Der Kippenheimer Musikverein bot ein besonderes Konzert: Eine Zeitreise, die sowohl musikalisch, als auch vereinsgeschichtlich die Jahre Revue passieren lies.
Tina Bock, die durch das Programm führte, versprach einen bunten Reigen aus 100 Jahre alten Märschen, Songs mit Garantie auf den ein oder anderen musikalischen Hüftschwung, zum Tanzen verführenden Charleston-Klänge und zu Herzen gehenden Filmmelodien. Parallel zu den Anmoderationen der Musikstücke brachte Bock die Stationen des Vereins von dessen Gründung 1901 bis in die Gegenwart den Zuhörern nahe.
Mit „Pomp and Circumstance“, einem Stück von Edward Elgar eröffnete der Musikverein das Konzert anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Formation vor „vollem Haus“ – waren die Plätze im Bürgerhaus alle besetzt.
Die „First Suite in Eb“ des britischen Komponisten Gustav Holst wurde 1908 als erstes Werk eigens für Blasorchester komponiert. Der Musikverein Kippenheim steckte in diesem Jahr noch in den Kinderschuhen, war jedoch erfolgreich und belegte nach ersten Konzerten bei einem Schwarzwald-Gau- Musikwettbewerb den ersten Platz.
Nach dem ersten Weltkrieg kehrte musikalisch die Lebensfreude wieder zurück. Der Musikverein feierte sein 20-jähriges Bestehen. Jazz hielt Einzug und der Charleston wurde zum Tanztrend der Nachkriegsjahre. Mit dem Medley „The Crazy Charleston Era“ griffen die Akteure ganz tief in die Trickkiste, insbesondere das Schlagwerk brillierte mit einer ganzen Reihe an Percussion-Instrumenten wie einer Triller-Pfeife, Hupe, klatschenden Hände, Glockenspiel, Bongos.
Dirigent zollte seinen 45 Musikern Respekt
Der zweite Weltkrieg setzte 1939 dem fröhlichen Treiben ein jähes Ende. Gleichzeitig erwachte in Hollywood ein neues Medium zum Leben, das Musical. Im Hier und Jetzt ließen die Musiker die Titelmelodie des Musicals „Somewhere over the Rainbow“ erklingen.
Als der Musikverein 1964 offiziell ins Vereinsregister eingetragen wurde sorgte „Elvis the Pelvis“ mit seinem provokanten Hüftschwung für Aufsehen. Mit dem Medley „Elvis – The King“ zeigte das Orchester erneut, dass Schlagzeug auch Melodie kann.
„Mit etwas weniger Hüftschwung, dafür mit ganz viel Österreichischem Schmäh“ stimmte Bock auf den bunten Reigen an Musik aus dem „weißen Rössl“ ein. Mit Jodlern, und Löffel klappern wurden die Audienz in die Sparte volkstümliche Musik abgeholt. Spätestens bei „Was kann der Siegesmund dafür, dass er so schön ist?“ wurde von den Zuhörern rhythmisch mit geklatscht.
Dirigent Bastian Lohnert hatte mit „Musical à la Musikverein Kippenheim“ einen Jubiläumsstrauß, der von „Westside Story“, über „All Out of Love“ bis zu „Aquarius“ und „Phantom of the Opera“ reichte, gebunden. Hans Zimmers Filmmusik zu „Pirates of the Caribbean“ sorgte dann als krönender Abschluss durch gekonnt eingesetzte Glockenschläge und den beeindruckenden Solo Gesangspart von Juli Lohnert – passend im Piratenoutfit auf der Bühne – für einen ganz besonderen Hörgenuss. Mit „Die Zeitreise der Musik und des Musikvereins hat nun die Gegenwart erreicht – aber die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende“, beendet Bock ihre Moderation.
Dirigent Lohnert zollte seinen 45 Musikern abschließend Dank und Respekt: „Wir haben sehr anspruchsvolle Stücke ins Visier genommen, die eigentlich Verstärkung benötigt hätte. Aber dank der Motivation haben wir die Herausforderung gemeistert.“ Mit „Heal the World“ und dem „Fliegermarsch“ erfüllten die Musiker gerne die Zugabewünsche der Konzertbesucher.
Bürgermeister Matthias Gutbrod dankte in seinen Grußworten dem Verein. Als Anerkennung der Verdienste um das Gemeinwohl überreichte das Gemeindeoberhaupt einen symbolischen Scheck.
Bruno Löffler, Präsident des Blasmusikverbandes Ortenau überbrachte Grüße und ein Jubiläumspräsent des Verbandes. Vertreter des Schützenvereins schlossen sich an die Grußworte an und überreichten ebenfalls eine Jubiläumsgabe.
Die Gäste waren im Anschluss an das Konzert eingeladen, bei einem Getränk noch in gemütlicher Runde zu verweilen.
Ehrungen
Leistungsabzeichen Jungmusiker in Silber: Tanja Bürkle, Felix Kölble Leistungsabzeichen Jungmusiker in Bronze: Ben Baumann, Anton Blum, Valeria Berner, Hannes Krämer