Flugzeuge am Boden. Urlauber in Dubai und anderen Nahostgebieten kommen nur schwer zurück in die Heimat. Foto: Altaf Qadri/AP/dpa

Die militärischen Schläge in der Nahostregion haben Auswirkungen auf Buchungen und anstehende Reisen. Das sagen drei Reisebüros in Albstadt, Balingen und Hechingen.

Zehntausende Urlauber sitzen derzeit in Dubai und an anderen Reisezielen in der Nahost-Krisenregion fest. Die Luftschläge auf den Iran und die militärische Reaktion des Landes mit Gegenangriffen legten den Luftverkehr in einigen Ländern zeitweise lahm. Touristen und Geschäftsleute sitzen fest. Entsprechend viel zu tun haben aktuell die Mitarbeiter in den Reisebüros. Wir haben uns bei einigen Anbietern im Zollernalbkreis erkundigt.​

 

Bei Helmut Maas klingelt das Telefon in den vergangenen Tagen ununterbrochen. Der Inhaber des Tui Reisecenters in Albstadt versucht, Restplätze in Fliegern für Urlauber zu ergattern. „Ich habe technisch noch mal andere Möglichkeiten als Privatpersonen, die im Internet nach Flügen suchen“, erklärt Maas.

Hauptsächlich geht es um Reisende, die sich in Fernost aufhalten. „Wer seine Flüge über die Drehkreuze Dubai, Doha oder Abu Dhabi gebucht hat, der hat aktuell ein Problem“, so Maas. Er konnte am Montag nach stundenlanger Recherche und Koordination einen Restplatz für einen Direktflug aus Asien nach Europa organisieren – für einen glücklichen Urlauber. Das Problem: Hunderttausende weitere suchen nach einer Rückreisemöglichkeit.

Flugpreise steigen stark an

Direktflüge seien meist bis auf den letzten Platz ausgebucht, meint der Reisecenterinhaber. Und wer das Glück hat, ein Ticket zu ergattern, muss richtig tief in den Geldbeutel greifen.

Im Krisengebiet im Nahen Osten befinden sich laut Reiseveranstalter in Albstadt keine direkten Kunden von Maas. „Wir bekommen aber viele Anrufe von Personen, die im Internet auf irgendwelchen Seiten Flüge gebucht haben und jetzt Rat und Hilfe von uns wollen.“

Die wolle er zwar nicht hängen lassen, sieht aber aktuell wenig Möglichkeiten aus diesem Gebiet herauszukommen. Generell sind Reisen in die Golfregion und nach Israel noch mindestens für die nächsten sieben Tage abgesagt. Nun zahle sich aus, wer pauschal gebucht hat, betont Maas. Hier bestehen realistische Chancen auf Rückerstattungen.

Gleiches hören wir von Laura Schmid vom Tui Reisecenter in Balingen. Kosten bei Pauschalreisen werden demnach zurückerstattet. Auch der Standort in Balingen vermeldet, dass sich aktuell keine Kunden im Gebiet aufhalten.

Erste Hoffnungsschimmer

Das liegt laut Helmut Maas unter anderem auch daran, dass „wir uns mitten im Ramadan befinden“, so Maas. Der Reiseveranstalter weist Urlauber vorab darauf hin, dass während dieser Zeit womöglich nicht alle Dienstleistungen und Tourismusangebote in den arabischen Ländern genutzt werden können.

Michael Mohr vom Reisebüro am Schloßberg in Hechingen sagt uns auf Anfrage, dass vereinzelt Kunden aktuell in Hotels oder auf Schiffen in der Krisenregion sind. Nur könne er aus der Ferne derzeit wenig tun. „Die Urlauber sind aber im Austausch mit den Reiseveranstaltern vor Ort.“

Für Kunden, die demnächst in die Nahost-Region reisen wollen, gilt es aktuell abzuwarten. Unklar ist, bis wann Reisen abgesagt werden.

Es gibt aber erste Hoffnungsschimmer: So ist ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates von Dubai nach Frankfurt unterwegs, wie eine Sprecherin der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport am Dienstagmorgen sagte.

Zahlreiche Reisewarnungen

Das Auswärtige Amt bereitet nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul (CDU) die Rückholung besonders schutzbedürftiger Personen aus der Region vor. Auf ihrer Homepage warnt die Behörde ausdrücklich vor Reisen unter anderem in den Jemen, nach Saudi-Arabien, Jordanien, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Israel.

Für Urlauber vor Ort gilt etwa: „Nehmen Sie Warnungen vor bevorstehenden Luftangriffen ernst.“ Außerdem solle man sich über Medien auf dem Laufenden halten und Anweisungen der Behörden und Sicherheitskräfte befolgen.

Urlauber, die in den Reisebüros dennoch einen Trip in diese Gebiete planen, werden dort ebenfalls über diese Hinweise aufgeklärt und gewarnt. Besonders erholsam dürfte ein Urlaub dort aktuell nicht sein.