Zum „Regrowing“ eignen sich verschiedene Gemüsesorten. In der Volkshochschule Hechingen findet dazu ein Workshop statt. (Symbolfoto) Foto: knipseria/stock.adobe.com

Gärtnern hat infolge der Corona-Pandemie einen Boom erfahren. Wie aus Lebensmittelabfällen neue Gewächse entstehen können, zeigt ein Workshop an der VHS Hechingen.

Lebensmittelabfälle wie der Strunk einer Lauchzwiebel müssen nicht unbedingt in der Mülltonne landen. „Regrowing“, zu deutsch „Nachwachsenlassen“, heißt das Zauberwort für nachhaltiges Gärtnern auf der Küchenbank. Die Volkshochschule Hechingen bietet am kommenden Dienstag, 27. Mai, von 9.30 bis 11 Uhr, in Kooperation mit dem Landwirtschaftsamt des Landratsamtes einen Workshop zu diesem Thema an. Gefördert wird die Veranstaltung durch das Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Rahmen des Programms Ernährungsbildung für Erwachsene und Familien in Baden-Württemberg.

 

Sabine Tritschler aus dem Sachgebiet Ernährung und Hauswirtschaft des Landratsamtes wird die Kursteilnehmer anleiten. Sie informiert im Gespräch mit unserer Redaktion: „Beim ‚Regrowing‘ geht es darum, nicht nur den Abfall zu sehen, sondern daraus etwas Neues wachsen zu lassen.“

Anfängermodell ist die Frühlingszwiebel

Die Grundidee: Verbleibende Teile von verschiedenen Gemüsesorten wie der Strunk, die Wurzel oder Stängel in Wasser oder Erde setzen, um daraus neue Pflanzen zu ziehen. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Tritschler.

Besonders gut zum „Regrowing“ eignen sich laut Tritschler Frühlingszwiebeln, Lauch sowie Kräuter aller Art wie Basilikum oder Minze. „Das klassische Anfängermodell ist die Frühlingszwiebel. Es genügt, die Wurzelpartie in ein Gefäß mit Wasser zu stellen.“ Dort schlagen die Pflanzen neue Wurzeln aus und Triebe bilden sich. Je nach Gemüse kann das Gewächs dann nach einer gewissen Zeit auch in einen Topf mit Erde gepflanzt und weiterkultiviert werden. Heißt: Zum „Regrowing“ genügen wenige Zutaten. „Wasser, Lebensmittelreste, eine gute Blumenerde und eine warme Fensterbank reichen aus.“ Als Pflanztöpfe können auch Joghurtbecher oder Weckgläser genutzt werden.

Über allem steht beim „Regrowing“ die Nachhaltigkeit. Sabine Tritschler selbst ist bei einer Fortbildung auf das Thema gestoßen. Sie betont: „‚Regrowing‘ ist ein tolles Instrument, um die Wertschätzung für Lebensmitteln zu steigern.“ Gerade in der heutigen Zeit gehe man vielerorts doch recht sorglos mit wertvollem Gemüse um; entsprechend viel lande daher im Müll.

Sabine Tritschler rät daher dazu, „Regrowing“ auch mal mit Kindern auszuprobieren. Denn: „Aus einer verhältnismäßig kleinen Portion kann mit Geduld wieder etwas Neues entstehen.“ Man müsse sich dafür aber kümmern, etwas tun und könne nicht einfach in den Supermarkt fahren, um Nachschub zu kaufen.

Paprika und Gurke funktionieren nicht

Wer etwas Erfahrung gesammelt hat, kann sich dann auch an „schwierigen“ Gewächsen ausprobieren. Zum Beispiel an Ingwer, Salat oder mit Mangokernen. „Das probiere ich gerade selbst. Es ist einfach spannend, was passiert.“ Gerade bei Mangos oder Avocados seien in den hiesigen Breitengraden aber zu niedrige Temperaturen ein Problem. Übrigens: Es gibt auch Pflanzen, mit denen „Regrowing“ sicher nicht funktioniert. Paprika oder Gurken seien hierfür ein Beispiel.

Während des Workshops erwartet die Teilnehmer eine Mischung aus Theorie und Praxis. Zunächst gibt es Informationen darüber, wie „Regrowing“ funktioniert, was dahinter steckt und was gebraucht wird. Es folgt ein Ausprobieren mit Lebensmitteln, voraussichtlich mit Frühlingszwiebeln. Angedacht ist auch, dass die Teilnehmer etwas mit nach Hause nehmen können.

Eine Anmeldung zum „Regrowing“-Workshop ist bei der VHS unter 07471/51 88, per Mail an vhs@vhs-hechingen.de sowie im Internet auf www.vhs-hechingen.de möglich. Die Kursgebühr beträgt fünf Euro.