Ein brennendes Wohnhaus, in dem sich mehrere Kinder befinden: Die Feuerwehrabteilung des Ettenheimer Stadtteils musste sich einem realistischen Szenario stellen.
Zur Frühjahrsübung der Münchweierer Feuerwehrabteilung „brannte“ es pünktlich um 15 Uhr auf dem Kirchberg. Dort quoll dank Nebelmaschine dichter Rauch aus jenen Fenstern eines derzeit unbewohntem Gebäudes, aus denen zwei von der Jugendfeuerwehr gestellte Kinder winkend um Hilfe riefen.
Binnen Minuten war die sogleich mit 14 Kräften ausgerückte Münchweierer Feuerwehr mit ihrem Löschfahrzeug „LF-10“ plus Gerätewagen vor Ort, wo Gruppenführer und Einsatzleiter Markus Binz nach erster Erkundung sofort ihre Maßnahmen trafen. Bis dahin hatte sich schon ein erster Angriffstrupp unter Atemschutz zur Menschenrettung vorbereitet, während zusätzlich zum Wassertank des Löschfahrzeugs eine Schlauchleitung von einem bergabwärts gelegenen Unterflurhydranten heran gelegt wurde.
Während sich der erste Trupp in das verqualmte Gebäude vorarbeitete, traf schon die gleich mit alarmierte Ettenheimer Drehleiterbesatzung ein und positionierte sich unter den beengten dörflichen Straßenverhältnissen, um die Kinder aus einem Fenster heraus zu retten. Die wurden sodann dem parallel angerückten Münchweierer DRK mit seinen zwei Fahrzeugen unter Einsatzleiterin Rebecca Biller zur weiteren Betreuung übergeben.
Unterstützung kam auch aus Wallburg
Derweil war auch längst die Wallburger Feuerwehrabteilung des gemeinsam gebildeten Ausrückebereichs Ost mit zusätzlichen fünf Kräften per Löschfahrzeug angerückt, um eine zusätzliche Wasserversorgung zur weiteren Brandbekämpfung aufzubauen.
Unterdessen war auch ein dritter „Vermisster“ im rückwärtigen Gebäudeteil zuverlässig gefunden und gerettet worden. Überdies wurden dann auch noch bei weiterer Brandbekämpfung im Keller mehrere explosionsgefährdete Gasflaschen entdeckt und nach erster Kühlung ins Freie in Sicherheit gebracht. Schließlich konnte nicht nur der angenommene Gebäudebrand bilderbuchmäßig gelöscht, sondern gleich noch eine benachbarte Scheune per Riegelstellung auch mit Drehleiter-Unterstützung von oben vor einem Übergreifen des „Brandes“ bewahrt werden.
Zahlreiche Bürger hatten als Zaungäste mit vielen mitgebrachten aufgeregten Kindern vom gerade kürzlich neu gestalteten Kirchplatz aus das rasante Einsatzgeschehen verfolgt. Der stellvertretende Abteilungskommandant Stephan Hezel hatte das komplizierte Ablaufgeschehen durchgehend per Lautsprecheranlage anschaulich erläutert, während Kita-Helfer gleich nebenan am Pfarrzentrum für Bewirtung der Zuschauer sorgten.
Gesamtkommandant lobt den Einsatz der Kameraden
Bei der obligatorischen Nachbesprechung im Gerätehaus wurde der Einsatz auch mit vorab erstellten Montage-Fotos nochmals dokumentiert und kommentiert. Dabei hatte Münchweiers Abteilungskommandant Mike Brüggert am Ablauf der Übung nichts auszusetzen. Er merkte lediglich an, dass die Hydranten-Wasserversorgung am Kirchberg problematisch sei. Da müsse man im großen Erstfall dann sogar eine weitere lange Löschwasser-Leitung vom Ettenbach herauf legen. Ettenheims Gesamtkommandant Christian Mösch lobte das realistische und anspruchsvolle Übungsszenario und Münchweiers Ortsvorsteherin Charlotte Götz bedankte sich abschließend bei allen Aktiven für die beeindruckende Einsatzbereitschaft zum Schutz aller Bürger. Gedankt wurde den Einsatzkräften und Gästen schließlich noch mit einem zünftigen Vesper mit Wurstsalat und Bratkartoffeln.
Die Abteilung
Die Feuerwehrabteilung Münchweier wurde 1940 gegründet und ist Teil der Ettenheimer Gesamtfeuerwehr. Im vergangenen Jahr mussten die Münchweierer Einsatzkräfte insgesamt zwölf Mal ausrücken – unter anderem zu einem Fahrzeugbrand, bei dem ein Luxus-Auto der Marke Maserati Feuer fing. Derzeit zählt die Abteilung 30 aktive Mitglieder.