Das Wasser im Becken sieht bereits einladend aus, doch es muss noch aufbereitet werden, um seine Qualität bei hunderten Badegästen halten zu können. Foto: Maja Tolsdorf

Die neue Saison im Freibad in Weil am Rhein steht in den Startlöchern. Erstmals gilt ab Juni ein Rauchverbot im Außenbereich, das die Betreiber vor Herausforderungen stellt.

Schwimmbad ohne Pommes frites ist für jene undenkbar, die es als Kind so kennengelernt haben. Und so glaubt mancher beim Rundgang an diesem Freitagvormittag den Duft von Fritten und Currywurst auf dem Gelände schon riechen zu können.

 

Doch der Kiosk hat noch nicht geöffnet, Tische und Bänke warten noch auf die ersten Besucher, die in knapp zwei Wochen, erstmals den Zeh ins Wasser tauchen und die ersten Speisen genießen können. Im vergangenen Jahr hat es dazu aber Geduld gebraucht, wie Geschäftsführerin Natalia Golovina beim Pressegespräch erklärte.

Damit soll es mit der Eröffnung am Samstag, 23. Mai, aber vorbei sein, denn gemeinsam mit Geschäftsführer Marcel Rülke sind Verbesserungen geplant: Der Pavillon im hinteren Teil des Schwimmbad-Parks, der seit der Corona-Zeit geschlossen war, soll wieder als gemeinsamer Kiosk mit dem angrenzenden Saunapark betrieben werden.

Lage am Kiosk entzerren

Damit hofft das Leitungsduo die Lage am Schwimmbad-Kiosk entzerren zu können. Pünktlich zur Eröffnung sollen auch die digitalen Anzeigentafeln im Gastrobereich von Schwimmbad und Laguna in Betrieb gehen.

Die beiden Bäder in allen Bereichen getrennt voneinander zu betrachten, ist nicht möglich, denn es ist bewusst ein Kombi-Bad, was sich auch beim Eintritt zeigt: für 24,50 Euro gibt es ein Kombi-Tages-Ticket, das den Zugang zu Freibad und Laguna ermöglicht. Dieser Preis bleibt derselbe, während die für das Schwimmbad nun angepasst werden. „Mit dem Kombi-Ticket wird das Freibad aber zugleich auch wieder günstiger“, erklärt Rülke.

Am Kiosk soll es in der neuen Saison entspannter zugehen. Foto: Maja Tolsdorf

Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, schildert Golovina im Gespräch. Die letzte Anpassung der Schwimmbadpreise bei Erwachsenen sei im Jahr 2017 erfolgt, bis 2025 kostete der Eintritt 4,50 Euro künftig werden es sechs Euro sein. „Das ist nun schon ein größerer Schritt“, räumt Rülke ein. Allerdings habe das Weiler Freibad viele kleinere in der Vergangenheit ausgelassen, die andere im Bäderverbund Dreiländereck gemacht hätten.

Dafür blieben die Preise für Kleinkinder bis fünf Jahre weiterhin mit 50 Cent auf dem Niveau von vor elf Jahren. Der Abendtarif ab 17 Uhr erhöht sich seit 2018 um einen Euro auf 4,50. Ermäßigte zahlen neu vier Euro, anstatt 2,50 Euro wie seit 2015. Deren Saisonkarte erhöht sich von 28 Euro (seit 2014) auf 50 Euro. Erwachsene bezahlen für die Saisonkarte künftig 100 Euro, anstatt wie zuvor 80 Euro (seit 2017). Die Saisonkarte Kleinkind bleibt seit 2015 bei neun Euro.

Das Geschäftsführungs-Duo Marcel Rülke und Natalia Golovina arbeitet an vielen Fronten, um den Aufenthalt für die Gäste angenehm zu machen. Foto: Maja Tolsdorf

„Die Preise im Schwimmbad waren nicht mehr zeitgemäß, bei uns sind die Kosten auch gestiegen, deshalb mussten wir anpassen“, erklärt Golovina. Nun ziehe das Weiler Freibad fast mit dem Lörracher Parkschwimmbad gleich, allerdings bleibe die warme Dusche in Weil am Rhein vorerst kostenlos.

Raucherzonen im Freibad

Ebenso wird eine weitere Neuerung nicht alle Freibadgäste begeistern: Das neue Nichtraucherschutzgesetz verbietet ab Anfang Juni das Rauchen und Dämpfen (Vapen) nun auch in Außenbereichen und damit in Schwimmbädern. „Das wird eine Herausforderung“, sagt Rülke im Pressegespräch, denn die Betreiber haben die Aufsichts- und Kennzeichnungspflicht. Verstöße gegen das neue Gesetz können mit Bußgeldern und Strafen belegt werden: für den Raucher selbst kann dies bis zu 500 Euro kosten, für den Schwimmbadbetreiber können bis zu 6500 Euro fällig werden.

Mit dem Kombi-Ticket stehen die Rutsche im Freibad und die im Laguna zur Auswahl. Foto: Maja Tolsdorf

Deshalb wird es im Freibad zwei Raucherzonen geben, weit weg von den Spielbereichen, denn auch auf Spielplätzen gilt das Rauchverbot des Landes. Im Schwimmbad könnten Eltern dann in eine Zwickmühle geraten, meint Rülke: „Ein Kind mit in die Raucherzone zu nehmen ist nicht möglich, es allein am Beckenrand spielen zu lassen auch nicht.“ Er rechnet damit, für die Kontrollen Security einsetzen zu müssen, was um die 40.000 Euro pro Saison koste. Denn ein Schwimmmeister könne nicht vom Beckenrand weglaufen, um das Einhalten von Rauchverboten auf dem weitläufigen Schwimmbad-Areal zu kontrollieren.

Zum Eröffnungstag am Samstag, 23. Mai, lädt das Weiler Freibad am Laguna auf sein Areal ein, damit Erwachsene und Kinder wieder im Freien spielen oder Senioren im Schwimmerbecken ihre Bahnen ziehen können. An Pfingstsonntag, 24. Mai, wird dann von 10 bis 20 Uhr bei freiem Eintritt ein Familienfest mit Aktionen und Vorführungen im Freibad gefeiert. Dabei soll auch der Name der neuen Laguna-Rutsche bekannt gegeben werden. Diese erfreut seit Mitte März die Badegäste ab zwölf Jahren. Rühle nennt sie „Bowl“, weil sie über einen zentralen Mittelkreisel verfügt – einer Schüssel oder Schale gleich.