Der Zufall führt die Schweizer Urs, Hanna und Andreas Jaggi nach Donaueschingen, sicherlich nicht zum letzten Mal. Die Stadt setzt seit einigen Jahren auf Radtouristen und baut das Serviceangebot für sie aus. Foto: Silvia Bächle

Die Stadt baut seit Jahren die Rad-Infrastruktur aus. Die Etappe Null des Donauradwegs gilt als Coup. Viele Vermieter sind für radelnde Gäste gewappnet.

Im Stadtbild von Donaueschingen sind die Radtouristen allgegenwärtig. Vor allem in den Straßencafés tanken die Radfahrer Kraft, um dann auf Tour zu gehen. Diese starke Präsenz ist kein Zufall. Donaueschingen liegt nicht nur an mehreren Radfernwanderwegen, sondern auch an interessanten regionalen Radwanderwegen. „Dem Trend der Zeit folgend haben wir in den letzten Jahren den Radtourismus forciert“, informiert Tourismusleiter Andreas Haller. Da viele Radfahrer mit dem Zug nach Donaueschingen kommen, werden sie bereits von hier mit der entsprechenden Beschilderung abgeholt. Neben den Beschilderungen zählten auch gut ausgebaute Radwege dazu, ebenso Radservicestationen am Bahnhof, bei der Touristinfo und am Donauzusammenfluss; am Bahnhof findet sich sogar eine Schlauchstation. Nicht zu vergessen die Trinkwasserbrunnen, die so konzipiert seien, dass man die Wasserflaschen damit gut befüllen könne.

 

Fahrrad-Schläuche aus dem Automaten

Am Bahnhof gibt es Fahrradschläuche aus dem Automaten Foto: Silvia Bächle

Um die Radfahrer nicht nur als Durchreise-Radler auf einem der Fernradwege, wie dem bekannten Donauradweg, vorbeiziehen zu lassen, habe man die Innenstadt radfreundlicher gestaltet, etwa mit den zahlreichen Fahrradabstellmöglichkeiten.

Auch hier habe man den Zeitgeist erkannt und sei von den alten Fahrradständern auf das neue System der Fahrradbügel umgeschwenkt. Die Donaueschinger Tourist-Info sei voll auf den Radtourismus eingestellt. „Hierzu zählen neben entsprechendem Infomaterial auch leihweise Adapter für die Ladestation“, so Tourismusleiter Andreas Haller.

Silva und Thomas Brückner aus Leipzig sehen sich mit dem Rad die Donauquelle an. Foto: Silvia Bächle

Einen touristischen Coup habe man – zusammen mit dem Landkreis – mit der Etappe Null des Donauradwegs gelandet, meint Haller. Die 98-Kilometer-Rundtour beginnt auf dem Furtwanger Hausberg Brend und führt entlang der Donauquellflüsse direkt nach Donaueschingen. „Hier können die Radtouristen nicht nur die Donauquelle im Schlosspark bewundern, sondern unsere vielen Attraktionen bis hin zur vielfältigen Gastronomie“, so der Tourismusleiter. Gerade das einzigartige, abwechslungsreiche regionale Radwegenetz der Quellregion Donau soll auch den Wohnmobilisten nahegebracht werden. Auch hier setzen vor allem die Städte auf Service und Information, um das Radparadies zu bereichern. Neben den üblichen Unterkünften gibt es gleich drei zertifizierte Bett+Bike-Unterkünfte. Diesen geforderten Qualitätsstandard mit zusätzlichen Serviceleistungen erfüllen das Hotel-Restaurant „Zum Hirschen“, das Hotel „Linde“ und in Allmendshofen das „Flair Hotel Grüner Baum“. In Allmendshofen stehen neben dem Aufladen und der sicheren Garage auch der Komfort im Fokus.

Region mit den beiden Quellflüssen lockt

Durch die Etappe Null gebe es mehr Radfahrer, die nicht nur Donaueschingen als Anfangspunkt des Donau-Radwegs sehen, sondern die Region mit den beiden Quellflüssen erkunden, freut sich Hotelchef Michael Preis. Durch die E-Bikes habe sich das Klientel in Richtung Senioren verschoben, wobei auch zahlreiche Sport-Rennradler-Gruppen im „Grünen Baum“ abstiegen. "Für diese aktiven Radprofis gibt es spezielle Sportlerkost mit vielen Kohlenhydraten“, informiert Michael Preis.

"Für die aktiven Radprofis gibt es spezielle Sportlerkost mit viel Kohlenhydraten", so Michael Preis.  

Das Frühstück der Fahrradfahrer, die im Hotel "Linde" absteigen, sei mehr müsli– und joghurtlastig. Im Hotel "Linde" nehme man gern auch die Organisation von E-Bikes in Anspruch, berichtet Edeojan Hilail. Immer mehr Radfahrer kämen direkt mit dem Auto, da die Zuganfahrt mit dem Rad leider oft nicht funktioniere, resümiert man im Gasthaus "Hirschen". "Dies hat die Folge, dass die Donauradler Parkplätze für eine längere Zeit suchen", weiß "Hirschen"-Hotelier Ulrich Früh. Aber hier habe die Stadt gehandelt und zahlreiche kostenlose Langzeitparkplätze ausgeschildert.

Bei Regen gibts auch Sehenswürdigkeiten

Der Zufall führte die Schweizer Urs, Hanna und Andreas Jaggi aus dem Aargau nach Donaueschingen. „Eigentlich wollten wir mit dem Zug nach Frankfurt, doch in Basel war mit der Zugfahrt Schluss und so entschlossen wir uns nicht zu warten, sondern eine neue Tour in Angriff zu nehmen“, so Urs Jaggi.

Es ging von Basel über den Südschwarzwald-Radweg nach Schluchsee, Titisee und von da nach Donaueschingen. Hier fanden sie eine private Unterkunft. Und weil es regnete, erkundeten sie Donaueschingen. Nach zwei tollen Tagen in Donaueschingen ging es der Donau entlang Richtung Ulm.

Sieben Tage sind die beiden Freunde aus dem Münsterland, Robert Brüggmann und Dirk Zimmermann, unterwegs. Auf ihrem Weg nach Radolfzell machten sie mit ihren Bikes „einen Abstecher“, um den Donau-Ursprung, die Donauquelle und Donaueschingen anzusehen. Auch die beiden aus Leipzig stammenden Silva und Thomas Brückner machten auf ihrem Donaurandweg einen Stopp in Donaueschingen. „Es hat sich gelohnt“, so das Fazit der Radler.

Fahrradtourismus

Radwege
Donaueschingen etabliert sich immer mehr zu einer Fahrrad-Hochburg, zumal hier auch die bekannten Fernradwege, wie der Donauradweg, der Heidelberg-​Schwarzwald-Bodensee-Radweg, der Schwarzwald-​Panorama-Radweg oder auch der deutsch-​​​​​​schweizerische Drei-Welten-​Radweg durch die Stadt führen. Doch auch wunderschöne einmalige Radtouren in der Quellenregion Donau und dem Rad-Paradies Schwarzwald und Alb sind hier in das Radwegenetz integriert.