Ende Februar demonstrierten unter anderem die „Omas gegen Rechts“ in Nagold. Foto: Thomas Fritsch

In wenigen Tagen, am 3. August, plant der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner, sein Buch „Remigration – Ein Vorschlag“ im „Raum Calw“ vorzustellen. Dagegen setzen sich jetzt auch die „Omas gegen Rechts“ zur Wehr. Sie haben eine Petition gestartet.

Auch wenn sich die Veranstaltung womöglich nicht verhindern lassen wird: Der Widerstand gegen den Besuch des Rechtsextremisten Martin Sellner wächst.

 

Neben dem Bündnis „Calw bleibt bunt“, Landrat Helmut Riegger, Calws Oberbürgermeister Florian Kling und dem Kreisverband der Linken haben sich nun auch die „Omas gegen Rechts“ öffentlich zu Wort gemeldet. Diese gehen mit einer Petition gegen den Österreicher vor.

Sellner plant, am Samstag, 3. August, im „Raum Calw“ Station zu machen, um sein Buch „Remigration – Ein Vorschlag“ zu präsentieren. Darin geht es im Wesentlichen um die massenhafte Verdrängung von Menschen mit Migrationshintergrund.

Millionen Menschen sind gegen Rechtsextremismus auf die Straßen gegangen

Diese Thesen hatte der Rechtsextremist auch beim mittlerweile berüchtigten Treffen von Potsdam vertreten. Für Entsetzen und Aufsehen hatte dabei insbesondere gesorgt, dass von der angestrebten Verdrängung auch Migranten mit deutschem Pass betroffen sein sollen, wenn sie nicht genügend angepasst seien.

In der Folge jenes Treffens waren bundesweit Millionen Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Menschenrechte zu demonstrieren.

Ende Februar waren in Nagold daran auch die „Omas gegen Rechts“ mit Kirchen, Gewerkschaft, Parteien und anderen Initiativen beteiligt.

„Martin Sellner war einer derjenigen, welcher das Thema Remigration und die genaue Planung dieser in Potsdam vorgestellt hatte“, erklärt Anna Ohnweiler, Gründerin von „Omas gegen Rechts“.

„Hoffentlich können unsere gewählten Verantwortlichen in unserem Wahlkreis Sellner stoppen, damit wir nicht wieder auf die Straße gehen müssen.“

Wenn das nicht gelinge, würden die „Omas gegen Rechts“ wieder zur Demo aufrufen, damit der Österreicher zur unerwünschten Person erklärt werde.

Betretungsverbot steht im Raum

Der Rechtsextremist wollte zuerst in Pforzheim auftreten; dort war die Gegenwehr ebenfalls massiv gewesen. Auch ein Betretungsverbot des Stadtgebiets stand im Raum.

Die „Omas gegen Rechts“ starteten nun eine Petition gestartet, die bis Montagnachmittag knapp 700 Unterstützer fand, um Sellners Auftritt zu verhindern.

„Wir zählen auf den Landrat des Kreises Calw, die Oberbürgermeister von Calw und Nagold und die Bürgermeister aller Kommunen des Landkreises“, unterstreicht Ohnweiler.

In der Petition heißt es unter anderem: „Martin Sellner muss unbedingt daran gehindert werden, am 3. August 2024 sein Buch ‚Remigration‘ im Landkreis Calw vorzustellen.“ Pforzheim sei es gelungen, ihn fernzuhalten, „jetzt will er es bei uns versuchen“.

„Jetzt zusammenstehen“

Und: „Unser Landkreis ist tolerant und bunt. Nach der Correctiv-Recherche sind wir im Winter gemeinsam mit unseren Politikern gegen die Politik der Rechtsextremisten auf die Straße gegangen, so dass wir auch jetzt zusammenstehen müssen, wenn es um den Schutz unserer Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, den Schutz der Vielfalt der Kulturen, Nationalitäten und Lebensentwürfe geht. Wir stehen für ein respektvolles Miteinander und verteidigen die Würde des Menschen.“

Übrigens: Auch das Bündnis „Calw bleibt bunt“ hat bereits eine Aktion geplant. Am Donnerstag, 1. August, ab 18 Uhr rufen die Sprecher zu einer Mahnwache auf dem Marktplatz in Calw auf.

Der Link zur Petition: https://chng.it/mTT298rQYw