Die Eyachtalbahn soll reaktiviert werden – so ist zumindest der Plan. Allerdings sind neue Fragen bei dem Projekt aufgetaucht. Derzeit werden dazu Gespräche mit dem Land geführt.
Der Personenverkehr auf der Bahnlinie durchs Eyachtal wurde 1972 eingestellt, allerdings gibt es auf der Strecke nach wie vor einen regelmäßigen Güter- und Freizeitverkehr. Worum es nun geht, ist die Reaktivierung der Relation Hechingen-Eyach für den planmäßigen Personenverkehr.
Ein Suttgarter Institut hatte dafür im Auftrag des Regionalverbands Neckar-Alb eine Machbarkeitsstudie erstellt, die den Gemeinderäten von Haigerloch, Rangendingen und Hechingen bei einer gemeinsamen Sitzung im Oktober 2024 vorgestellt wurde. Ergebnis: Das Projekt wäre wirtschaftlich und damit realisierbar.
Insgesamt machten die Planungen Mut: Da die gesamte Strecke noch immer in Betrieb ist, müssten lediglich Sanierungsarbeiten an der Schienenstrecke vorgenommen werden. Neben dem Bau neuer Haltestellen, wäre die Zug- und Streckentechnik zu erneuern, Sicherheitsstandards müssten angepasst werden.
Das stimmte im Oktober 2024 optimistisch. Ob das inzwischen noch genauso ist? Wie eine Sprecherin des Regionalverbands auf Anfrage mitteilt, würden derzeit „weiter Gespräche mit dem Land, sowohl hinsichtlich der möglichen Finanzierung der Betriebskosten für den Zugverkehr als auch der Planungs- und Baukosten“ geführt.
Auch bei den Gemeinden ist das Geld knapp
Die Sprecherin weiter: „Positiv ist, dass im April auf Landesebene neue Rahmenbedingungen für die Förderung von Schienenprojekten bekannt wurden, die der Bund nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz fördert. Derzeit sind wir im Gespräch mit dem Land, was dies für die Reaktivierung der Eyachtalbahn bedeuten könnte.“
Sicher tut die finanzielle Situation der Gemeinden ihr Übriges – sie müssen einen Teil mitfinanzieren. Vom Regionalverband heißt es dazu: „Die derzeitige Finanzlage der Kommunen erfordert dabei hohe Sorgfalt.“
Auch wie die Kosten finanziert werden, die durch den Betrieb der Strecke anfallen, ist noch nicht klar. Diese Betriebskosten werden aus Regionalisierungsmitteln, die der Bund den Ländern für die Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs zur Verfügung stellt, bezahlt, erklärt der Regionalverband.
Das Geld des Landes ist schon verplant
Weiter heißt es auf Anfrage dazu: „Diese Mittel sind jedoch nach Aussage des Landes bereits vollumfänglich für laufende beziehungsweise zugesagte zukünftige Zug-Angebote, wie beispielsweise die Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, eingeplant.“
Gleichzeitig würden die seitens des Bundes vorgesehenen Erhöhungen der Mittel unter den allgemeinen Preissteigerungen liegen und „ermöglichen daher derzeit keine Ausweitung der von Land und Bund finanzierten Schienenverkehre“.
Die Kosten werden bisher auf 64 Millionen Euro geschätzt
Wie der Regionalverband erklärt, gebe es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung Hinweise, dass Spielräume für neue Angebote geschaffen werden sollen: „Hier sind wir mit dem Land im engen Kontakt, um reagieren zu können, sobald sich auf Bundesebene etwas tut.“
Kurzum: Die Realisierbarkeit des Projekts hängt im Wesentlichen von der wirtschaftlichen Gesamtlage und von den Prioritätensetzungen ab. Die Kosten, inklusive Grunderwerb, Planung und Bau wurden im Oktober 2024 auf 64 Millionen Euro geschätzt, die vom Land finanziert werden. Das Land trägt 95 Prozent der Kosten und den Rest müssten sich die Anrainer-Gemeinden teilen.