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Rauchstopp Gefährliche Glimmstängel für Kinder

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Dampfen statt qualmen – und das ganz ohne Nikotin. E-Shishas funktionieren wie E-Zigaretten und fallen nicht unter das Jugendschutzgesetz. Foto: dpa

Stuttgart/Heidelberg - Hollywood steht unter Dampf: Ob Johnny Depp, Katherine Heigl oder Paris Hilton – die Stars qualmen nicht mehr, sie saugen an E-Zigaretten und pusten Wolken in die Luft, im Geruch irgendwo zwischen Vanille und Apfel. Während die Kippe im Mundwinkel bei vielen die Nase rümpfen lässt, gilt das Paffen der elektronischen Ersatzstäbchen als geradezu chic.

Ursprünglich wurden E-Zigaretten vor allem für Raucher entwickelt, die vom Tabak loskommen wollen. Doch inzwischen wird aus der rauchfreien Alternative nahezu ein Modetrend, der auch immer mehr Jüngere erfasst, die vielleicht normale Zigaretten nicht angerührt hätten. Zwar greifen diese nicht unbedingt zur nikotinhaltigen E-Zigarette, dafür aber zur scheinbar ungefährlichen E-Shisha. Die Technik ist die gleiche, nur enthalten die Kartuschen statt des Nikotins ein Chemikaliengemisch und Aromen wie Kirsche, Schokolade oder Piña Colada.

Und das lockt: So sind nach Angaben des Kultusministeriums Baden-Württemberg erst einige Wochen zuvor an einer Pforzheimer Schule zwei Schüler der Unterstufe beim Paffen von E-Shishas erwischt worden.

Die Inhaltsstoffe von E-Shishas werden kaum kontrolliert

Der Eindruck des scheinbar ungefährlichen Dampfens wird aufgrund der Tatsache verstärkt, dass die E-Shishas im Gegensatz zu E-Zigaretten nicht unter das Jugendschutzgesetz fallen. Hersteller bieten die bunten Stäbchen, die so groß wie Kugelschreiber sind, daher an wie aromatisierte Kaugummis – für knapp acht Euro das Stück. Gleichzeitig haben die E-Shishas ein rot leuchtendes Ende, dass einer glimmenden Zigarette nahekommt.

Gesundheitsexperten betrachten den E-Shisha-Trend daher mit Sorge: Letztendlich sind E-Shishas im Gegensatz zu richtigen Wasserpfeifen Zigaretten-Imitate, mit denen Raucherkarrieren spielerisch vorbereitet werden könnten. Anlässlich des Weltnichtrauchertags am Samstag warnte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erneut davor, dass Jugendliche mit dem Konsum von E-Shishas auch das Zigarettenrauchen interessant finden könnten. Gerade jetzt – da die Zahl der jungen Raucher am Sinken ist: Hatten 2001 noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen zur Kippe gegriffen, waren es 2012 nur elf Prozent.

Hinzu kommt, dass E-Shishas offenbar gar nicht so ungefährlich sind, wie mancher vielleicht vermutet. „Ähnlich wie bei E-Zigaretten bestehen mögliche Gesundheitsgefahren hinsichtlich der verwendeten Inhaltsstoffe“, sagt Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. So haben sich Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg der Inhaltsstoffe der elektronischen Wasserpfeifen angenommen – und können seitdem nur davor warnen. Zwar ist das Inhalieren von fruchtigem Wasserdampf weniger gesundheitsschädlich als Tabakrauch, der Verbrennungsprodukte enthält, die nachweislich Krebs auslösen sowie Herz und Lunge schädigen können. Doch die E-Shishas werden wie die elektronischen Zigaretten vor allem in China produziert. Die Inhaltsstoffe werden also kaum kontrolliert.

Schulen weiten Rauchverbot auf Pausenhöfen auf E-Shishas aus

Und gerade die können durchaus Schaden anrichten: Denn mit dem Dampf der Produkte inhalierten die Jugendlichen nicht nur die atemwegreizende Grundsubstanz Propylenglykol. Dadurch könne es unter anderem zu Reizungen des Mundes und der Atemwege, zu Schwindel, Kopfschmerz und Übelkeit kommen, die Langzeitfolgen seien schwer vorhersehbar. Auch die Aromastoffe wie Menthol oder Vanillin können beim Einatmen zu Allergien führen. „Teilweise enthält der Dampf auch krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd, Nickel oder Chrom“, warnen die Forscher. Sie fordern, „elektronische Inhalationsprodukte wie E-Zigaretten und E-Shishas“ genauso zu behandeln wie herkömmliche Zigaretten.

Es wird noch dauern, bis diese Gesetzeslücke, die sich mit den E-Shishas aufgetan hat, geschlossen werden kann: Zwar hat die EU sich schon im Herbst 2013 geeinigt, „imitierte Tabakerzeugnisse, die für Minderjährige attraktiv sein können und einen potenziellen Einstieg in den Konsum von Tabakerzeugnissen bieten können“, zu verbieten. Ob dieser Passus von den Mitgliedstaaten umgesetzt wird, bleibt aber offen.

Zumindest die Schulen wollen auf neue Regelungen nicht mehr warten. „Zwar spielt das Thema E-Shisha nach unserer Kenntnis in Baden-Württemberg bislang vereinzelt eine Rolle“, heißt es beim Kultusministerium. Dennoch sei man dabei, die Richtlinien „Suchtprävention in der Schule“ zu überarbeiten und um die Gefahren von E-Zigaretten und E-Shisha zu erweitern.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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