Was sagen unsere Leser auf Facebook zum Wahlrecht ab 16 Jahren? (Symbolfoto) Foto: Endig

Am Mittwoch ist in Baden-Württemberg das Wahlrecht geändert worden. Das Dreierbündnis, bestehend aus Grünen, CDU und SPD, hat sich darauf verständigt, dass nun auch Jüngere bei den Landtagswahlen wählen dürfen. Das Wahlalter wird nun auf 16 Jahre heruntergesetzt. Dies sorgt im Netz für viele Diskussionen.

Oberndorf - Auf dem Facebook-Kanal unserer Zeitung gehen die Reaktionen bezüglich der Reform des Wahlrechts stark auseinander. Jedoch überwiegt in den Kommentaren die Meinung, dass die Jugendlichen mit 16 Jahren noch nicht bereit dazu seien, solch eine Entscheidung zu treffen. Im Gegenteil, so ist Timo M. dafür, das Wahlalter eher noch hochzusetzen: "Das Wahlalter sollte man eher auf 20 oder 21 erhöhen." Er begründet dies mit der mangelnden Berufserfahrung der heutigen Jugend, die seiner Meinung nach viel mehr ihre Zeit auf "Fridays for Future"-Veranstaltungen verbringen würde.

Dieser Argumentation schließen sich einige User an und haben wenig Verständnis für die Entscheidung der Politiker. Besonders die Grünen werden dabei von den Nutzern in die Mangel genommen. So macht Dirk M. deutlich: "Man will wohl unbedingt 45 Prozent für Grün im Land des Autos."

Volljährigkeit und Jugendstrafrecht

Was die Facebook-Nutzer ebenfalls beschäftigt und in ihren Augen gegen das runtergesetzte Wahlalter spricht, sind Themen wie die Volljährigkeit und das Jugendstrafrecht. "Volljährig ab 18 Jahren, aber mit 16 Jahren wählen. Das passt nicht zusammen", äußert sich Peter S. dazu. Ihm und einigen anderen Nutzern ist es ein Dorn im Auge, dass Jugendliche mit 16 Jahren in ihrer Strafmündigkeit zwar noch unter das Jugendstrafrecht fallen, aber dennoch eine wichtige politische Entscheidung treffen dürfen. Das ist für Tobi A. nicht vereinbar: "Dann muss aber auch entsprechend das Jugendstrafrecht angeglichen werden." Dem schließt sich auch Dirk P. an: "Wer für die Zukunft unseres Landes an der Wahlurne Verantwortung trägt, muss sich für das persönliche Handeln volle Verantwortung tragen."

Einige Nutzer, jedoch eher die Minderheit unter den Kommentatoren, spricht sich für das beschlossene Wahlrecht der 16-Jährigen aus. Unter anderem Oliver K. ist der Meinung, dass den Jugendlichen die Zukunft gehöre und sie deshalb auch ein Recht haben, an der politischen Debatte teilzuhaben: "Finde ich gut, dass junge Menschen zukünftig an der Bildung unseres politischen Umfelds teilnehmen dürfen. Letztlich müssen sie auch am längsten mit den heute getroffenen politischen Entscheidungen leben."

Wahlrecht auch für Andere überdenken

Georg M. geht dabei sogar noch einen Schritt weiter. Für ihn sei es an der Zeit, die Welt vor den vielen Missständen wie beispielsweise dem Klimanotstand zu retten. Dafür sollte man seiner Meinung nach "einhergehend auch das Wahlrecht der bösen alten weißen Männer abschaffen, die daran schuld sind!"

Doch es gibt auch Leser, denen die Kommentare zu weit gehen. Božo M. ruft die anderen Nutzer dazu auf, sich an die eigene Nase zu fassen und nicht alle Probleme auf die Jugend zu übertragen. "Wow, wenn man die Kommentare so liest, ist unsere Generation ja super in Sachen Selbstreflexion. Was wir die letzten Jahrzehnte gewählt haben ist ja wohl auch nicht das Gelbe vom Ei, naja, die Auswahl war ja auch nicht so rosig. Haut nur drauf auf die Jugend. Wer hat sie denn zu dem gemacht, was ihr Schlechtes in ihnen seht? Wir, unsere Gesellschaft und Erziehung."