Die bereits abgestiegenen Regionalliga-Fußballer aus der Eyachstadt gastieren am Dienstagabend um 19 Uhr ein letztes Mal in der 4. Liga bei den Stuttgarter Kickers.
Abgestiegen ist die TSG Balingen bereits. Dennoch wollen die Regionalliga-Fußballer aus den letzten fünf Spielen noch das Beste rausholen. Nun wartet eine Englische Woche, die die TSG am Abend zunächst nach Stuttgart führt.
Hätten die Südwest-Vereine in der 3. Liga mitgespielt, die Fußballer der TSG Balingen dürften sich auch fünf Spieltage vor dem Saisonende noch berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest machen. Nach dem späten 1:1 gegen den Tabellenfünften 1. FSV Mainz 05 2 vom Samstag rangiert die Mannschaft von Trainer Murat Isik weiterhin auf dem 16. Platz, dem ersten von den drei ursprünglich vorgesehenen Abstiegsplätzen der Südweststaffel also. Zwei Punkte fehlen den Schwaben auf Bayern Alzenau und den im regulären Fall dann rettenden Platz 15. Diese aufzuholen, es wäre eine machbare Aufgabe.
Rang 14 ist nicht mehr zu erreichen
Nur wird diese Saison nicht nach regulären Bedingungen verlaufen, eben weil die beiden Drittliga-Klubs SSV Ulm 1846 und 1. FC Saarbrücken nicht mitspielen. Diese kämpfen im letzten Saisonviertel gegen den Abstieg, mindestens einen der beiden Traditionsvereine wird es treffen. Und damit bekommt die Regionalliga-Südweststaffel mindestens einen vierten Absteiger dazu. Deshalb müsste die TSG nicht nur den FC Bayern Alzenau, sondern auch noch Eintracht Trier einholen. Und das ist angesichts von 16 Punkten Rückstand auf den rettenden 14. Platz seit dem zurückliegenden Wochenende nun auch rechnerisch ausgeschlossen.
Ohne Druck ins Württemberg-Derby
Das heißt auch: Ins Württemberg-Derby am heutigen Dienstag (19 Uhr, Gazi-Stadion in Degerloch) bei den Stuttgarter Kickers gehen die Balinger mit der Gewissheit des sicheren Abstiegs. Nach der für viele unerwarteten Rückkehr in die Regionalliga zu dieser folgt nun also der direkte Wiederabstieg in die Oberliga Baden-Württemberg zur kommenden Saison.
TSG zeigt gegen Mainz viel Moral
Faktisch ist dies auch schon vor dem 1:1 vom Wochenende gegen das Mainzer Perspektivteam klar gewesen. Umso beeindruckender war, wie sich die Schwaben am Samstag präsentierten. Sie hatten gegen den Regionalliga-Fünften abermals ordentlich gespielt, hatten sich aber immer wieder in der vielbeinigen Mainzer Defensive festgerannt. Und auf der Gegenseite nutzten die Jungprofis vom Bruchweg eine ihrer wenigen Chancen, um vor der Pause die 1:0-Führung vorzulegen. Das Team von Trainer Murat Isik hätte sich angesichts des Rückstands und der aussichtslosen Tabellenlage nun aufgeben können. Doch stattdessen rieben sich die Balinger auch im zweiten Durchgang weiterhin in jedem Zweikampf auf – und belohnten sich in der Nachspielzeit mit dem verdienten Ausgleich. Der eingewechselte Matthias Schmitz, der nach langer Verletzung allmählich wieder in Form zu kommen scheint, besorgte per Kopf das 1:1. Wie Simon Klostermann, der den Treffer vorlegte, war der Kapitän im zweiten Durchgang in die Partie gekommen.
„Unentschieden fühlt sich wie Sieg an“
„Natürlich hilft uns der Punkt in der Tabelle nicht mehr weiter“, sagte Isik nach dem Heimspiel. „Dennoch macht es mich stolz, wie die Jungs erneut aufgetreten sind.“ Seine Elf habe stets gezeigt, dass sie „wollte“, so der Balinger Coach. „Gut eine Stunde lang ist es uns allerdings kaum einmal gelungen, Strafraumsituationen zu kreieren“, erklärte Isik. „Das lag natürlich auch am Gegner, der gerade im Defensivverhalten sehr erwachsen agierte.“ Und das änderte sich dann aber in den letzten Minuten, als die Balinger ihre Gäste zunehmend an der eigenen Box festbanden und schließlich auch zu Abschlüssen und zum entscheidenden Treffer in der 94. Minute kamen. Das Unentschieden fühle sich deshalb „wie ein Sieg an“, sagte Isik. „Weil die Jungs sich nie aufgegeben, dieser großen Last getrotzt und den Punkt schließlich erzwungen haben.“
Ziel: Auf der Waldau nicht leer ausgehen
Mindestens ein Zähler soll nun auch am Abend für die TSG rausspringen, wenn die Isik-Elf auf der Waldau zu Gast ist. Dort warten die Profis der Stuttgarter Kickers, die als Tabellenelfte eine Saison weiter unter ihrem Anspruch spielen und am Wochenende zudem mit 1:2 dem Regionalliga-Letzten Bahlinger SC unterlegen sind. Dem BSC wiederum fehlen fünf Spieltage vor Schluss nur drei Punkte auf die TSG. Und dabei soll es aus Balinger Sicht auch bleiben, mindestens.