Platte Reifen an mehreren Fahrzeugen haben der oder die Täter auf dem Gelände der Lebenshilfe und ihrer Partnerorganisationen hinterlassen. Foto: Lebenshilfe Zollernalb

Wer Hinweise geben kann, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, bekommt eine Belohnung: Fahrzeuge und Gebäude der Lebenshilfe Zollernalb in der Ziegler-/Ecke Sigmaringer Straße sind mehrfach Ziel von Sachbeschädigungen geworden. Waren die Täter gar rechtsradikal? Das ist eine der Fragen, welche die Polizei jetzt klären muss.

Irgendjemand hat es möglicherweise auf die Lebenshilfe Zollernalb abgesehen: In den vergangenen Wochen sind mehrmals Hakenkreuze – in Deutschland ein verbotenes Symbol – auf dem Gelände an der Ecke Ziegler- und Sigmaringer Straße geschmiert worden. Unbekannte haben Fahrzeuge der Lebenshilfe zerkratzt und Reifen zerstochen, Scheiben eingeschlagen, Außentüren beschädigt – und einen Einbruchsversuch haben der oder die Täter ebenfalls unternommen.

 

„Vor allem die Hakenkreuzschmierereien lassen auf einen rechtsradikalen Hintergrund schließen“, vermutet Holger Klein, Geschäftsführer der Lebenshilfe Zollernalb, die auf dem Areal Angebote macht für Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder seelischen Behinderung. Außerdem sind dort der Verein für gemeindenahe Psychiatrie im Zollernalbkreis die BruderhausDiakonie und das Vinzenz-von-Paul-Hospital vertreten mit Angeboten und Unterstützungsleistungen.

Holger Klein: „Jeder kann uns irgendwann brauchen“

„Jede und jeder kann im Laufe seines Lebens psychisch erkranken und ist froh, wenn es in der Nähe des häuslichen Umfelds entsprechende Unterstützungsleistungen gibt“, betont Holger Klein und ist stolz auf das, was seine Mitarbeitenden vor Ort in Ebingen leisten. Umso entsetzter seien diese – und die Verantwortlichen der Lebenshilfe Zollernalb selbst – über diese Sabotageakte „und vor allem über die hier zum Ausdruck gebrachte Haltung und Gesinnung“, wie Klein ausdrücklich betont.

„Wohl wissend, dass es einzelne Personen und Gruppen sind, die hier Grenzen überschreiten, ruft die Lebenshilfe Zollernalb zur Geschlossenheit und Solidarität in der Gesellschaft gegenüber solchen Entwicklungen auf“, betont Klein.

1000 Euro Belohnung winken aufmerksamen Zeugen

„Wichtig ist jedoch auch, dass solche Täterinnen und Täter gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden.“ Daher setze die Lebenshilfe Zollernalb für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro aus und hoffe, „dass es sich bei diesen Vorfällen um Einzelfälle handelt“, wie Klein betont.

Außerdem hofft er, „dass wir eine offene und liberale Gesellschaft bleiben, die Raum für Vielfalt lässt und in der alle Menschen ihren Platz haben“, denn jeder Mensch habe ein Talent, einen Wert und eine Stimme.

Polizei ermittelt in alle Richtungen

Trotz der Vermutungen des Lebenshilfe-Teams, dass der oder die Täter einen rechtsradikalen Hintergrund haben, ermittelt die Polizei in alle Richtungen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen betont. „Denn es könnte sich ja um Trittbrettfahrer handeln – oder um jemanden, der bewusst eine falsche Fährte legen will.

In der Nacht zum Montag zwischen Mitternacht und 1 Uhr ist im Zusammenhang mit mehreren Sachbeschädigungen ein etwa 1,80 Meter großer Mann aufgefallen, schwarz gekleidet und mit einer Mütze, möglicherweise einer Bascecap, Handschuhen und Rucksack aufgefallen. Hinweise nimmt das ermittelnde Polizeirevier Albstadt entgegen unter Telefon 07432/955-0.