Bundestagsabgeordnete Maria-Lena Weiss (rechts) besuchte Schüler der beiden zehnten Klassen mit ihren Klassenlehrern Marius Stehle und Damian Roming (links hinten). Foto: King

Bereits vor ihrer Reise nach Berlin, veranschaulichte Maria-Lena Weiss den Zehntklässlern der Dornhaner Realschule, wie das Leben als Politikerin ist.

Dornhan - Eine Woche vor ihrer Fahrt nach Berlin, erhielten die beiden zehnten Klassen der John-Bühler-Realschule in Dornhan Besuch von der Bundestagsabgeordneten Maria-Lena Weiss (CDU). Und so lernten sie, als Einstimmung auf die Visite im Bundestag, bereits im Vorfeld die direkt gewählte Abgeordnete dieses Wahlkreises kennen.

Was auch exakt das Tätigkeitsfeld von Maria-Lena Weiss widerspiegelt, das sie bei ihrem einführenden Vortrag erläuterte und anschließend im Gespräch vertiefte.

Abgeordnete haben vollen Stundenplan

22 Sitzungswochen in Berlin, die restlichen im Wahlkreis: Beide Teile sind streng getaktet, wenn auch jeweils unterschiedlich. Ihr Berliner Stundenplan, den sie wie auch die Entstehung eines Gesetzes oder die Zusammensetzung des Haushaltsplanes per Powerpoint-Präsentation visualisierte, zeigte den sehr aufmerksam zuhörenden Schülern deutlich, wie ausgefüllt das Leben ist, mit dem die Abgeordneten konfrontiert werden.

Da lag auch die Frage der Schüler nach der Motivation des politischen Mitwirkens und nach den Voraussetzungen für solch ein Mandat nahe. In aller Kürze und kompakt beschrieb die 41-jährige Politikerin ihre ersten Kontakte in die Junge Union, dann zur CDU und nun, seit Herbst vergangenen Jahres, in den Deutschen Bundestag.

Für die eigenen Werte eintreten

Und die Voraussetzungen? "Man muss die Menschen mögen, die Kommunikation und das Gespräch führen. So wie ich heute Morgen gerne nach Dornhan gekommen, also von einem Ende des Wahlkreises zum anderen gefahren bin."

Und egal, auf welcher Ebene man Politik mitmache, es lohne sich, für die Gemeinschaft, für die eigenen Werte einzutreten und an Lösungen mitzuwirken. Und dass sie im Deutschen Bundestag mitarbeitet, in dem angesichts der aktuellen Ereignisse und der Brisanz der Thematik so wichtigen Ausschuss für Klimaschutz und Energie, und zu diesem Bereich bereits zweimal im Plenum geredet hat, zeigt, dass die Christdemokratin längst ihren Platz im politischen Leben gefunden hat. Den Spagat zwischen der Hauptstadt und ihrem ländlichen Wahlkreis beherrsche sie bestens.

Sitzungen dauern oft von morgens bis nachts

Gegenüber den Schülern verdeutliche Weiss, warum das Plenum des Bundestags in den seltensten Fällen voll ist: "Bei den meisten Tagesordnungspunkten sind die jeweiligen Experten Plenum. All die anderen gehen dann nicht Kaffee trinken, sondern sind mit anderen Dingen beschäftigt. Oftmals dauern Sitzungen von morgens um neun bis nachts um halb zwei."

Bürgermeister Markus Huber sprach zu Beginn des im Bürgersaals stattfindenden Treffens zwischen den Jugendlichen und der Bundestagsabgeordneten an, wie wichtig die Bejahung der Demokratie und der Einsatz für diesen freiheitlichen Staat sei. Das betonten auch die Klassenlehrer der beiden Klassen, Marius Stehle und Damian Roming.

Wie sehr die von der Bundestagsabgeordneten beschriebene Vertaktung Realität ist, wurde deutlich, als wenige Minuten nach dem Ende des Dialogs mit den Schülern eine virtuelle Sitzung ihres Bundestagsausschusses stattfand.