Sie wünschen sich eine gute Lösung für die Zukunft der Feuerwehr Hausen vor Wald (von links): Aktiver und Rettungssanitäter Christian Langenbacher, Kommandant Markus Ziganczuk, Abteilungskommandant Marcel Schwinge und Stellvertreter Jannik Baumann. Foto: Rainer Bombardi

Der Bedarfsplan stellt den Bestand der Abteilung Hausen vor Wald infrage. Aktive warnen nicht nur vor einer Sicherheitslücke. Der Bürgermeister hofft auf eine gemeinsame Lösung.

Ein Aufschrei zieht seit Bekanntgabe des Feuerwehrbedarfsplans durch Hausen vor Wald. Er sieht mittelfristig eine Schließung des stark sanierungsbedürftigen Standorts der Abteilung in Erwägung.

 

Der Entwurf weckte in der Bevölkerung spontan die Erinnerungen an die vor wenigen Jahren beschlossene Schließung des Kindergartens.

Der stellvertretende Kommandant Janik Baumann nutzte im Gemeinderat die Gelegenheit, die Feuerwehr Hausen vor Wald als hochmotivierte Abteilung mit 32 voll ausgebildeten Mitgliedern vorzustellen.

Relativ junges Team

„Wir haben ein relativ junges Vorstandsteam, dessen vorrangigstes Ziel die Weiterentwicklung der Abteilung darstellt“, verwies Bauman zudem darauf, dass auch das Durchschnittsalter aller Aktiven von 40 Jahren bezüglich eines Fortbestands der Wehr zuversichtlich stimme.

„Die optimale Flughöhe zur Standortsicherung wäre ein systemischer funktionaler Ersatzbau des Feuerwehrgerätehauses“, bezeichnete Abteilungskommandant Marcel Schwinge die Notwendigkeit einer Feuerwehr vor Ort und den Standorterhalt als alternativlos. Schwinge ist überzeugt, dass das Dorf ohne Feuerwehr sowohl in Bezug auf die Sicherheit als auch hinsichtlich seiner Identität einiges verlieren würde.

„Wir bieten im Katastrophenfall vor Ort Schutz, sind im Fall der seit Jahren zunehmenden Waldbrandgefahr rasch zur Stelle und besitzen Ortskenntnisse“, sieht Schwinge in der Abteilung sozialen Anker und Bestandteil zur Festigung der Dorfgemeinschaft. Er sei überzeugt, dass beim Wegfall des Standorts nur wenige Aktive in einer Nachbarabteilung weitermachen.

Schwinge verwies darauf, dass das Thema der Abteilung unter den Nägeln brenne und sie nach stunden,- sogar tagelanger Diskussion immer zum selben Schluss komme: Eine Schließung des Standorts wäre ein sicherheitspolitisches Risiko und ein fatales Signal an das Ehrenamt. Er begründete dieses Fazit mit der operativen Stärke, der Tagesverfügbarkeit der Wehr, die im Notfall sofort einsatzbereit sei.

Investitionsstau beklagt

Schwinge bezeichnete die baulichen Mängel des Feuerwehrgerätehauses als die Folgen eines Investitionsstaus von über 40 Jahren, den er der langfristigen Haushaltsplanung der Stadt zuschreibt. Dieser dürfe seiner Meinung nach nie als Alibi für eine Standortschließung dienen.

„Der Ersatz von Ausrüstung und Gebäude ist möglich, jene einer gefestigten Truppe ging verloren, weil die Erfahrung lehrt, dass sich Aktive nicht umtopfen lassen“, betont er.  Er sei überzeugt, dass eine funktionale Modernisierung des jetzigen Standorts eine Schließung abwenden könne. „Wer die Sicherheit der Bevölkerung will, muss in die Menschen investieren, die sie garantieren,“ lautete sein Fazit.  

Widerspruch beklagt

Schwinge bezeichnete den Bedarfsplan als Gefälligkeitsgutachten zur Kosteneinsparung. Er begründet seine Haltung mit dem Widerspruch, dass der Entwurf einerseits den Erhalt des Ehrenamts fordere, andererseits aber die Zerschlagung einer funktionierenden, 32 Aktiven starken Abteilung in Kauf nehmen. Froh sei er über die offene und gute Kommunikation mit dem Bürgermeisteramt, das stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Abteilung habe. Der Ortschaftsrat stehe ohnehin geschlossen zum Erhalt der Abteilung.

Er sei froh, mit Christian Langenbacher in den eigenen Reihen einen Feuerwehrkollegen zu wissen, dessen Berufserfahrungen als Rettungssanitäter in der jetzigen Situation sehr wertvoll seien.

Suche nach einer Lösung

Bürgermeister Patrick Haas zeigte sich zuversichtlich, einen Weg zu finden, die Feuerwehr Hausen vor Wald zu erhalten. Die Signale, welche er bislang von allen Fraktionen im Gemeinderat erhalten hat, stimmten ihn optimistisch. Sein Ziel sei es, einen Lösungsweg zu finden, den alle mittragen können.

Bezüglich des weiteren Vorgehens könne er sich auch vorstellen, dass die Abteilung der Verwaltung ein Konzept vorlegt, was sie sich für die Zukunft vorstellen kann und wie ihr Bedarf aussieht.

Einstehen für den Erhalt

Geschlossen hinter dem Erhalt der Feuerwehr Hausen vor Wald stehen alle Abteilungen der Stadt. Diese äußerten sie jüngst in ihren Hauptversammlungen. „Eine Auflösung der Abteilung war bei uns noch nie ein Thema. Vielmehr sind wir bestrebt, gemeinsam eine optimale Lösung zu finden, dass die Abteilung langfristig bestehen bleibt“, zieht Kommandant Markus Ziganczuk als Fazit seiner bisherigen Gespräche in den Abteilungen.      

Abteilung Hausen vor Wald

Die im Jahr 1913 gegründete Feuerwehr Hausen vor Wald zählt aktuell 32 Aktive, rund zehn Mitglieder in der Altersmannschaft und knapp zehn Ehrenmitglieder. Aktuell gehört ein Tragkraftspritzenfahrzeug zu ihrem Bestand, dessen Ersatz aufgrund seines Baujahrs 1996 bevorsteht.