Sascha Eisele, hier in der Partie gegen KSV Hessen Kassel, wird der TSG Balingen in den letzten beiden Spielen und auch in der Vorbereitung auf die neue Saison nicht zur Verfügung stehen. Foto: Eibner-Pressefoto

Auf ihrer Abschiedstour machen die Regionalliga-Fußballer der TSG Balingen am Samstag Halt beim TSV Schott Mainz. Beide Aufsteiger werden am Saisonende wieder absteigen.

In ihren vorerst letzten beiden Regionalliga-Spielen geht es für die Fußballer der TSG Balingen noch zum designierten Mitabsteiger TSV Schott Mainz (Samstag, 14 Uhr) und anschließend zu Hause gegen den FC Astoria Walldorf (16. Mai). Heißt: Sechs Punkte kann die TSG in dieser Saison noch holen. Das sind genau so viele, wie die Balinger in ihren zwölf Partien seit der Winterpause überhaupt erst eingefahren haben. Gelänge dies, könnten die Schwaben noch auf Platz 15 (Bayern Alzenau) oder 16 (Mainz) einlaufen. Sollten sie aber erneut Punkte liegen lassen, dürfte es am Ende Rang 17 oder sogar der letzte Tabellenplatz werden.

 

Den besetzt derzeit der Bahlinger SC, der nur einen Zähler Rückstand auf die TSG als Regionalliga-17. aufweist. Vier sind es auf Alzenau, drei fehlen den Schwaben auf die Schott Mainzer. Egal, wie die Mannschaft des scheidenden Trainers Murat Isik (wird Sportchef des SSV Ulm 1846) ihre letzten beiden Partien bestreiten wird: Dass sie, wie alle der vier genannten Teams, absteigen wird, steht bereits fest.

Einen Balinger trifft diese Nachricht gleich doppelt schmerzhaft. Anfang Dezember hatte sich Sascha Eisele einen Kreuzbandriss zugezogen. Seither heißt es für den Verteidiger: Reha statt Rasen. Eisele, 31 Jahre alt und respektive bei der TSG groß geworden, konnte selbst also nichts mehr dagegen tun, dass die Balinger nach dem direkten Wiederaufstieg nun auch direkt wieder in die Oberliga Baden-Württemberg runter müssen. Der Abstieg, der sei bitter, keine Frage, so bitter wie seine Knieverletzung – eine der schlimmsten Diagnosen, die einen Fußballer ereilen können, weil das Implantat nach der OP bis zu einem Jahr braucht, um wieder vollständig fixiert zu sein.

Zu viele Gegentore

„Es ist natürlich sehr schade, dass wir den Klassenerhalt verpasst haben“, sagt Eisele, der aus Frommern kommt. „Wir hatten eine coole Truppe zusammen. Aber am Ende haben wir einfach zu viele Gegentore bekommen.“ 2,5 im Schnitt pro Spiel. „Bei so einer Bilanz ist der Abstieg eigentlich kaum zu verhindern“, sagt der Defensivspieler, der seit 2012 den Balingern die Treue gehalten hat. Insbesondere in der Defensive habe also der Schuh gedrückt. „Außerdem haben wir zu oft zu viele individuelle Fehler gemacht, die uns meistens Punkte und regelmäßig auch ganze Spiele gekostet haben.“ So begründet Eisele die dürftige Ausbeute von 22 Punkten aus 32 Begegnungen.

Doch bei aller Tristesse kann Eisele der Saison auch einiges Positive abgewinnen. Es sei schon eine enorme Leistung gewesen, unter dem damals neuen Trainer Isik einen kompletten Umbruch zu vollziehen und dennoch als Oberliga-Vizemeister über die Aufstiegsspiele zurück in die 4. Liga gekehrt zu sein. „Man darf nie vergessen, dass wir als Amateurteam in einer Profiliga aktiv sind. Die Regionalliga ist für einen Verein wie die TSG Balingen nie selbstverständlich und für mich persönlich ohnehin nicht“, so der Co-Captain. „Die Stadien, die Fans, die Gegenspieler, das Gefühl von Profifußball – das ist schon etwas Besonderes.“ Er sei daher über jedes Jahr dankbar, in dem er in der Regionalliga habe spielen dürfen. „Noch dazu in meiner Heimatstadt mit meinem Heimatverein“, weiß Eisele.

Abermaliger Neuanfang mit neuem Trainer

Nun also der abermalige Neuanfang, den die Schwaben mit einer rundum erneuerten, abermals verjüngten Mannschaft und neuem Trainer (Michael Schilling) begehen werden. Aber immer noch mit Eisele. „Ein größerer Umbruch steht bevor, wir bekommen viele neue Spieler dazu, auch aus unseren eigenen U-Teams“, resümiert Eisele. Er halte das für den richtigen Weg. „Die TSG setzt wieder mehr auf Regionalität, das passt zum Verein und wird sich vor allem langfristig auszahlen.“

Gleichwohl bittet der Führungsspieler um Geduld. „Wir bekommen viele Talente, die ihre Chance verdient und das Zeug dazu haben, sich in der ersten Mannschaft durchzusetzen.“ Der Sprung von der Landesliga oder A-Jugend sei aber gewaltig. Dazu komme die hohe Fluktuation. „Es wird dauern, bis sich alles eingespielt hat.“ Daher könne und dürfe man nicht erwarten, dass die Balinger in der neuen Oberliga-Runde gleich wieder um den Titel mitspielen. „Ich würde mich freuen, wenn wir oben mithalten“, sagt Eisele. Aber auch das wäre, so glaubt er, keine Selbstverständlichkeit.

Eisele will Führungsrolle gerecht werden

Eisele selbst wird die Vorbereitungszeit und wohl auch die ersten Spiele verpassen. Vier Monate ist seine OP nun her, vier weitere wird das Knie mindestens brauchen, glaubt er. „Ich will jedenfalls auch weiterhin meiner Führungsrolle gerecht werden, die Jungs ein wenig an die Hand nehmen und pushen – anfangs in der Kabine und dann hoffentlich auch bald wieder auf dem Rasen.“