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Region Hochsaison im Nationalpark Schwarzwald

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Bei Besuchern beliebt: der Nationalpark Schwarzwald. Foto: dpa

Region - Der Sommer heißt für den Nationalpark Hochsaison. Der Schwarzwälder Bote fragte Britta Böhr und Susanne Berzborn vom Bereich Sozialwissenschaftliche Forschung nach Besucherzahlen, neuen Trends und Barrierefreiheit im Nationalpark.

Wie ist die Akzeptanz des Nationalparks?

Berzborn: Wir haben eine repräsentative Umfrage im Jahr 2016 durchführen lassen. Drei Viertel der Baden-Württemberger bewerten den Nationalpark als sehr gut, gut oder eher gut. Das ist ein ganz hervorragendes Ergebnis. Bei den Anrainern sind die Zahlen fast identisch. Bedingt kann man diese Zahlen auch auf die Landkreise herunterbrechen, hier ist die Auswahl jedoch nicht mehr repräsentativ. Im Landkreis Freudenstadt äußern 56 Prozent der 154 Befragten Zustimmung zum Nationalpark – daraus kann man jedoch höchstens einen Trend herauslesen.

Gibt es schon neue Erkenntnisse?

Berzborn: Nein, nicht durch Befragungen. Aber informell hört man von Rangern und allen, die mit den Besuchern und Anrainern im Kontakt sind, dass die Stimmung jetzt ganz gut ist.

Wie entwickeln sich die Besucherzahlen ?

Böhr: Nach allem, was wir wissen und hochrechnen, steigen die Besucherzahlen. Wir erheben die Zahlen derzeit mit Zählschranken am Lotharpfad, am Ruhestein und am Plättig. Wir bewegen uns momentan bei 450 000 bis 600 000 Besuchern jährlich – da ist natürlich eine große Bandbreite drin. Deshalb wollen wir, so hat es Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl angekündigt, auch die Methodik der Besucherzählung verbessern. Indizien gibt es aber für eine Steigerung: Im Info-Zentrum am Ruhestein haben sich die Zahlen im Vergleich zu den Zeiten vor dem Nationalpark verdoppelt. Ähnlich ist es bei den Veranstaltungen. Die Zahl der Anfragen steigt hier enorm.

Was gibt es Neues in dieser Sommersaison?

Böhr: Beispielsweise den Spechtpfad, der sich noch im Aufbau befindet. Aber er ist auch schon jetzt ein Erlebnis wert. Dort ist die erste Plattform zu sehen. Der neue Spechtpfad ist am Lotharpfad, der supergut besucht ist und ideal für Familien. Nicht nur, weil er mit gut einer Stunde problemlos machbar ist, sondern weil hier Kinder über Stege und Leitern über umgestürzte Bäume klettern und über Baumscheiben laufen können.

Was erwarten die Ferienbesucher noch für Highlights?

Böhr: Der Luchspfad und der Wildnispfad im Norden sind ebenfalls perfekt für Familien. Die Wildnisstrukturen kann man dort sehr gut sehen. Der Adlerhorst auf der Strecke wurde wieder ganz neu aufgebaut. Man läuft an einem Steg hoch, sitzt an einer großen Tanne im Adlerhorst und kann dort wunderbar Rast machen. Spätestens mit dem E-Bike liegt Radfahren im Trend.

Wie entwickeln sich hier die Besuche?

Böhr: Die Zahlen erheben wir bisher nicht überall. Aber wir werden unsere Radwege weiter optimieren. Grundsätzlich ist im Nationalpark das Radfahren allein auf den hierfür ausgewiesenen Radwegen gestattet – die sogenannte "Zwei-Meter-Regel" (das Radfahren ist auf allen Wegen gestattet, die breiter als zwei Meter sind) gilt im Nationalpark nicht. Während Radler, die eher sportlich unterwegs sind, rund um den Nationalpark herum sehr gute Möglichkeiten finden, wie beispielsweise in Sasbachwalden, möchten wir den Nationalpark für das Fahrradwandern für Familien zugänglich machen – mit dem Naturerlebnis. Deshalb führt ein Radweg zum Buhlbachsee, einer zum Huzenbachsee. Man kommt an den Schliffkopf und bis hoch an das Eutinggrab. Für E-Bikes gelten derzeit die gleichen Regeln wie für andere Fahrräder.

Zweiter großer Urlaubs-Trend: die Wohnmobile. Was passiert da?

Böhr: Stellplätze im Nationalpark selbst gibt es nicht. Dafür gibt es aber genügend Stellplätze zum Übernachten in der Region um den Nationalpark herum. Beispielsweise am Langenwaldsee oder in Herrenwies. Im Rahmen des Verkehrskonzepts ist das Thema Wohnmobilstellplätze und mögliche Standorte gerade in der Diskussion mit der Region.

Keine Chance für Wohnmobile?

Böhr: Im Gegenteil. Die Parkmöglichkeiten beispielsweise direkt am Lotharpfad oder am Ruhestein sind so großzügig, dass man hier auch mit dem Wohnmobil beim Tagesausflug keine Probleme hat. Wir sind gerade dabei, neue Bänke beispielsweise am Lotharpfad oder am Wildnispfad aufzustellen. Dazu planen wir auch, gute Toiletten an den Hauptparkplätzen zu installieren. Das muss natürlich gemeinsam mit der Region umgesetzt werden. Uns schweben da Trocken- oder Komposttoiletten aus Umweltschutzgründen vor.

Wie sieht es aus mit der Barrierefreiheit im Nationalpark?

Böhr: Für das Thema Barrierefreiheit und Inklusion haben wir einen eigenen Berater – Hans-Peter Matt. Mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher können derzeit zum Beispiel auf dem sogenannten 1000-Meter-Weg am Schliffkopf mit dem Rollstuhl den Nationalpark erleben. Zukünftig ist auch angedacht, so einen rollstuhlgeeigneten Weg am Huzenbacher See zu schaffen. Im Tonbachtal an der Ranger-Station wird es eine barrierefreie Toilette geben. Am dortigen Wildtiergehege kann man – so wie am zukünftigen Spechtpfad – auch gut mit dem Rollstuhl fahren. Darüber hinaus bieten wir zum Beispiel für Gehörlose auch Führungen in Gebärdensprache an. Unsere Pädagogin Svenja Fox ist in diesem Bereich ausgebildet. Grundsätzlich möchten wir, dass alle Menschen den Nationalpark erfahren können, und bieten daher gerade auch für Menschen mit Behinderungen passgenaue Führungen an, in denen der Nationalpark mit allen Sinnen erfahren werden kann. Dabei spielt die Form der Behinderung keine Rolle.  

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