Dekan Erich Hartmann, der Vorsitzende der Bezirkssynode Karl Beck und Redakteur Andreas Steidel (von links) präsentieren das neue Buch. Foto: Meinert

Das neue Buch "Die evangelischen Kirchen im Kirchenbezirk Calw-Nagold" ist wie ein Reiseführer zu den Gotteshäusern.

Calw - Der Calwer Dekan Erich Hartmann nennt das Buch einen "kleinen Reiseführer durch die kirchliche Landschaft hier im Landkreis". Dabei schwingt durchaus ein bisschen falsche Bescheidenheit mit. Denn mit rund 120 Seiten ist der "Reiseführer" nicht gerade sonderlich knapp ausgefallen. Sämtliche 81 Kirchen im Kirchenbezirk Calw-Nagold sind berücksichtigt. Historische und bauliche Highlights und Besonderheiten sind jeweils penibel vermerkt, inklusive gelungener Fotos. Und sogar Öffnungszeiten und die Zeiten der Gottesdienste werden aufgeführt – ein echter, praxistauglicher Reiseführer eben.

 

Fusion der Bezirke ist Anlass

Anlass zu dem Buch mit dem Titel "Die evangelischen Kirchen im Kirchenbezirk Calw-Nagold" war nicht zuletzt die Fusion der beiden Kirchenbezirke Calw und Nagold zum Jahresbeginn 2019. Ein weiteres Motiv: "Man weiß so wenig über den eigenen Kirchturm hinaus", so Hartmann. "Kirchtürme stehen wie Zeigefinger in unseren Dörfern und Städten und zeugen von einer Dimension, die wir leicht aus dem Blick verlieren." Nicht zuletzt sei das Buch eben auch "Mahnung und Einladung", betont Hartmann. Und an anderer Stelle sagt er: "Kirchen sind Stein gewordene Gebete."

Der Blick des "Reiseführers" richtet sich eben nicht nur auf die großen Stadtkirchen in Nagold ("Die Musterkirche über dem Nagoldtal") und Calw ("Wo Hermann Hesse getauft wurde"). Berücksichtigt wird eben auch die kleinste Kirche der Landeskirche mit regelmäßigen Gottesdiensten in Gaugenwald. Aufgeführt ist etwa die älteste Kirche der Region, die Candiduskirche in Kentheim ("Kleinod aus dem Hochmittelalter") – sowie die jüngste "Wachsende Kirche" in Nagold, deren Mauern aus 24 Lindenbäumen bestehen und die 2012 zur Landesgartenschau "gepflanzt" wurde.

Marienkapelle als Highlight

Großes Highlight der 81 Kirchen ist Marienkapelle Hirsau im Areal des Klosters, "das weltberühmt und gerade auf dem Sprung ins Unesco-Weltkulturerbe ist", wie Hartmann betont. Und als einmalig in der württembergischen Landeskirche gilt die Evangelische Kirche in Rohrdorf – die evangelische Kirche, katholische Kirche sowie Rathaus in einem Gebäudekomplex zusammenfasst, eine "Mehrzweckhalle" der besonderen Art also.

Redaktionell betreut hat das Buch, das im J.S. Klotz Verlagshaus erscheint und 19,90 Euro kostet, Andreas Steidel, der nicht zuletzt die praktische Seite des Buches wie genaue Adressen, Öffnungszeiten sowie Termine der Gottesdienste hervorhebt. Gerade in Zeiten der Pandemie hätten viele Menschen eher kleine Reisen in der Region unternommen – und dabei "Kleinode ihrer Kirchen entdeckt, die ihnen zuvor unbekannt waren", sagt Karl Beck, Vorsitzender der Bezirkssynode.