TSG-Cheftrainer Murat Isik möchte mit seinen Balingern in der Regionalliga Südwest gegen den FSV Mainz 05 II wieder ein Erfolgserlebnis einfahren Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Trotz des nahezu sicheren Abstiegs haben sich die Balinger Fußballer nicht aufgegeben. Am Samstag kommt nun das Perspektivteam des 1. FSV Mainz

Den Fußballern der TSG Balingen fehlen sechs Spieltage vor dem Saisonende 15 Punkte auf Kickers Offenbach und Tabellenplatz 14, der im Abstiegskampf über Wohl oder Wehe entscheiden wird. Anders gesagt: Nur noch ein Wunder kann die Schwaben nach dem direkten Wiederaufstieg vor dem direkten Wiederabstieg aus der Regionalliga Südwest bewahren. 

 

Wie geht man angesichts dieser fast sicheren und gleichsam bitteren Gewissheit nun in die finalen Spiele, zunächst also am Samstag (14 Uhr, Bizerba-Arena) ins Heimspiel gegen das Perspektivteam des 1. FSV Mainz 05?

„Wir bleiben unserer Linie treu“

„Wir bleiben unserer Linie treu“, antwortet Murat Isik, der scheidende Coach des württembergischen Amateurklubs. „Darauf haben wir uns im Team eingeschworen“, so Isik weiter. „Diese Energie und Spielfreude, die uns zweifelsohne auszeichnet, die werden wir auch weiterhin auf den Platz bringen.“

Zwangsoptimismus? Ganz und gar nicht. Denn Isik kennt die Tabellensituation natürlich genau und verweist indirekt darauf, wenn er nachlegt: „Wir brauchen uns nichts vormachen: Das Ding ist leider zwischenzeitlich so gut wie durch.“

Aufgeben ist keine Option

Dass dieser Umstand seine Jungs nun jedoch demotivieren würde, das glaubt der Nürtinger nicht. Dazu kenne er seine Truppe zu gut, sagt er. Und dafür gibt es tatsächlich auch keine Anhaltspunkte: Denn selbst, wenn die Balinger in dieser Saison schon aussichtslos zurücklagen, gaben sie sich nie auf. Auch am vergangenen Wochenende nicht: Da hatte die TSG bei Kickers Offenbach gut begonnen, sich insbesondere offensiv spielfreudig und kreativ gezeigt. Ja, sie hatte sich sogar ein leichtes Chancenplus erarbeitet – doch dann, laut Isik, „falsche Entscheidungen“ getroffen. Und ehe sich die Schwaben versahen, lagen sie zur Pause mit 0:3 zurück. 0:5 hieß es am Ende. 

Ein viel zu deutliches Ergebnis, weil die Balinger auch im zweiten Durchgang spielerisch ebenbürtig waren – nur eben in den entscheidenden Situationen, vor dem gegnerischen oder wahlweise dem eigenen Tor also nicht.

Was fehlt ist die Erfahrung

„Das zieht sich bei uns schon über die gesamte Saison hinweg durch“, weiß Isik. „Ich kann mich leider nur wiederholen: Uns fehlt dann, wenn es zählt, einfach die Erfahrung.“ So würden sich auch die Fehler begründen, die seine junge Mannschaft am Ende schlichtweg zu oft gemacht habe. Und die in einer Profi-Liga wie der vierten eben eiskalt bestraft werden. „Meine Spieler werfen Woche für Woche alles rein. Deswegen würde ich mit meiner Mannschaft auch niemals harsch ins Gericht gehen und mich immer vor die Jungs stellen“, so der Coach des Tabellen-16., der am Samstag wieder auf den zuletzt gesperrten Ole Deininger bauen kann.

Apropos: Etwas Aufbauarbeit mussten Isik und seine Kollegen unter der Woche – nach dem wohl finalen Nackenschlag – dennoch leisten. Natürlich frustriere ein Spiel wie jenes beim OFC gerade junge Kicker wie jene der TSG ein Stück weit. „Die Jungs sitzen in der Pause dann schon in der Kabine und verstehen die Welt nicht mehr“, sagt Isik. Doch das sei nun abgehakt. 

Der Blick geht nach vorne

Der Blick richte sich nach vorne: auf Mainz, auf den Tabellenfünften, der mit der Empfehlung aus 47 Punkten auf die Schwäbische Alb reist, also satte 27 Zähler mehr als die TSG auf ihrem Konto hat. „Eine Mannschaft mit viel Qualität, mit vielen Jungs, die Profis werden wollen und einigen, die Profis waren“, sagt Isik über die Mainzer „Zweite“. „Aber auch wir haben unsere Qualitäten und die werden wir den Mainzern am Samstag zeigen.“