkehrsaufkommen wollen wir die Strecke so kurz wie möglich halten, auch der Pferde wegen. Man kann viel besser kalkulieren", sagt Joachim Jung über die frühe Anreise. Zwischen sieben und acht Uhr sind Jung und die Pferdepflegerin Lena Steger angekommen.

Und seitdem läuft das volle Programm: Zuerst werden die Boxen aufgesucht, entsprechend eingestreut, dann kommen die Pferde in die Box. Hernach wird das komplette Equipment ausgeladen: Futter, Heu, Sägemehl, Kraftfutter, ein Turnierschrank, zwei Kühlschränke auch zum Kühlen der Gamaschen, mehrere Sättel – solche Dinge. Immer dabei ist Pflegerin Steger.

Michael Jung richtet derweil die Augen voll auf Aachen, läuft heute die Geländestrecke mit ihren imposanten festen Hindernissen mehrfach ab obwohl die Linienführung sich jedes Jahr ähnelt, wie Joachim Jung sagt. "Er kennt sich sehr gut aus, muss sich nicht groß reinfuchsen. Zudem ist es eine vergleichsweise kurze Prüfung von etwa vier Kilometern Länge".

Jung ist selbst topfit, hatte keinen Trainingsunfall. Die letzte Vorbereitung sah so aus, dass er Ende Juli im polnischen Strzegom seine beiden Pferde, mit denen er an den Start gehen wird, geritten hat – wenn seine Vierbeiner denn heute durch die sogenannte Verfassungsprüfung kommen. Dabei müssen die Reiter mit ihren Pferden den Richtern samt Tierärzten vorstellig werden. "Ist das Pferd fit, gibt es das O.k. Wenn nicht, kommt es in eine sogenannte Holding-Box und es wird weiter begutachtet", sagt Joachim Jung. Im schlimmsten Fall wird das Pferd für das Turnier gestrichen. "Das ist dann heftig und hätte Auswirkungen auch hinsichtlich der nächsten anstehenden Turniere", so Jung. Die Reiter fühlten aber grundsätzlich, wie es um ihre Pferde "bestellt ist".

Michael Jung wird in Aachen mit zwei Pferden an den Start gehen. Am heutigen Freitag wird zunächst die Dressur- und noch am gleichen Tag die Springprüfung über die Bühne gehen. Am morgigen Samstag folgt ab etwa 11 Uhr der Geländeritt. Jung ist dabei der einzige Reiter, der mit zwei Pferden reiten darf. Beide Pferde des Horbers sind mit elf Jahren im besten Alter. Im Nationenpreis wird er mit Star Connection starten, der sich mit sieben Jahren einen Weideunfall zuzog. Ein Jahr davor gewann er die Weltmeisterschaft der jungen Vielseitigkeitspferde, musste durch ebenjene Verletzung lange pausieren. Erst seit diesem Jahr läuft er wieder Turniere, gewann im Juni in Wiesbaden die CCI****-S-Vielseitigkeitsprüfung.

Highlighter mit dabei

In der Einzelwertung setzt Michael Jung auf fischerChipmunk. Der ebenfalls elfjährige Hannoveraner und Wallach, der seit Februar zum Stall der Jungs gehört, habe sich laut Joachim Jung gut eingefügt. Mit dabei in der Soers in Aachen hat Jung zusätzlich Highlighter, der auf Bitten der Verantwortlichen mitgenommen wurde. Das achtjährige und damit relativ junge Pferd kommt in den Genuss, an zwei Rahmenprüfungen teilzunehmen. Als damit unerfahrenes Pferd bekämen Reiter und Pferd laut Jung "die Gelegenheit, ihn in einer Atmosphäre zu testen, die er so noch nicht kennt".

Auf der Geländestrecke geht es für Jung außerdem um eines der zwölf EM-Tickets, die Deutschland als Ausrichter in Luhmühlen erhält. Wer eines bekommt, entscheidet am Ende der Bundestrainer. Das Turnier ist am Sonntag für die Buschreiter zudem noch nicht wirklich beendet. Dann findet nochmals eine Verfassungsprüfungt statt. Denn nicht nur Erfolge zählen, sondern entscheidend sind vor allem die Gesundheit der Pferde. Man steht unter ständiger Beobachtung. Der 36-jährige Michael Jung aber ist dafür Profi genug, um auch diesen "Test" Richtung EM zu bestehen.

Der WDR zeigt an jedem der Tage des bis Sonntag dauernden Turniers mehr als zwei Stunden Live-Sport. Bei der zweiten Runde des Großen Preises am Sonntag übernimmt die ARD (17.20 Uhr). Alle CHIO-Prüfungen können zudem kostenlos im Internet (clipmyhorse.tv) gesehen werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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