Das Rattenbekämpfungsteam im Einsatz: (von links) Marco Greuter (TDVS), Frank Dengler (Firma Lange), Janine Seiler (Grünflächen- und Tiefbauamt) sowie Christoph Kilian (TDVS). Sie sorgen ab sofort dafür, dass am Villinger Eisweiher sich Ratten weniger ausbreiten. Foto: Falke/Stadt VS

Die Entenfütterer sollen an allem Schuld sein. Doch jetzt geht es den Ratten am Villinger Eisweiher an den Kragen.

VS-Villingen - Nachdem dort vermehrt Meldungen über Rattensichtungen bei der Stadt eingegangen sind, wurde die Fachfirma Schädlingsbekämpfung Lange aus Ortenberg beauftragt, sich von der Lage vor Ort ein Bild zu machen.

Nach einer Begehung konnte eine Überpopulation der Nagetiere festgestellt werden. Einer der Hauptgründe für die Ausbreitung der unbeliebten Tiere sei, so die Stadtverwaltung, vor allem die verbotene Fütterung von Enten am Eisweiher.

Bürger halten sich nicht an Verbot

Obwohl installierte Schilder darauf hinweisen, dass das Entenfüttern verboten ist, wird dieses von Bürgern regelmäßig ignoriert. Die falsch verstandene Tierliebe schadet den Enten sowie dem Gewässer und die Nahrungsreste ziehen die grauen Plagegeister auf vier Pfoten magisch an.

Damit die Ausbreitung langfristig eingedämmt werden kann, ist die Firma Lange nun für ein Jahr beauftragt, mittels ausgelegter Giftköderboxen die Rattenanzahl rund um den kleinen See inmitten der Stadt zu verringern. Der Fachmann Frank Dengler weiß: "Mit der langfristigen Maßnahme können wir rund um den Weiher ein optimales Monitoring durchführen und die Ratten nachhaltig bekämpfen." Bei den monatlichen Kontrollen, die durch die Fachfirma sowie die Technischen Dienste und der Abteilung Stadtentwässerung, Gewässer und Altlasten im Amt für Grünflächen und Tiefbau stattfinden, wird festgestellt in welchem Bereich des Weihers sich die Ratten vermehrt aufhalten, sodass die Köderboxen dann gezielt ausgerichtet werden können.

Köder einfach liegen lassen

Auch auf der kleinen Insel wurden Fallen ausgelegt. Diese 60 Zentimeter langen Kammern aus Metall enthalten einen giftigen Lockstoff, der nur für Ratten interessant ist. Nachdem die Tiere den Köder angefressen haben, sterben sie nach zwei bis drei Tagen. Andere Tiere, wie Eichhörnchen oder Vögel, werden durch diesen Köder nicht angezogen und es droht diesen auch keine Gefahr. Damit keine neugierigen Kinderhände zum Giftköder gelangen können, sind diese extra lang gebaut. Außerdem ist ein rot leuchtender Aufkleber angebracht, der auf den darin enthaltenen Giftstoff hinweist. "Bitte lassen Sie diese Fallen einfach liegen. Der Köder ist darin befestigt und kann nicht herausfallen, wenn an der Box nicht massiv gerüttelt oder diese nicht vorsätzlich beschädigt wird", appelliert Frank Dengler.

Saftiges Bußgeld droht

Janine Seiler von der Abteilung Stadtentwässerung, Gewässer und Altlasten hat außerdem dafür gesorgt, dass in Kürze zwei neue Schilder am Eisweiher angebracht werden. "Sie weisen nochmals stärker auf das Entenfütterungsverbot und die Gründe dafür hin und überzeugen dann hoffentlich eindringlicher", so die Zuständige für Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Bürgerinnen und Bürger, die das Verbot ignorieren und dabei erwischt werden, müssen mit einem saftigen Bußgeld in Höhe von 60 Euro plus Verwaltungsgebühren rechnen.