Viele Hoteliers sehen ihre Existenz momentan bedroht. (Symbolbild) Foto: WStudio/ Shutterstock

Experten verraten, ob Urlaub gebucht werden sollte oder nicht. Staatliche Hilfen kommen teilweise noch immer nicht an. 

Das neue Jahr hat gerade begonnen, die Urlaubstage sind wieder aufgefüllt. Doch die Corona-Krise bremst bei vielen Reiselustigen die Planung des Sommerurlaubs erneut aus. Wir haben nachgefragt, wie die regionale Tourismus-Branche die Reisemöglichkeiten in diesem Jahr einschätzt und wie es den Hoteliers im Schwarzwald und auf der Alb momentan geht. 

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Oberndorf - Frühbucherangebote wecken auch während der Pandemie die Reiselust. Doch wie kann ein Urlaub in diesem Jahr überhaupt aussehen? Werden Auslandsreisen möglich sein oder sollte Urlaub nur in der Heimat geplant werden? Mit absoluter Sicherheit können diese Fragen aktuell wohl noch von niemandem beantwortet werden. Doch die Tourismus-Branche blickt zumindest positiv auf die warmen Monate.

"Bis jetzt gibt es keine terminierte Öffnungsperspektive für die Betriebe. Wir hoffen auf möglichst zeitnahe Betriebsöffnungen und gehen davon aus, dass private Hotelübernachtungen beziehungsweise Urlaubsbuchungen im Sommer möglich sein werden", teil der Pressesprecher des baden-württembergischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Daniel Ohl, auf Anfrage hin mit. 

"Der Urlaubs-Tourismus wird gestärkt aus der Krise gehen"

Und auch der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, Hansjörg Mair, blickt positiv auf den Sommer: "Die Menschen wollen reisen. Reisen ist für uns ein Grundbedürfnis", meint Mair. An dem Tag, an dem in Großbritannien festgestandenen habe, ab wann der Corona-Impfstoff verabreicht wird, seien die Suchanfragen im Internet für den Auslandstourismus in die Höhe geschossen, berichtet der Geschäftsführer. "Sobald es geht, wollen die Menschen wieder reisen. Deshalb wird der Urlaubs-Tourismus gestärkt aus der Krise gehen. Wichtig ist eben so ein psychologischer Pfeiler", erklärt Mair und meint damit eine klare Impfstrategie der Bundesregierung, die der Bevölkerung signalisiert, wann und wie es weiter geht.

Auch er gehe davon aus, dass Urlaube ab April oder Mai in diesem Jahr wieder möglich sein werden. Doch empfiehlt er auch, einen Urlaub schon jetzt zu buchen? "Ja, es kann sehr wohl jetzt schon geplant werden. Die Hotels sind darauf eingestellt und haben notfalls auch flexible Stornobedingungen eingeführt", erzählt der Geschäftsführer. 

Studie: Jeder Vierte zieht eine Aufgabe seines Betriebs in Erwägung

Zudem sind die Hotels momentan wie nie zuvor auf Buchungen angewiesen. "Die Lage der Hotellerie ist sehr schwierig. Bei einer Dehoga-Umfrage, an der sich Anfang Januar rund 2700 Mitgliedsbetriebe aus Baden-Württemberg beteiligt haben, gaben drei von vier Teilnehmern an, dass sie ihren Betrieb durch die Corona-Krise in der Existenz gefährdet sehen. Fast jeder vierte Umfrageteilnehmer gab an, dass er konkret eine Aufgabe des Betriebs in Erwägung zieht", berichtet Ohl. 

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Die Ende Oktober 2020 angekündigten Hilfen seien außerdem bisher noch gar nicht oder nicht vollständig bei den Betrieben angekommen. "Dies verschärft die aktuelle Notlage massiv und erschüttert das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Bundesregierung", so Ohl weiter. Gezahlt werden derzeit Abschläge auf beantragte Novemberhilfen sowie erste Abschlagszahlungen für den Dezember. Es gebe aber auch Betriebe, die bislang noch keinen Cent erhalten haben, teilt der Pressesprecher weiter mit. Der Dehoga kritisiere die schleppende Abwicklung der zugesagten Hilfszahlungen seit Wochen massiv.

Auch der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH kritisiert das Ausbleiben der staatlichen Hilfen: "Dass viele Betriebe noch nicht mal die Novemberhilfen bekommen haben, ist nicht mehr brutal, das ist der Supergau!" Auch er hofft, dass die Betriebe den Winter überleben werden, auch wenn ihm klar ist, dass der Staat nicht alle retten kann.