Zwei neue Haltestellen, ein neues Gleis im Bahnhof: Im Zuge des Projekts Regional-Stadtbahn warten auf den Bahnstandort Hechingen große Veränderungen. Unsere Redaktion hat die Pläne zusammengefasst.
Das Ziel ist eindeutig und ambitioniert zugleich: Mit der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb plant der gleichnamige Zweckverband eine umfassende Neukonzeption des Schienenpersonennahverkehrs von Bad Urach bis Albstadt und von Burladingen bis Horb. Unsere Redaktion fasst das Thema in Fragen und Antworten zusammen:
Inwiefern ist der Bahnstandort Hechingen betroffen?
Der Bahnhof in Hechingen gilt künftig als „Knotenpunkt“ der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, wie Andrea Müller, Sprecherin des zugehörigen Zweckverbands, auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. Verkehren werden in Hechingen die Zollern-Alb-Bahn zwischen Tübingen und Albstadt und die Hohenzollernbahn zwischen Hechingen und Burladingen, die jeweils vollständig elektrisiert werden sollen. Dies sind zwei von insgesamt acht Linien im Bereich der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb.
Gibt es neue Bahnhaltestellen in Hechingen?
Ja. Zwei neue Bahnhöfe sind in Hechingen geplant, wie Andrea Müller weiter informiert. Und zwar im größten Stadtteil Stetten und in der Nähe des Wohngebiets Stockoch. Letztere Haltestelle wird den Namen „Hechingen Süd“ tragen. Dort halten aber nur die Züge der Zollern-Alb-Bahn, nicht die der Hohenzollernbahn. So sollen das angrenzende Naherholungsgebiet mit der Burg Hohenzollern und das „Hofgut Domäne“ besser erschlossen werden. Das Ziel der Regional-Stadtbahn ist schließlich eine Attraktivierung der Bahnanbindung und eine damit einhergehende erhebliche Steigerung der Fahrgastzahlen.
Wie werden die neue Bahnhalte gestaltet?
Die Bahnsteige in Stetten und „Hechingen-Süd“ werden mit einer Länge von 155 Metern und mit einer Höhe von 55 Zentimetern gebaut – da hier ausschließlich Züge der Regional-Stadtbahn halten werden, entstehen keine verlängerten Kombibahnsteige wie am Hechinger Bahnhof, wo auch der Regionalexpress hält, informiert Pressesprecherin Müller. Beide Stationen werden als Kreuzungsbahnhöfe errichtet, das heißt, um die Stationen herum entstehen zweigleisig ausgebaute Streckenabschnitte, so dass sich dort Züge begegnen können. Zur Standardausstattung aller Stationen der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb gehören Rampen für barrierefreien Zugang zum Bahnsteig, erhöhte Bahnsteige für stufenloses Ein- und Aussteigen im gesamten Netz, Wetterschutzhäuschen mit Sitzbänken sowie Fahrgastinformationssysteme mit Anzeige der Ankunfts- und Abfahrtszeiten in Echtzeit als auch Leitsysteme für seh- und hörgeschädigte Personen.
Wird auch an Park & Ride-Parkplätze gedacht?
Im ländlichen Raum sind Parkplätze an Bahnhaltestellen für den Erfolg der Bahnverbindung mitentscheidend. Ob in Hechingen beispielsweise Park & Ride-Stationen oder Abstell- und Lademöglichkeiten für Fahrräder entstehen, liegt aber nicht in den Händen des Zweckverbands Regional-Stadtbahn. Dies ist laut Andrea Müller Aufgabe der jeweiligen Anliegerkommune.
Wie wird sich der Hechinger Bahnhof verändern?
„Für seine künftige Rolle als Knotenpunkt der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb wird der Bahnhof in Hechingen große Veränderungen erfahren“, betont Müller. Konkret heißt das: Die Bahnsteige an Gleis 1, 2 und 3 werden von 177 auf 220 Meter verlängert. Das sorge dafür, dass künftig längere Züge in Hechingen halten und somit mehr Fahrgäste transportiert werden können.
Weiter werden die Bahnsteige an den Gleisen 1, 2 und 3 als „Kombi-Bahnsteige“ umgebaut. Das heißt, sie erhalten jeweils einen Abschnitt mit 55 Zentimetern Bahnsteighöhe für die Züge der Regional-Stadtbahn und einen mit 76 Zentimetern Bahnsteighöhe für die Züge des überregionalen Verkehrs Richtung Stuttgart und Albstadt. Dazu erhalten alle Bahnsteige eine neue Überdachung. Und: Es entsteht ein zusätzliches Gleis 4 mit durchgehendem 55-Zentimeter-Bahnsteig, an dem ausschließlich Züge der Regional-Stadtbahn halten werden.
Welche Rolle spielt die Barrierefreiheit?
Eine sehr große. Bisher steht der Hechinger Bahnhof wegen diesem Punkt in der Kritik. Mit der Regional-Stadtbahn werden alle Bahnsteige barrierefrei ausgebaut. Auch die bestehende Unterführung wird barrierefrei. Dabei erhalten die Treppenenden unter anderem farbliche Markierungen und die Treppengeländer taktile Handläufe, die von blinden und sehbehinderten Menschen ertastet werden können.
Wie ist der aktuelle Stand des Projekts?
Momentan befindet sich die Strecke der Zollern-Alb-Bahn in der Vorplanung, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll, heißt es von Andrea Müller. In den weiteren Planungsphasen ist erneut Bürgerbeteiligung vorgesehen. Der grobe Zeitplan sieht die Bauphase ab 2030 vor; die Inbetriebnahme der Zollern-Alb-Bahn ist für 2034 geplant.
Wer weitere Informationen zur Linienführung sucht, kann sich unter www.karte-zollernalbbahn.de informieren.