Die Entscheidung der Tübinger gegen die innerstädtischen Bahnstrecke empfindet Landrat Günther-Martin Pauli als "Ohrfeige". Foto: Tricon

Wie geht es weiter mit der Regionalstadtbahn Neckar-Alb? Die gesamte Strecke zwischen Tübingen Hauptbahnhof und dem Bahnhof Ebingen werde jetzt neu vermessen, hat Dezernentin Catharina Pawlowskij in der Sitzung des Kreistagsausschusses für Umwelt und Technik erklärt.

Zollernalbkreis - Das Gremium hat die Vergabe an die Stuttgarter Vermessungsfirma Intermetric beschlossen. Geschätzte Kosten: 196 500 Euro.

Die Neuvermessung sei notwendig geworden, da die 2014 erhobenen Daten inzwischen veraltet seien und nicht in einem einheitlichen System vorliegen würden. Auf dem 33 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Tübingen und Bisingen beschränke sich die Neuvermessung auf die Kontrolle der Lage-Koordinaten und die Transformation der Höhe-Koordinaten.

Anders ist das bei der 27 Kilometer langen Strecke zwischen Bisingen und Ebingen: Diese müsse komplett neu vermessen werden, da die Daten in einem System vorliegen würden, das mit dem der Bahn nicht kompatibel sei. Die Vermessungsdaten seien die Grundlage für eine Vorplanung der Strecke und sollten demnach zu Beginn der Vorplanung zur Verfügung gestellt werden.

Was in dem Angebot von Intermetric nicht enthalten ist, ist die Streckenabsicherung. Diese müsse, wie die Dezernentin sagte, separat in Auftrag gegeben werden.

Die Kosten werde zunächst der Zollernalbkreis tragen. Danach werde man sie zwischen den Projektpartnern anteilsmäßig aufteilen. Schließlich sei es, wie Landrat Günther-Martin Pauli bemerkte, ein "solidares, partnerschaftliches Projekt".

Nachdem die Vergabe einstimmig beschlossen war, erkundigte sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Dietmar Foth, ob und wie sich das Veto der Tübinger zur innerstädtischen Bahnstrecke auf das Gesamtprojekt auswirke. Gar nicht, erklärte Landrat Günther-Martin Pauli. In Tübingen würden vier Haltepunkte wegfallen, aber dadurch würden sich die Ziele und der Nutzen-Kosten-Index "nicht dramatisch verschlechtern".

Allerdings gelte es, aus dem Tübinger Bürgerentscheid Lehren zu ziehen. Man wolle die Bürger in Zukunft "offen und transparent über das Jahrhundertprojekt informieren". Es sei "schon eine Ohrfeige, die die Tübinger da ausgeteilt haben", räumte Pauli ein. Aber: "Uns wird es nicht umschmeißen."

Nach Einschätzung des SPD-Fraktionssprechers Martin Frohme trifft das Ergebnis des Tübinger Bürgerentscheids die Zollernälbler "nicht so hart": Auf dem Weg zu den Tübinger Kliniken hätte man sowieso umsteigen müssen.