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Region Im Fadenkreuz: Das Wildschwein

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Umstrittener Zeitgenosse: das Wildschwein Foto: dpa

Region - Eine Wildschweinrotte im Garten - in Weitingen, einem Ortsteil von Eutingen im Gäu (Kreis Freudenstadt) ist das keine Seltenheit. Oder genauer gesagt: Keine Seltenheit mehr.

Oliver Kalbacher beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Seit drei Jahren graben die Schwarzkittel regelmäßig seine Obstwiese um. Nun werden die Tiere mutiger, wagen sich immer näher ans Haus. Auch Kalbachers Nachbar Jürgen Teufel kann davon ein Liedchen singen. Seine Kinder, berichtet er, hätten mittlerweile sogar Angst vor den ungebetenen Gästen.

Die Tiere verlieren ihre Scheu

Der zuständige Jäger ist ratlos: Er habe schon einiges versucht, um der Plage Herr zu werden, sagt Wendelin Katz. So recht gefruchtet habe bislang nichts. Damit steht Katz nicht alleine da. Landauf, landab treibt seine Jäger-Kollegen dasselbe Problem um. Sie kommen gegen die wachsende Wildschwein-Population nicht an. Hinzu kommt: Die Tiere verlieren zunehmend die Scheu vor dem Menschen, rücken auf der Suche nach Nahrung bis in Wohnsiedlungen vor.

Doch warum? Was genau macht das Wildschwein zum Erfolgsmodell? "Seine Schläue und Flexibilität", sagt Rolf Müller. Er muss es wissen. Schließlich ist Müller nicht nur Jagd- und Wild-Fachbeauftragter des Naturschutzbunds (NABU) Baden-Württemberg, sondern auch selbst seit 20 Jahren Jäger. Das Wildschwein, erklärt Müller, sei vor allen Dingen eines: anpassungsfähig. Überspitzt formuliert bedeutet das: Geht der Jäger regelmäßig tagsüber auf die Pirsch, verlegt der Schwarzkittel seine Aktivitäten in die Nachtstunden. Oder eben auch gleich in den nächsten Ort - dort lockt so manche Leckerei und die Flinte muss man auch nicht fürchten. Denn Wildschweine, so Müller, seien durchaus in der Lage zwischen Jägern und für sie harmlosen Dorf- oder Stadtbewohnern zu unterscheiden.

Der Klimawandel ist der Hauptgrund für den Zuwachs der Population

Was dem Tier zusätzlich in die Karten spielt, ist der Klimawandel. Laut Müller ist dieser hauptverantwortlich für den Zuwachs der Population. Damit nimmt der NABU-Experte die vielgescholtenen Landwirte aus der Schusslinie. Denn der großflächige Mais- und Rapsanbau galt in der öffentlichen Diskussion lange als eigentliche Ursache des Schwarzwild-Dilemmas. "Ich bin kein Befürworter dieser These. Das spielt im Schadensgeschehen zwar sicher auch eine Rolle, entscheidend ist aber das Nahrungsangebot im Winter." Und das, erklärt Müller, werde immer reichhaltiger. Denn mit der Durchschnittstemperatur steige auch die Zahl der Mastjahre. Also der Jahre, in denen Baumarten wie Buchen oder Eichen besonders viele Früchte tragen.

Dank des reich gedeckten Tisches überleben mehr Jungtiere die kalte Jahreszeit. Die - als Konsequenz des Klimawandels - so kalt im Übrigen gar nicht mehr ist. Harte Winter mit langen Frostperioden würden seltener, erklärt der NABU-Experte. Was die Wildschwein-Population noch weiter ansteigen lässt: Denn, so erläutert Müller, "Temperaturen über Null Grad begünstigen die Vermehrung."

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