Zu einer Durchsuchung in Mönchweiler sind am Mittwochmorgen zahlreiche Polizeikräfte ausgerückt. Im Fokus stand eine ehemalige gewerbliche Fläche. Das Polizeipräsidium erklärt die Hintergründe der Aktion.
Es ist ein ungewöhnliches Bild, welches sich Anwohnern in Mönchweiler bot: Zwei große Kastenwagen der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit aus Göppingen sowie Fahrzeuge der Kriminalpolizei waren am Mittwochmorgen angerückt.
Ihr Ziel: Eine ehemalige Büchsenmacherei in der Hindenburgstraße. Die spezialisierten Kräfte nehmen diese in Beschlag, durchsuchen Schubladen und Schränke – teilweise gefüllt mit Munition. Das ehemalige Waffengeschäft ist bereits seit mehr als zwei Jahren geschlossen, die ehemalige Inhaberin lebt mittlerweile, eigenen Angaben in den sozialen Medien zufolge, in Bayern.
Weshalb also rücken die Beamten dort an? Polizeisprecher Marcel Ferraro erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, dass es sich um eine Folgemaßnahme einer Polizeiaktion im März diesen Jahres handelt. Damals lag der Fokus im Landkreis Tuttlingen, genauer in Aldingen-Aixheim. Im Visier war damals ein 56 Jahre alter Mann, laut Behörden „mutmaßlicher Reichsbürger“.
Gewerblicher Waffenhändler im Fokus
Grund der damaligen Maßnahme: Die Stadt Spaichingen hatte laut Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft über den Verwaltungsgerichtshof Mannheim einen Durchsuchungsbeschluss gegen den gewerblichen Waffenhändler aus Aldingen-Aixheim erwirkt, um eine Verfügung zur Sicherstellung aller waffenrechtlicher Erlaubnisse, Waffen und Waffenteile durchzusetzen.
Auch Spezialisten des Landeskriminalamtes waren bei der damaligen Durchsuchung dabei. Bei dieser waren mehrere hundert Schusswaffen, Waffenteile und Munition sichergestellt worden.
Ermittlungen zufolge lag bei einem Teil der Waffen und Gegenstände Verstöße gegen das Waffengesetz, Kriegswaffenkontrollgesetz und Sprengstoffgesetz vor, weswegen ein Strafverfahren eingeleitet wurde.
Ermittlungen bei Reichsbürgerbewegung
In Rahmen dieses Verfahrens im Dunstkreis der Reichsbürgerbewegung führte offenbar eine Spur nach Mönchweiler. Warum genau die (ehemalige) Waffenhandlung für die Behörden relevant ist, wollte Ferraro aufgrund der noch laufenden Ermittlungen, die federführend bei der Staatsanwaltschaft Rottweil koordiniert werden, nicht sagen. Auch ob die Ermittler fündig wurden blieb vorerst unklar. Man müsse den weiteren Fortgang abwarten, bevor man sich näher äußern kann, so der Polizeisprecher.
Die Büchsenmacherin ist bei den Ermittlungsbehörden derweil keine Unbekannte. Im Mai 2022 waren die Räumlichkeiten der Waffenhändlerin in der Hindenburgstraße bereits durchsucht worden – auf Erwirken des hiesigen Landratsamtes als zuständige Waffenbehörde. Letztlich waren, wie die Staatsanwaltschaft Konstanz im Nachgang erklärte, unter anderem drei Verstöße gegen das Waffenrecht festgestellt worden.
Unklar, ob Frau verurteilt wurde
Dabei war es offenbar um die „unsachgemäße Aufbewahrung von Waffen“ in dem Waffengeschäft gegangen. Hier habe die Gefahr bestanden, dass diese in unsachgemäße Hände geraten könnten. Informationen, ob die Frau hinsichtlich dieser Vorwürfe verurteilt worden, liegen der Redaktion nicht vor. Nach der Durchsuchung hatte sie ihr Geschäft geschlossen und die Region verlassen.