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Reif fürs Museum In der Schürze liegt die Würze

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Natürlich ist der Kittelschurz (wie der Schwabe sagt) oder die Kittelschürze (wie es im Otto-Katalog heißt) ein Auslaufmodell. Der praktische Überzieher stammt aus der Zeit, als die Hausfrau noch Hausfrau und noch nicht Familienmanagerin hieß.

Inzwischen, so scheint es, taugt der häusliche Arbeitsmantel vor allem zur Volksbelustigung. Für die schwäbische Kabarettgruppe Neue Museumsgesellschaft ist die Klamotte Anlass für eine eigenwillige Modenschau. Auf der Bühne treten auf: Heidelinde mit dem Einstiegsmodell Karlsruhe-Ettlingen, Gerlinde mit dem Kittelschurz Heilbronn/Untergruppenbach, Rosalinde mit dem schnörkellosen Allrounder Pforzheim/West. Vor allem das letzte Teil, kalauert Moderator Volker Körner über den nach einem Autobahnanschluss benannten Fummel, sei feminin im Auftritt und süffig im Abgang. Mode wie gemacht für den Kleidersack.

Offenbar aber gibt es immer noch Frauen, die das gute Stück geblümten oder klein gemusterten Stoff schätzen. Er sei ungemein praktisch, erzählt mir eine Frau um die fünfzig, man könne den Kittelschurz über die Ausgehkleider ziehen und damit noch bis kurz vor dem Opernbesuch gefahrlos am Herd stehen. Wenn's spritzt: schurzpiepegal. Ob sie selbst einen habe. Nein, aber ihre Mutter.

Wer nach einem Kittelschurz Ausschau hält, wird vielleicht in Kaufhäusern, eher aber auf Pferde- und Krämermärkten fündig. In den kunststoffbeschichteten sechziger und siebziger Jahren waren Kittelschürzen aus Nylon. Heutzutage sind sie aus Baumwolle. Bei Männern jenseits der fünfzig beflügelt der Kittelschurz (und das, was frau darunter trägt) mitunter sogar die Fantasie - eine Spätfolge der leicht beschürzten Aufklärungsreihe "Hausfrauen-Report" aus den Siebzigern. In der Schürze liegt die Würze.

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