Die Zollernstadt wird Drehkreuz. Mit Strom fahren die Züge zwischen Tübingen und Albstadt frühestens 2034. Im Killertal wird gemixt.
Die Regionalstadtbahn rückt das Hohenzollerische näher an Stuttgart heran, aber dieses Ziel liegt in weiter Ferne.
Die Aufnahme des elektrifizierten Betriebs des Streckenabschnitts Tübingen-Hechingen-Albstadt soll 2034 erfolgen.
Diese Jahreszahl hat Tobias Bernecker, Geschäftsführer des Zweckverbands Regionalstadtbahn Neckar-Alb (ZV), bei der Sitzung des Kreistagsausschusses berichtet – und sie muss zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Vorsicht gelesen werden.
Ziel: Projekt beschleunigen
Wie bei der Ausschusssitzung deutlich geworden ist, suchen die Projektverantwortlichen nach Möglichkeiten, um den Termin zur Inbetriebnahme einzuhalten. Es ist also keineswegs ausgemacht, dass die Züge ab 2034 von Burladingen über Hechingen nach Stuttgart fahren. Im Raum stehen mehrere Ideen, den Ausbau zu beschleunigen. Dazu gehört auch, die Strecke Tübingen–Sigmaringen in Abschnitten in Betrieb zu nehmen. Demnach würde die Regionalstadtbahn zuerst von Tübingen bis Hechingen fahren, erst danach bis Balingen, danach bis Albstadt und danach bis Sigmaringen.
Laut bisheriger Planung soll die elektrifizierte Hohenzollernbahn zwischen Hechingen und Burladingen (Linie S7) zeitgleich mit dem Abschnitt von Tübingen nach Hechingen in Betrieb genommen werden. Das ist folgerichtig, denn die Stromversorgung der S7 ins Killertal erfolgt vom Bahnhof Hechingen.
Auf Anfrage heißt es vom ZV: „Zum Zeitplan für die Zollern-Alb-Bahn werden die Projektbeteiligten – Zweckverband, Land und DB InfraGO – informieren, sobald die noch laufenden Abstimmungen abgeschlossen sind. Die für den Ausbau und die Elektrifizierung der Zollern-Alb-Bahn nötige Finanzierungsvereinbarung mit der DB InfraGO soll in der nächsten Sitzungsrunde des Zweckverbands beraten und beschlossen werden.“ Somit werden im Juli 2026 weitere Details zum zeitlichen Ablauf bekannt gegeben.
Höhenunterschied im Killertal
Der Ausbau, so er denn eines Tages stattfindet, beginnt in Tübingen, und danach geht es in Abschnitten nach Süden. Auch der Hechinger Bahnhof steht im Fokus der Bauarbeiten, denn dort soll ein viertes Gleis für die Strecke nach Burladingen eingebaut werden. Neu ist, dass die Planungen laut Sitzungsvorlage nun zusätzlich den Abschnitt von Burladingen nach Sigmaringen in den Blick nehmen. Demnach soll die Strecke Hechingen–Burladingen–Gammertingen–Sigmaringen mit Hybrid-Triebzügen entwickelt werden.
Vorteil dieser Züge: Sie können abschnittweise mit Akku fahren. Deshalb muss die Bahnlinie nur streckenweise mit Oberleitungen elektrifiziert werden. Das wirkt praktisch, denn die Strecke ist gerade im Bereich Burladingen eng bebaut – Wohnhäuser rücken dort bis auf wenige Meter an die Gleise heran.
Entsprechende Überlegungen, so berichtet der ZV, sollen gemeinsam mit dem Landkreis Sigmaringen in einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie untersucht werden.
Als besondere Herausforderung wird der Abschnitt Hechingen–Burladingen gesehen, wo die Züge einen Höhenunterschied von fast 240 Metern überwinden. Die Oberleitungen sind deshalb in diesem Bereich angedacht. Das Killertal rückt damit ‚näher‘ an Hechingen heran, wo Verbindungen nach Tübingen und Stuttgart bestehen.
Hechingen wird Knotenpunkt
Eine „zentrale Rolle“ nimmt der Hechinger Bahnhof aufgrund seiner zentralen Lage ein. Er soll zu einer Art Knotenpunkt ausgebaut werden, bei dem alle Busse und Züge jeweils zu einer bestimmten Zeit ankommen und danach wieder abfahren, so der Plan. Einfache und schnelle Umstiege wären der Vorteil für die Fahrgäste. Wer beispielsweise von Burladingen nach Hechingen fährt, erhält dort direkt Anschlüsse nach Tübingen und/oder Stuttgart. „Hierfür werden in Hechingen vier Bahnsteiggleise (statt bisher drei) mit vollständiger Barrierefreiheit, neuen Aufzügen und Rampen, sowie einer erweiterten Personenunterführung zur Tübinger Straße errichtet. Dazu ist eine Umstellung der Zollern-Alb-Bahn auf digitale Stellwerkstechnik und ETCS vorgesehen“, so sieht der Zweckverband die Zukunft des Hechinger Bahnhofs. Allerdings ist diese Zukunft weit weg.