Der Neubau der Friedrich-Boysen-Realschule kostet mehr als 1,8 Millionen Euro. Foto: Köncke

Die Arbeiten an der Erweiterung der Friedrich-Boysen-Realschule in Altensteig sind beinahe abgeschlossen. Davon hat sich der Bau- und Umweltausschuss bei einen Rundgang überzeugt.

Altensteig - Fertiggestellt ist bereits der Anbau auf der Nordseite der Realschule. Das Rektorat ist geräumiger und das Lehrerzimmer größer geworden, und es sind jetzt auch Lagerflächen von Schulmaterialien vorhanden. Die gesamte Nutzfläche beträgt 181 Quadratmeter, angefallen sind Gesamtkosten von 770 000 Euro. Im Neubau hat man vier Klassenzimmer, eine Teeküche und Nebenräume zur Aufbewahrung von Lehrmitteln und anderen Unterlagen sowie Toiletten eingerichtet.

 

Auf steigende Schülerzahlen vorbereitet

Die beiden Klassenzimmer im Erdgeschoss können durch das Öffnen der Mobil-Trennwand miteinander verbunden werden. Dadurch entsteht ein 133 Quadratmeter großer Veranstaltungssaal. Auf dem Dach haben die Altensteiger Stadtwerke eine Photovoltaikanlage installiert. Sollte die Zahl der Realschüler weiter steigen – derzeit werden dort rund 650 Kinder unterrichtet – und um für sonstige Erfordernisse gerüstet zu sein, wurde in der Planung bereits vorsorglich eine Aufstockung auf drei Etagen berücksichtigt und Platz gelassen für einen dann vorgeschriebenen Personenaufzug.

Teurer als kalkuliert

Die Fenster, der Sonnenschutz und die Fassadenverkleidung orientieren sich bei beiden Gebäuden an der Generalsanierung der Gymnastikhalle auf gleicher Ebene . Beim Neubau beträgt die Nutzfläche 485 Quadratmeter, gerechnet wird mit Aufwendungen von mehr als 1,8 Millionen Euro. Der Kostenvoranschlag wurde insgesamt um zehn Prozent überschritten; ausgegangen ist man von 2,6 Millionen Euro. tatsächlich werden es wohl knapp 2,9 Millionen. Für den Bereichsleiter Hochbau, Andreas Bayer trotzdem ein "erfreuliches Ergebnis".

Anteil der Stadt erhöht sich

Weniger erfreulich sei, dass aus dem staatlichen Ausgleichsstock und der Schulbauförderung nicht die erwarteten Fördermittel von 2,1 Millionen Euro fließen, sondern eine halbe Million Euro weniger. Damit beläuft sich der Eigenanteil der Stadt auf fast 1,3 Millionen.

Unterricht in Containern

Der Bauantrag wurde im März 2019 gestellt, im Januar 2020 hat der Altensteiger Gemeinderat den Baubeschluss gefasst. Begonnen wurde im September 2020 aus logistischen Gründen mit dem Anbau. Beim Rundgang begründete Rektor Klaus Ramsayer die Notwendigkeit der Baumaßnahmen mit steigenden Schülerzahlen. Diese hatten zur Folge, dass mehrere Klassen in gemietete Containern ausgelagert werden mussten.

Lagerfläche wird dringend benötigt

Der Ausschuss besichtigte zuerst den neu geschaffenen Lagerraum im Anbau. Jetzt könne man endlich jede Menge Unterlagen deponieren, zeigte sich der Schulleiter erleichtert. Vorher sei dafür kein Platz vorhanden gewesen. Als Ramsayer erwähnte, dass Prüfungsaufgaben 50 Jahre aufbewahrt werden müssen, schüttelten die meisten Ausschussmitglieder ob solch einer Vorschrift missbilligend den Kopf. Das beengte Rektorat wurde erweitert und das Lehrerzimmer vergrößert. Jetzt komme es vor, dass sich manche Pädagogen – derzeit sind es 54 – dort nach der letzten Unterrichtsstunde noch einige Zeit aufhielten, Schülerarbeiten korrigierten und Vorbereitungen für den nächsten Schultag treffen würden, hat Ramsayer laut eigener Aussage beobachtet.

Fahrräder können unter Dach geparkt werden

Die erste Besichtigung im Neubau galt den Klassenzimmern im Erdgeschoss, die bei Bedarf in einen Veranstaltungssaal umgewandelt und auch außerhalb des Schulbetriebs von Vereinen oder der Kirche gebucht werden könnten, sagte Ramsayer zu. Auch deshalb, weil es in der Altensteiger Oberstadt für solche Anlässe keine geeigneten Räume gebe. Vor starker Sonneneinstrahlung und als Sichtschutz hat man an den Fenstern innen Folien angebracht. Zum Gebäude gehört ein ´überdachter Fahrradabstellplatz.

Werkrealschule soll folgen

Ein genauer Termin für das geplante Einweihungsfest steht noch aus, es werde auf jeden Fall vor den Sommerferien stattfinden, versicherte Bürgermeister Gerhard Feeß. Auch wenn die Stadt für beide Projekte viel Geld in die Hand genommen hat, wartet im Jahr 2023 bereits das nächste, große Vorhaben im Hochbau – die Generalsanierung der Werkrealschule. Im Vorgriff auf geschätzte Kosten von fünf Millionen Euro wurde das Rektorat im Erdgeschoss neu gestaltet. Der letzte Starkregen hatte große Wasserschäden verursacht.