Bürgermeister Oliver Friebolin (rechts) war ebenfalls Gast beim Jubiläum des Eimeldinger Seniorenmittagstisches und stieß zur Feier des Tages mit den Gästen an.  Foto: Jutta Schütz

Der Seniorenmittagstisch in Eimeldingen wird seit 25 Jahren hochgeschätzt. In der Reblandhalle ist das Jubiläum mit rund 80 Gästen gefeiert worden.

An die bewegte Geschichte des Seniorenmittagstischs erinnerte eine kleine Ausstellung. Viele schöne und lustige Erinnerungen waren auf Fotos auf zwei Stellwänden ausgestellt. Reini Huber zeigte zudem Dias aus dem Fundus von Familie Rupp. Für das derzeitige Team von Ehrenamtlichen, die zu den Mittagstisch-Terminen kochen und servieren, hatten federführend Doris Weirich und Gretel Klook eingeladen. Selbstverständlich, dass neben den vielen, die sich in den vergangenen Jahren engagiert haben, auch die Seniorenbeauftragte Silke Lazzaro und Bürgermeister Oliver Friebolin gekommen waren.

 

An hübsch gedeckten Tischen konnten alle Eingeladenen im Vereinsraum der Reblandhalle Platz nehmen. Zur Feier des Tages gab es ein Festmenü, das dem Tag angemessen war: Als Vorspeise Wildpastete mit Preiselbeeren und Feldsalat mit Orangenschnitzen, als Hauptgang Geschnetzeltes mit Nudeln und Kohlrabigemüse und als Nachtisch Frankfurter Kranz samt Kaffee.

Das Menü war mit dem ehemaligen Koch des Eimeldinger „Löwen“, Dietmar Hierholzer, zusammengestellt und vorbereitet worden. „Er hat uns angesichts der großen Zahl von rund 80 Gästen mit seiner Unterstützung Albträume erspart“, stellte Doris Weirich nicht ganz ernst gemeint fest.

Das Vorbild für den Seniorenmittagstisch war vor 25 Jahren ein ähnliches Angebot in Binzen – und was Binzen hat, das „muss auch Eimeldingen haben“, hieß es. Die Initiatoren waren die damalige Seniorenbeauftragte Therese Zäh, Ingrid Rupp und ihr Mann Hansjörg Rupp, der von 1993 bis 2009 als Bürgermeister in Eimeldingen amtierte. An Hansjörg Rupp, der vor einem Jahr unerwartet verstarb, wurde beim Jubiläum erinnert.

Beim ersten Seniorenmittagstisch 2001 waren Ingrid Rupp und  Christa Aenis federführend im Gesamtteam, aktuell sind es Doris Weirich und Gretel Klook (von links).  Foto: Jutta Schütz

Beim ersten Essen am 7. Februar 2001 kochten Christa Aenis, Martha Würger, Therese Zäh und Ingrid Rupp. Weirich hatte sich erkundigt, was damals auf der Speisekarte stand: „Schweinebraten mit Herdöpfelstock und Rotkraut, als Nachtisch gab es ein Pfirsichdessert“, las sie vor.

Der zitierte Schweinebraten gibt bis heute die Richtung vor. „Unser Team kocht immer noch jeden Mittwoch selbst – außer in den Schulferien – und wir orientieren uns dabei an guter Markgräfler Hausmannskost – Sushi oder italienische Küche gibt es bei uns nicht“, konstatierte Weirich.

Damit die jeweiligen Menüs planbar sind, müssen sich Teilnehmer zuvor anmelden. Dann wird einen Tag vor dem Mittagstischtermin frisch unter anderem bei der Gärtnerei Hoch-Reinhardt und bei der Gärtnerei Berg, bei der Metzgerei Senn und bei den Weingütern Soder und Jacob eingekauft. Sie alle gehören zu den Sponsoren des Mittagstisches.

Zu den Spendern gehören zudem Renis Haarstudio und als Privatperson Hartmut Kern, der gerade personalisierte Schürzen in Auftrag gegeben hat. Von der IG Eimeldingen stehen zum Abholen und Heimbringen der Gäste die Fahrer Frieder Spohn, Frieder Kähnig, Hansjürgen Schmitt, Gudrun Pennekamp und Horst und Erika Hülpüsch bereit.

1600 ehrenamtliche Stunden kommen im Jahr zusammen

Für jeden Termin wird immer ein Team mit sechs Helfern und sieben Springern gebildet. Sechs Stunden sind die Köche mittwochs ab morgens neun Uhr im Einsatz, hinzu kommen die Stunden für das Waschen und Bügeln der Tischwäsche, fürs Einkaufen und mehr. 40 Termine im Jahr decken die Ehrenamtlichen ab.

„Im Jahr kommen für uns 1500 bis 1600 Stunden zusammen“, teilte Weirich mit. „Im Gegensatz zu unserer nördlichen Gemeinde, das muss ich hier einfach auch mal kritisch sagen, fühlen sich die Ehrenamtlichen in Eimeldingen sehr wertgeschätzt, nicht nur von den Bürgern, sondern auch von der Verwaltung und von unserem Bürgermeister“, bedankte sich die Organisatorin Richtung Bürgermeister Friebolin.

Die Gemeinde stellt denn auch für die Mittagstischtermine die Halle samt Heizung und Wasser kostenlos zur Verfügung. Hausmeister Pavel Kurchyn unterstützt beim Auf- und Abbau des Mobiliars.

Gemeinde unterstützt die Initiative

Weirich und Friebolin erinnerten daran, dass die Gemeinde zum Start des Angebots 400 D-Mark als zinsloses Darlehen für die Anschaffung von Küchenzubehör und Töpfen gegeben hatte, „das Geld haben wir auch komplett zurückgezahlt“, erwähnte Weirich, bevor der Bürgermeister mit allen Gästen auf das Jubiläum anstieß.

Friebolin lobte den ehrenamtlichen Einsatz für die Gemeinschaft und für die älteren Bürger. „Ich bin stolz darauf, dass wir euch haben“, sagte er. Für Klook und Weirich hatte Friebolin Blumen und einen Überraschungsgutschein dabei. Auch seitens der Teammitglieder gab es für die beiden als Dank für ihr Engagement einen Gutschein.

Weirich verkündete noch einen besonderen Termin: Für alle Ehrenamtlichen vom Kochteam gibt es im März einen Erste-Hilfe-Kurs – „damit wir wissen, was zu tun ist, wenn es einem von uns mal nicht gut gehen sollte“, gab sie weiter.