Das Binsdorfer Schulhaus wurde 1905 nach dem Stadtbrand neu gebaut. Foto: Schnurr

Im Binsdorfer Schulhaus wird es in ein paar Jahren eng. Die Stadtkapelle könnte ihre Räume dort abgeben müssen.

Geislingen-Binsdorf - Doch dadurch wird es im Schulhaus eng werden. Die absehbare Raumnot war zentrales Thema im Sachstandsbericht von Rektorin Melanie Ott im Rahmen der jüngsten Ortschaftsratssitzung.

Wie werden sich die Schülerzahlen entwickeln?

46 Kinder besuchen derzeit in Binsdorf zwei altersgemischte Grundschulklassen. Der Klassenteiler liegt bei 28. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Weger hofft, dass in ein paar Jahren die geburtenstarken Jahrgänge eingeschult und dann reine Jahrgangsklassen möglich werden, also Erst- bis Viertklässler jeweils in eine eigene Klasse gehen können.

Bereits jetzt aber geht es in dem mehr als 100 Jahre alten Binsdorfer Schulhaus eng zu: So wurde laut der Lehrerin Kerstin Frank ein Raum geteilt, um Platz für zwei altersgetrennte Gruppen zu haben, die in bestimmten Fächern, beispielsweise Mathematik, separat unterrichtet werden müssen.

Wie wurde der Raumnot bislang begegnet?

Diese "Übergangslösung" habe sich dauerhaft etabliert, so Frank, sei aber nicht optimal: "Uns fehlen einfach Räume."

Auch wurde eines der drei Klassenzimmer halbiert, um Platz für die Kernzeitenbetreuung zu schaffen. Die Schule hofft daher, in Zukunft zusätzlich einen Gruppenraum nutzen zu können, der bislang von der Stadtkapelle Binsdorf belegt wird, die im Obergeschoss des Gebäudes probt. Doch das wird auf Dauer nicht genügen: Schon 2026 oder 2027 wird den Binsdorfer Schulkindern der Platz nicht mehr reichen.

Was ist die Lösung?

Wenn auch mit deutlichem Unbehagen, so hielten doch mehrere Ortschaftsräte fest, dass sich die Stadtkapelle deshalb auf einen Umzug vorbereiten müsse. Das Gebäude soll bei Bedarf wieder für seine eigentliche Funktion genutzt werden: "Das ist zuerst mal eine Schule", sagte Andreas Bonaus.

Das Platzproblem sei absehbar, wurde in der Diskussion klar: Schule und Kapelle können die vorhandenen Räume dann nicht mehr parallel nutzen. Die Musiker müssten das frühzeitig wissen.

Warum kann die Stadtkapelle nicht ins Kloster?

Die Idee, dass der Verein mit seinem hochklassigen Orchester ins dann restaurierte Kloster ziehen soll, wies Ortsvorsteher Weger jedoch zurück: Das sei nicht realistisch, denn die neuen Räume müssten der Stadtkapelle zum Proben und Verstauen ihrer Instrumente und Noten ebenfalls dauerhaft und uneingeschränkt zur Verfügung stehen – so wie das bisherige Probelokal in der Schule eben auch.

Was kann kurzfristig verbessert werden?

Einen weiteren Wunsch der Grundschulleitung wollen die Ortschaftsräte zügig erfüllen: Um das bisherige Raumprovisorium flexibler handhaben zu können, sollen geeignetere Möbel gekauft werden.

Kerstin Frank veranschlagt dafür Kosten von rund 3000 Euro. Diese Summe könne man mit dem dem Ortschaftsrat zur Verfügung stehenden Budget stemmen, waren sich dessen Mitglieder einig.