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Reiten Am Ende überwiegt die Freude deutlich

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Einen fabelhaften Auftritt hat Michael Jung mit fischerChipmunk FRH bei der EM in Luhmühlen hingelegt. Foto: Gentsch

Es war das, was man im Volksmund eine "richtig enge Kiste" nennt. Am Sonntagnachmittag hat sich Vielseitigkeitsreiter Michael Jung aus Horb-Altheim in Luhmühlen die EM-Silbermedaille im Einzel sowie Gold mit der Mannschaft gesichert.

Eigentlich dachte man im Hause Jung Anfang des Jahres, als der braune Wallach fischerChipmunk FRH im Februar auf die malerische Anlage in Horb-Altheim kam, dass die Europameisterschaft in Luhmühlen zu früh käme für das neue Duo. Dann aber fanden Michael Jung und der 11-jährige Wallach im Eiltempo zueinander. Die Formkurve, sie zeigte konstant bergauf – und so wurde die Europameisterschaft in Luhmühlen doch zum Thema.

Überzeugender Auftakt

Wie gut sie nach gerade einmal einem halben Jahr harmonieren, haben sie in der vergangenen Woche eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach der Dressur war Michael Jung in Führung gegangen. Abgesehen von einem kleinen Fehler – Chipmunk war im Schritt kurz angetrabt – zeigten sie eine tadellose Vorstellung und setzten sich verdient an die Spitze des Klassements.

Am Samstag im Gelände musste sich Michael Jung dann aber den äußeren Umständen erwehren. Die Starterin, die vor dem 37-Jährigen ins Gelände gegangen war, war am Wasser gestürzt. Ein Hindernisrichter wollte Michael Jung stoppen – allerdings an einer Stelle, die dafür keinesfalls vorgesehen war. "Das war höchstgefährlich", erklärt Michael Jungs Vater und Trainer Joachim Jung. "Ich hatte zuerst nur gesehen, dass da ein richtig schlechter Sprung war. In den Fernseher-Aufnahmen wurde dann ersichtlich, dass dieser Hindernisrichter auf ihn zugelaufen kam." Michael Jung drehte sich sogar auf dem Pferd um, weil er nicht wusste, ob er hätte anhalten müssen. "Es gibt bestimmte Punkte, die strategisch günstig sind, an denen eine berechtigte Person den Reiter mit einer Fahne anhalten kann, das ist ganz eindeutig", betont Joachim Jung.

Duo legt im Gelände nach

In diesem Fall war es das aber nicht – und Michael Jung ritt korrekterweise weiter. In einer Glanzzeit von 9:52 Minuten bei erlaubten 10:10 Minuten erreichte er mit fischerChipmunk trotz der Umstände das Ziel. "fischerChipmunk ist ein ganz tolles Pferd. Er hat eine Riesengaloppade", erklärt Joachim Jung. "Diese Zeit war für ihn lächerlich einfach zu knacken und er hat auch am Ende keinerlei Müdigkeitsanzeichen gezeigt."

Spannung im Springen

Immer noch in Führung liegend kam es am Sonntagnachmittag zum entscheidenden Springen. Und wenn einer diese Drucksituation kennt, dann Michael Jung. Konzentriert und auf den Punkt passierten die beiden die ersten Hindernisse, fischerChipmunk hatte zum Teil noch jede Menge Platz über dem Sprung.

Und dann passierte es fast auf den Schlag um 15 Uhr doch: An einer Oxer-Oxer-Kombination fiel am Aussprung die Stange, die der Wallach mit der Vorhand touchiert hatte. "Vielleicht hätte man einen Tick ruhiger reinreiten können", sagt Joachim Jung, ergänzt aber im gleichen Atemzug: "Selbst dann wäre man aber das Risiko eingegangen, dass das Pferd mit der Hinderhand am ersten Sprung hängen bleibt. Er hat nunmal eine große Galoppade. Solch ein Fehler kann passieren, da hat vielleicht auch das Quäntchen Glück gefehlt."

Sprung 10b war es, der Michael Jung die Goldmedaille im Einzel gekostet und sie Ingrid Klimke (Münster) beschert hat. "Natürlich waren wir alle enttäuscht", gibt Joachim Jung offen zu. "Gerade Michael. Wenn die Goldmedaille so zum Greifen nah ist, will man sie natürlich auch. Aber so ist der Sport." Die Freude über die Silbermedaille und das Mannschaftsgold ist dennoch groß. "Wenn sich ein Sportler nicht mehr über EM-Silber freuen kann, muss etwas schief laufen", so Joachim Jung. "Diese Medaille mit einem neuen Sportpartner, wie es fischerChipmunk für Michael ist, freut uns sehr. Die beiden haben sich in der kurzen Zeit gemeinsam sehr, sehr positiv entwickelt, das gibt Auftrieb für das große Ziel im nächsten Jahr, die Olympischen Spiele."

Großes Ziel im Blick

Dann werden – im Gegensatz zur EM, bei der eine bunt gemischte Truppe von zwölf deutschen Reitern dabei war – nur drei deutsche Paare starten dürfen. Wie groß seine Ambitionen sind, hat Michael Jung mit dem starken Auftritt in Luhmühlen bereits gezeigt. Während sein Programm bereits am Mittwoch mit dem Springturnier in Ising am Chiemsee weitergeht, bekommt fischerChipmunk nun eine Pause. "Er darf sich jetzt ein kleines Polster, ein bisschen Babyspeck anfuttern", sagt Joachim Jung. Und dann wird, wenn alles glatt läuft, im Winter ein Plan erstellt, der das Duo perfekt auf die Spiele in Tokio vorbereiten soll.

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