Der Club Omega an der Raiffeisenstraße in Donaueschingen. Dort wie im Wilden Michel in Furtwangen-Linach rückten Polizei- und Zollbeamte an. Foto: Denise Kley

Der Wirt Urs Fischbach bezieht zu den Vorgängen im Club Omega in Donaueschingen. „Keiner wurde verhaftet, wir sind alle noch da!“, verkündet er in einem Video.

Was für eine Aufregung: Polizei- und Zollbeamte sind zu Razzien in den Lokalitäten „Zum Wilden Michel“, einem Campingplatz und Gastrobetrieb in Furtwangen-Linach, und im Club Omega in Donaueschingen angerückt. Laut Polizeisprecher Daniel Brill ist der Hintergrund ein Verdacht wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

 

Der Omega-Vorläufer, das ehemalige Delta in der Donaueschinger Raiffeisenstraße, wurde 2023 geschlossen. Davor war der Club jahrzehntelang fester Treffpunkt für die Fans alternativer Musik in der Region.

Zwar fand sich relativ schnell ein neuer Betreiber, doch nach nur einem halben Jahr war schon wieder Schluss. Den Neuanfang wagten dann Tobias Deusch und Urs Fischbach im März 2025, welche die alte Diskothek aufwendig über Monate hinweg renoviert, umgebaut und in Omega umbenannt haben. Und so stehen diese beiden Lokalitäten auch im Zusammenhang: Urs Fischbach betreibt neben dem Omega mit seiner Frau in Linach den alternativen Campingplatz den Wilden Michel.

Urs Fischbach (links) und Tobi Deusch, die beiden Geschäftsführer des Clubs Omega. Foto: Hannah Schedler

Fischbach wandte sich noch am Abend nach den Durchsuchungen in einem Video in den sozialen Medien an die Öffentlichkeit und erklärt die Hintergründe.

„Alles, was uns jetzt fehlt, ist unser Gras für den Eigenbedarf“

„Hier hat heute eine Teambuilding-Maßnahme stattgefunden“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Um 6 Uhr morgens seien die Beamten vor seiner Tür gestanden. „Wir wurden herzlichst von der Polizei und dem Zoll geweckt“, lässt er den Morgen der Razzia Revue passieren. Die Beamten seien auf der Suche nach Drogen, Schwarzgeld und Schwarzarbeitern gewesen. Doch weder in Linach noch in Donaueschingen seien Schwarzgeld oder Schwarzarbeiter gefunden worden. „Alles, was uns jetzt fehlt, ist unser Gras für den Eigenbedarf“, behauptet Fischbach.

Er vermute, dass hinter der Aktion ehemalige Mitarbeiter stecken, welche die Behörden auf die Fährte von Fischbach angesetzt haben. „Wo Erfolg ist, da ist auch Neid“, so Fischbach lapidar.

Fischbach lobt die Polizei

Was Urs Fischbach lobt: Die Beamten seien während der Durchsuchungen äußerst umsichtig gewesen. „Auch die Beamten hatten einen langen Tag. Doch sie waren super umgänglich und nett. Vielen Dank dafür.“

Das Omega in Donaueschingen hat sich seit der Wiedereröffnung im März zu einer konstanten Größe im Baaremer Nachtleben entwickelt, der Wilde Michel in Furtwangen-Linach plant eine Erweiterung des Campingplatzes.

Cannabis für Eigenbedarf

2024
hat der Bundestag beschlossen, Cannabis teilweise zu legalisieren. Seither dürfen Erwachsene ab 18 Jahren für den Eigenbedarf bis zu 50 Gramm zu Hause aufbewahren und bis zu drei Pflanzen anpflanzen. Außerhalb des Hauses darf eine Person jedoch nicht mehr als 25 Gramm Cannabis mit sich führen. Auch das Rauchen von Cannabis in der Öffentlichkeit ist eingeschränkt.