Hier herzt der Vorlagengeber den Torschützen: Maximilian Mittelstädt (re.) beglückwünscht Lorenz Assignon zu seinem Treffer zum 1:0 gegen Tel Aviv. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Er ist das Stehauf-Männchen beim VfB: Der Roten Karte gegen die Bayern ließ Lorenz Assignon gegen Tel Aviv sein erstes Tor im Stuttgarter Dress folgen. Nun muss er aber pausieren.

Lange hatte den VfB-Sommerneuzugang Lorenz Assignon ja der Ruf begleitet, dass sein Spiel an zu wenig Effektivität leide. Stets bearbeitet der Zwölf-Millionen-Euro-Mann von Stades Rennes seine rechte Seite mit viel Elan, mit seiner Schnelligkeit und einem guten Schuss Offensivgeist. Übermäßig viel Zählbares, also Scorerpunkte in Form von Torvorlagen und eigenen Treffern, war bisher aber nicht dabei heraus gekommen.

 

In der ersten Pokalrunde bei Eintracht Braunschweig konnte sich Assignon, der in der Bundesliga weiter auf einen Assist wartet, erstmals in die Torschützenliste eintragen. Dabei machte er im Elfmeterschießen vom Punkt den letzten, entscheidenden Ball rein – und der VfB war eine Runde weiter.

Jetzt folgte der persönliche Befreiungsschlag für Assignon: Es war die 24. Spielminute im Duell mit Maccabi Tel Aviv (4:1), als der 25-Jährige aus Grasse eine butterweiche Flanke von Maximilian Mittelstädt volley mit rechts zur 1:0-Führung der Stuttgarter vollendete. Es war das erste Tor für Assignon aus dem Spiel heraus im Trikot des VfB. Dementsprechend groß war sein Jubel – und jener der Kollegen. „Ich bin sehr glücklich über den Treffer, dafür habe ich hart gearbeitet. Ich möchte dem Team weiter helfen – heute hat es sehr gut geklappt“, sagte der VfB-Verteidiger.

„Klar ist, dass ihm das Tor sehr gut getan hat. Es hat mich für ihn sehr gefreut. Es geht für Lorenz nun darum, aus der Offensivpower, die er hat, weitere Scorer zu sammeln“, sagte der Stuttgarter Trainer Sebastian Hoeneß über seinen rechten Verteidiger, der mit seinem Treffer nicht nur Zielgenauigkeit, sondern auch echte Stehauf-Qualitäten bewiesen hat.

„Diese Woche wird er sicherlich lange in Erinnerung behalten“, ergänzte Hoeneß. Denn gerade mal fünf Tage war es her, da war Assignon durch seine Rote Karte gegen den FC Bayern negativ aufgefallen. Nach einem Schuss von Michael Olise machte er durch eine Kurzschlussreaktion unnötig Hand, verhinderte so das 0:4, das letztlich durch den verwandelten Elfmeter von Karry Kane trotzdem fiel.

Am Sonntag gegen Werder Bremen ist Assignon daher gesperrt. Da die Strafe durch das DFB-Sportgericht mit einer Partie Pause aber milde ausfiel – oft wird durch das Verhindern eines Tores per absichtlichem Handspiel eine Sperre von mindestens zwei Spielen ausgesprochen – ist der 25-Jährige aber noch einmal in 2026 gefordert.

Denn beim Jahrersausklang im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Samstag, 20. Dezember in der MHP-Arena ist der Debütant unter den VfB-Torschütze dann wieder mit dabei.