Nach Durchsuchungen in der französischen Zentrale betont der Konzern seine Kooperationswilligkeit. Untersucht wird der Verdacht auf Täuschung im Zusammenhang mit illegalen Behandlungen von Mineralwasserprodukten.
Am Donnerstag fand in der französischen Nestlé-Zentrale in Issy-les-Moulineaux bei Paris eine Hausdurchsuchung statt. Die Maßnahme erfolgte im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren, das im Februar beim Gesundheitsdezernat des Pariser Gerichts eröffnet wurde.
Untersucht wird der Verdacht auf Täuschung im Zusammenhang mit illegalen Behandlungen von Mineralwasserprodukten. Die französische Wettbewerbs-, Verbraucher- und Betrugsbekämpfungsbehörde DGCCRF bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Durchsuchung und die Ermittlungen. Diese „Durchsuchungsaktion (...), die am 10. Juli insbesondere am Sitz von Nestlé in Issy-les-Moulineaux koordiniert wurde“, erfolgt im Rahmen der von Foodwatch und Verbraucherschützern eingereichten Klage mit Nebenklage gegen Unbekannt, richtet sich aber „gegen die Unternehmen Nestlé und Nestlé Waters“, wie das DGCCRF erklärte.
Nestlé bestätigte gegenüber AFP, dass derzeit Hausdurchsuchungen in Frankreich stattfinden und betonte die volle Kooperation mit den Behörden. Das Unternehmen nehme die Vorwürfe sehr ernst und arbeite eng mit den Ermittlungsstellen zusammen. Davor waren im Februar in Paris zwei gerichtliche Ermittlungen eingeleitet worden, nachdem die Organisation Foodwatch zwei Klagen gegen den Giganten Nestlé und den Konzern Sources Alma wegen der Behandlung ihres Mineralwassers eingereicht hatte.
Seit Beginn des Skandals um die unerlaubte Behandlung von Mineralwasser hat Nestlé mehrere Bohrungen eingestellt. Einige wurden zur Herstellung des aromatisierten Wassers Maison Perrier umfunktioniert, das weniger lukrativ ist als die Bezeichnung „natürliches Mineralwasser“.
Nach Medienberichten sucht Nestlé, zu dem auch die Marke Vittel gehört, unter anderem in den Vogesen neue Quellen. Die Präfektur der Vogesen habe im Juni Nestlé Waters per Erlass die Bewilligung erteilt, fünf neue Erkundungsbohrungen in den Gemeinden Vittel und They-sous-Monfort (Vosges) durchzuführen, berichtet der Online-Nachrichtendienst „Watson“.
Die Bewilligungen gelten für die Erkundung neuer Vorkommen von natürlichem Mineralwasser, wie Mitte Juni bekannt wurde. Die Arbeiten seien ein integraler Bestandteil des Geschäfts mit Mineralwasser, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.
Im Jahr 2024 wurde bekannt, dass Nestlé Waters über Jahre hinweg auf Anlagen von Marken wie Vittel und Perrier unerlaubte Verfahren wie UV-Strahlen und Aktivkohle eingesetzt hatte.