Balingens Cheftrainer Murat Isik gibt Anweisungen und zeigt seinen Ärger über die 1:2-Niederlage gegen Sandhausen. Foto: Eibner-Pressefoto/Ulmer

Trotz starker Leistung unterliegt der Regionalligist dem SV Sandhausen 1:2. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt bleibt, doch der Abstiegskampf wird immer dramatischer.

Wieder mal gut gespielt, abermals „maximal bitter“ verloren: Doch trotz der 1:2-Niederlage gegen den Regionalliga-Siebten SV Sandhausen schlägt bei der abstiegsbedrohten TSG Balingen weiter die Hoffnung ihre Keime.

 

Wie gewonnen, so zerronnen – weil wieder verloren? Kaum hatte bei der TSG Balingen nach dem spektakulären 3:2-Sieg beim FSV Frankfurt die Hoffnung zarte Wurzeln geschlagen, dass die Schwaben vielleicht doch noch mal über sich hinauswachsen und sie eine Serie gegen den Abstieg zum Erblühen bringen könnten. Da folgte am 24. Spieltag statt etwas Dünger für den Balinger Abstiegskampf eine erneute Punkte-Dürre: Mit 1:2 unterlagen die Regionalliga-Fußballer von Trainer Murat Isik am Samstag dem personell angeschlagenen Drittliga-Absteiger SV Sandhausen – in einem Heimspiel, das die TSG nie und nimmer hätte verlieren müssen.

Erneut im Rückstand

Wieder mal waren die jungen Balinger gegen den Tabellensiebten besser ins Spiel gestartet, aber aus dem Nichts in Rückstand geraten. Erneut konnten sie ein Duell nach der Pause ausgleichen, diesmal durch einen Eroglu-Elfmeter. Nur um kurz vor dem Spielende doch noch den zweiten Gegentreffer zu kassieren. „Das ist maximal bitter, weil wir die Kontrolle hatten, vielversprechende Angriffe gezeigt haben und erneut gut zurückgekommen waren“, sagte Isik. „Doch dann bringen wir es wieder fertig, das Spiel in der Schlussphase zu verlieren.“ Seine Elf hätte mindestens einen Punkt, vermutlich sogar den Sieg verdient gehabt, fand der Coach aus Nürtingen – und übertrieb mit dieser Einschätzung keineswegs. „Das Ergebnis ärgert mich entsprechend maßlos.“

Seinen Unmut wollte Isik derweil nicht als Kritik an seinem Team verstanden wissen. „Wir machen es ja im Grunde erneut gut: Ich wüsste nichts, von dem ich sagen müsste, das war nicht in Ordnung.“ Auch dürfe man nicht vergessen, dass bei den Württembergern mit Kapitän Matthias Schmitz und dessen Vertretern, Sascha Eisele (Saisonaus nach Kreuzband-OP) und Ivo Colic (Sperre), drei erfahrene und auch emotional wichtige Defensiv-Recken ausfielen. „Diese Jungs fehlen uns dann in den entscheidenden Situationen, das merkt man einfach“, so Isik. Schmitz, der die Vorbereitung verletzt verpasst hatte, feierte gegen Sandhausen immerhin sein Comeback. Er kam in der Schlussphase, Trainingsrückstand inklusive.

Colic kehrt gegen Alzenau zurück

Auch Colic wird am Samstag (14 Uhr), wenn die weiterhin auf Rang 16 liegende TSG beim FC Bayern Alzenau (Regionalliga-15. mit drei Punkten Vorsprung) ein erstes, wohl mitentscheidendes Spiel austragen wird, wieder zurückkehren. Noch sind die Chancen der TSG jedenfalls nicht verwelkt. Noch schimmert Hoffnung durch, dies auch, weil die Konkurrenten im Rennen und den Liga-Verbleib am Wochenende selbst Niederlagen kassierten und die Schwaben in ihren letzten zehn Spielen weiter rund zehn Punkte aufholen müssen. Einzig Schlusslicht Bahlinger SC feierte nach dem Trainerdebüt von Marco Schneider, der eigentlich erst im Sommer, dann als Sportlicher Leiter übernehmen sollte, einen Achtungserfolg. Und machte mit dem 2:2 gegen Tabellenführer SGV Freiberg nebenbei das Titelrennen spannend. Nur noch zwei Zähler fehlen Aufsteiger Sonnenhof Großaspach (3:1-Sieg in Offenbach) nun auf den Spitzenreiter aus der Nachbarschaft.

Vertragsverlängerungen

Unterdessen haben die Balinger die ersten Vertragsverlängerungen für die kommende Saison eingefädelt. Antreiber Ivo Colic und Abräumer Marvin Jäger werden der TSG erhalten bleiben, egal ob es für den Aufsteiger direkt wieder zurück in die Oberliga gehen wird oder nicht. Beide Balinger verbanden ihre frühe Unterschrift mit einem Statement: Man wolle ein Zeichen setzen und hoffe darauf, dass viele Teamkollegen nachziehen und ihre Zukunft ebenfalls in Balingen sehen.

„Zum Fußball gehören Höhen und Tiefen“, erklärte Colic, im Winter 2025 vom badischen Fünftligisten FC 08 Villingen ins Württembergische gewechselt. Mit der direkten Regionalliga-Rückkehr zu dieser Saison und dem WFV-Pokalfinale in der vergangenen habe die TSG gezeigt, dass man gerade als geschlossene Einheit auch im Quasi-Profifußball Erfolg haben könne. „Aktuell befinden wir uns zwar in einer schwierigen Phase, aber in genau solchen muss man zeigen, wo es langgeht.“