Vor dem Auswärtsspiel bei Kickers Offenbach am Samstag hat Angreifer Simon Klostermann seinen Vertrag beim Regionalligisten Balingen verlängert.
Mit mehr als nur einem Bein stehen die Regionalliga-Fußballer der TSG Balingen mittlerweile in der Oberliga Baden-Württemberg.
Am vergangenen Osterwochenende hatte die Mannschaft von Trainer Murat Isik gegen die U23 des SC Freiburg ihre vermutlich letzte Chance gehabt, sich im Abstiegskampf der Viertliga-Südweststaffel noch einmal zurückzumelden. Stattdessen unterlagen die Balinger dem direkten Konkurrenten mit 2:3. Die TSG war früh in Führung gegangen, hatte sich vor der Pause dann jedoch zwei Gegentreffer eingefangen und konnte auch den zwischenzeitlichen Ausgleich nicht ins Ziel bringen. Für Simon Klostermann ein „typisches TSG-Spiel“, so der Balinger Stürmer, der in der Schlussphase eingewechselt wurde. „Wir sind gut im Spiel und haben eine echte Chance auf Punkte, aber schaffen es dann am Ende leider wieder nicht, etwas mit zu nehmen.“
Ein Sieg in sieben Spielen
Von den sieben Spielen seit der Winterpause konnten die Württemberger nur eines gewinnen und lediglich vier von möglichen 21 Punkten einfahren – zu wenig, um die Klasse zu halten. Rechnerisch ist der Ligaverbleib zwar noch immer möglich. Realistisch ist er allerdings nicht mehr – zieht man in Betracht, dass die Balinger in bislang 27 Spielen insgesamt 20 Punkte einsammeln konnten und in den nun noch offenen sieben Partien satte zwölf Zähler aufholen müssten. Auf jenem 14. Platz, der am Saisonende den Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest bedeuten dürfte, rangiert zwischenzeitlich Kickers Offenbach. Und genau zu denen geht es für die Isik-Elf diesen Samstag (14 Uhr). Ein Sieg ist Pflicht für den Tabellen-16., will man die Mini-Chance auf das Wunder „Klassenerhalt“ noch wahren.
Das sieht auch Klostermann so. Ungeachtet der dramatischen Tabellenlage sei es aber ohnehin das Ziel der Mannschaft, in jedem Spiel drei Punkte zu holen, sagt der TSG-Stürmer und verspricht: „Wir werden bis zum Schluss Vollgas geben.“ Klostermann gab unter der Woche die Verlängerung seines auslaufenden Vertrages bekannt.
Unter Isik nur Joker
Der 25-Jährige, der in der Winterpause 2024/2025 vom aktuellen Regionalliga-Spitzenreiter SGV Freiberg zurück nach Balingen wechselte, wird der TSG damit auch in der kommenden Saison zur Verfügung stehen – und mit dem Aufsteiger im Zweifel auch in die Oberliga zurückgehen. Selbstverständlich war Klostermanns Verlängerung nicht, weil der Angreifer unter Murat Isik keinen leichten Stand hat und vor allem als Joker zum Einsatz kommt. Der Trainer setze eben auf „andere Stürmer-Typen, die vielleicht besser in sein System passen“, erklärt Klostermann, der selbst ein klassischer Neuner ist.
„Da bin ich momentan nicht die erste Wahl.“ Er selbst habe es zudem verpasst, „an meine Leistungen der letzten Saison anzuknüpfen“, so der gebürtige Ludwigsburger. Er werde versuchen, „es besser zu machen, um wieder regelmäßig in der Startelf zu stehen“. Insgesamt sei für die TSG in dieser Runde mehr drin gewesen, findet Klostermann. „Wir haben in vielen Spielen unnötig Punkte liegen gelassen, oftmals durch einfache oder eigene Fehler. Trotzdem muss man sagen, dass jeder in jedem Spiel an seine 100 Prozent kommen muss, um sich langfristig in dieser starken Liga halten zu können. Das haben wir zu oft nicht geschafft.“ Von „guten Gesprächen“ mit Michael Schilling, der Murat Isik (Ziel unbekannt) zur neuen Spielzeit beerben wird, berichtet Klostermann, der in dieser Runde lediglich sechsmal in der Startelf stand.
„Zudem bleibt die Mannschaft größtenteils zusammen, ich fühle mich echt wohl und habe in Balingen einfach viele schöne Momente erlebt“, sagt der robuste Angreifer, der die TSG überhaupt erst in die Regionalliga Südwest zurückgeschossen hatte: Im entscheidenden Spiel der Aufstiegsrunde erzielte Klostermann gegen Friedberg in der Nachspielzeit das entscheidende 3:2. „Ich finde es gut, dass der Verein künftig noch mehr auf die eigene Jugend setzt“, sagt Klostermann. „Außerdem hoffe ich, in der neuen Saison mehr Spielzeit zu bekommen und möchte dazu beitragen, dass wir als Mannschaft das Beste aus uns rausholen.“
Klostermanns Verbleib lässt Raum für Spekulationen. Denn bisher war der frühere Ulmer im Angriff insbesondere an Halim Eroglu und Amnay Moutassime nicht vorbeigekommen. Das dribbel- und spielstarke Sturm-Duo gehört zu jenen Balingern, deren Verlieb bei der TSG noch offen ist. Gut möglich also, dass Eroglu und Moutassime sich verabschieden werden und so die Bahn frei wird für Klostermann.