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Reiten Finale spannender als ein Krimi

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Großer Preis-Sieger der Extra-Klasse: Die Lorbeeren holte sich der bulgarische Olympiareiter Rossen Raytchev auf Cyriac. Foto: Maier

Was für ein Krimi im Stechen um den Großen Preis – was für ein großes Spektakel für die 500 Zuschauer: An Spannung nicht zu übertreffen war das Finale beim Internationalen Reitturnier in Salzstetten.

Erst sah es so aus, dass sich die aus Alpirsbach stammende Barbara Steurer-Collée auf Quantus und Florian Dolinschek (RSV Winterlingen) mit Sunny den attraktiven Geldpreis und das wertvolle E-Bike teilen müssen, weil sie ritten exakt in 36,67 Sekunden zeitgleich über die Ziellinie. Doch dann kam der bulgarische Olympiareiter Rossen Raytchev und übertraf auf Cyriac deren Zeit in 36,28 Sekunden. Atemberaubend!Der 43-jährige holte sich den stattlichen Geldpreis und drehte mit dem E-Bike als weiteren Gewinn eine Siegerrunde auf dem Firstclass-Turnierplatz der Reitanlage Brünz.

"Seine Klasse ist gigantisch"

Raytchev vom Reitverein Epfendorf aus dem Kreis Rottweil hieß der strahlende Sieger, der sich am Sonntagnachmittag insgesamt 10.000 Euro allein durch den Gewinn des Großen Preises verdiente. "Das perfekte Wimpernschlag-Finale", titelte das "Reitjournal". Harald Brandl erwies sich als ein Prophet: Der Präsident des Pferdesportkreises Nordschwarzwald sagte voraus, dass Raytchev den Großen Preis gewinnen wird. Brandl bescheinigte dem bulgarischen Große Preis-Sieger neben Erfahrung insbesondere reiterliches Können: "Die Klasse, die der hat, ist gigantisch!" Vor dem Stechen sagte Brandl noch: "Es gibt nur eins, Vollgas geben. Nur vorne wird Geld verdient."

Zwei Pferde im Stechen

Raytchev brachte das Kunststück fertig, zwei Springpferde ins Stechen zu bringen. Sein eigentlich bestes Pferd, den 13-jährigen holländischen Wallach Chester ritt Rossen Raytchev auf Platz fünf (37,46 Sekunden). Nachdem sein Paradepferd Chester ihn nicht ganz auf die Podestplätze brachte, zog der 43-Jährige mit Cyriac den Joker. "Auch im Stechen mussten die Teilnehmer 1,45 Meter hohe Hindernisse überwinden", bestätigte Rainer Friedrichs, Epfendorf, vom Parcoursbauer-Team Phil Schmauder und Rüdiger Rau.

Der bulgarische Nationaltrainer, der an den Olympischen Spielen in Sidney und Athen teilgenommen hat und bei zahlreichen Welt- und Europameisterschaften an den Start gegangen ist, gilt als ein Springreiter der Extraklasse. Im Gespräch mit unserer Zeitung bekräftigte Raytchev seine Freundschaft zu dem Waldachtaler S-Springreiter Andreas Brünz: "Wir sind gute Freunde. Mit meinen jungen Pferden komme ich ab und zu zum Trainieren auf die Reitanlage Brünz nach Salzstetten." Die Bulgarin Krum Buschev ist Besitzerin des Sieger-Wallachs Cyriac.

Grande Dame in Top-Form

Riesige Beifallsstürme gab es auch für die Grande Dame der Springreiter: Die für die RA des TV Alpirsbach-Rötenbach startende Barbara Steurer-Collée präsentierte sich in Top-Form mit ihrem 13-jährigen Holsteiner Wallach Quantus. Die 51-jährige konnte sich zuletzt fünf Mal in Folge als Zweite in Großen Preisen platzieren. Die Einheimischen fieberten mit. Steurer-Collée freute sich sehr über ihre gutes Abschneiden in Salzstetten. "Ihr als Schwarzwälderin hätte ich gern den Sieg gegönnt", meinte Andreas Brünz.

Zusammen mit ihrem Mann Uli führt sie in Eberstadt bei Heilbronn einen eigenen Reitstall. Barbara Steurer-Collée erreichte in Waldachtal in weiteren S*-Springen im Sattel von Salt’N‘ Pepper Rang drei und neun sowie auf Lucy Platz zwei in M**-Springen.

Ihr Bruder Otto Steurer, der in der Schweiz lebt, erzielte in S- und M-Springen achtbare Platzierungen. Thomas O’Brien vom benachbarten RC Heiligenbronn/Waldachtal gewann das M**-Springen – Mittlere Tour. Remo Allgäuer, Reiterfreund der Familie Brünz, konnte sich in M** und M*-Springen gleich zweimal als Sieger eintragen.

Lokalmatador Sönke Aldinger (24), so sein Mentor Andreas Brünz, habe sich beim Heimturnier selber zu sehr unter Druck gesetzt. Für ihn sprang auf dem Rücken seines Paradepferdes Marie-Luise im S*-Springen mit Stechen aber immerhin ein zweiter Platz heraus. Aldinger sei sehr ehrgeizig und das zeichne ihn aus.

Turnierleiter Andreas Brünz und Seniorchef Roland Brünz hegen weitere Pläne: "Wir wollen uns steigern und im Jahr 2021, voraussichtlich im August, noch höherklassige S***-Springen bieten." Badenia-Sieger Andreas schwebt auch ein Abendspringen vor: „"Ein Barriere-Springen oder ein Zweikampfspringen.“" Andreas Brünz zeigte sich fasziniert von "tollem und spannenden Reitsport. Von allen Seiten gab es Lob." Und sein Vater Roland fügte hinzu: "Alle Reiter wollen wiederkommen."

Noch mehr Besucher locken

2021, so Roland Brünz, wolle man doppelt so große Besucher-Zelte und Stall-Zelte aufstellen. Wegen der Corona-Virus-Auflagen konnten am Sonntag nicht mehr als 500 Zuschauer eingelassen werden. Die Hoffnung lautet: Dann ohne Corona und ohne Wespen-Plage. Präsident Harald Brandl sprach vom "größten und höchstdotierten Reitturnier" in seinem Pferdesportkreis, der die Kreise Freudenstadt und Calw umfasst. "Eine Top-Anlage und -Organisation und noch familienhaft, das lieben die Reiter. Dieses Turnier ist ein Aushängeschild", meint Brandl. Und: "Das war eines der schönsten Reitturniere, die ich je erlebt habe."

Sportkreis-Präsident Alfred Schweizer sprach von einem "gelungenen und sehr spannenden Turnier" mit einem verdienten Sieger. Zwei Zweite mit exakt der gleichen Zeit habe es bestimmt nicht oft gegeben. Die Parcoursbauer, allen voran "Profi" Rüdiger Rau, Altensteig, hätten sich ins Zeug gelegt. "Ich hoffe mit den Zuschauern, dass es noch weitere solch große Reitturniere in Salzstetten geben wird, die Maßstäbe setzen wie dieses", erklärte der Sportkreis-Präsident aus Waldachtal.

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